Kredit

Kredit - jetzt günstige Zinsen nutzen

Ein Ratenkredit bietet die Möglichkeit finanzielle Engpässe zu überbrücken oder sich größere Wünsche zu erfüllen, die man sich mit dem eigenen Vermögen zum aktuellen Zeitpunkt nicht leisten kann.

Ein Ratenkredit hilft bei der Erfuellung persoenlicher Wuensche. © Queensbury/thinkstock

Ob als Raten-, Konsum- oder Anschaffungskredit bezeichnet, seit den 1950er-Jahren wird diese Art des Kredits in Deutschland angeboten und zählt mittlerweile zu den gebräuchlichsten Kreditarten und bietet Privatpersonen die Möglichkeiten, sich einen größeren Geldbetrag zu leihen. Der klassische Ratenkredit wird von Banken an Privatpersonen oder Kleinunternehmen vergeben. Die Betragsspanne bewegt sich in der Regel zwischen 200, – bis 75.000, – €.

Der Kreditnehmer erhält den Ratenkredit in Form eines Darlehens über einen individuell festgesetzten Geldbetrag. Dieser Betrag muss dann über einen fixen Zeitraum in gleichbleibenden Raten und zu einem zuvor vereinbarten Zinssatz zurückgezahlt werden.

Viele Formen des Ratenkredits

Doch de facto ist der Ratenkredit nicht auf Kredite beschränkt, die Banken an ihre Kunden vergeben. Zunehmend besteht auch bei Einzelhändlern und Online-Shops die Möglichkeit der Ratenzahlung. Mit diesen Zahlungsvereinbarungen bieten die Händler ihren Kunden per definitionem ebenfalls Ratenkredite. Die Händler sind dabei Kreditvermittler, die Ratenkredite von Banken anbieten.

Voraussetzung für den Abschluss eines Ratenkredits

Anders als beispielsweise Autokredite werden Ratenkredite meist als Blankodarlehen ausgestellt. Konkret heißt das, dass der Kreditnehmer keine Sicherheiten stellen muss, meist wird allerdings eine Lohn- oder Gehaltsabtretung im Schuldfall vereinbart. Hinzu kommt, dass die Bank überprüft, ob sich der Antragsteller den Kredit auch leisten kann und dessen finanzielle Situation genau prüft. Auch eine Anfrage bei der Schufa oder einer anderen Auskunftei gehört zum üblichen Procedere der Bonitätsprüfung. Kommt die Bank zu dem Schluss, dass die Liquidität nicht ausreichend gesichert ist, kann sie als Sicherheit eine zusätzliche Bürgschaft vom Kreditnehmer verlangen.

Welche Kosten entstehen?

Die Raten, mit denen der Kredit zurückgezahlt wird, setzen sich aus Tilgung und Zins zusammen. Durch die Tilgung vermindert sich die Restschuld, die Zinsen hingegen sind die Kosten, die ein Kreditnehmer zusätzlich für sein Darlehen zahlen muss.

Die Höhe der Zinsen ist in der Regel bonitätsabhängig und wird individuell vereinbart. Die Zinsen für einen Ratenkredit liegen zwar meist über den Zinsen für Baufinanzierung oder Autokredit, sie sind aber deutlich niedriger als die Zinsen für einen Dispokredit, weshalb sich die Aufnahme eines Ratenkredits eher empfiehlt als eine dauerhafte Ausreizung des Dispos.

Für eine leichtere Vergleichbarkeit unterschiedlicher Kreditgeber, sind Banken verpflichtet im Vertrag den Effektivzins anzugeben.

Ein weiterer entscheidender Kostenfaktor im Bereich des Ratenkredits ist die Vorfälligkeitsentschädigung, die manche Banken berechnen, wenn der Kredit vorzeitig oder mit Sonderzahlungen getilgt werden soll.

Restschuldversicherung

Viele Banken empfehlen ihren Kunden den Abschluss einer Restschuldversicherung. Sie soll den Kreditnehmer bzw. dessen Angehörige absichern, falls eine Rückzahlung aufgrund von Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Tod nicht mehr möglich ist. Restschuldversicherungen werden allerdings immer wieder kritisiert, weil sie erhebliche Zusatzkosten verursacht. Zudem bedingen vertragliche Ausschlussfristen oft eine Reduzierung der Versicherungsleistung bzw. eine lange Wartezeit, ehe die Versicherung überhaupt einspringt.

Gebühren

Lange Zeit haben Banken für den Abschluss von Ratenkrediten eine Gebühr verlangt, deren Höhe sich im Rahmen von 1 bis 4 % der Kreditsumme bewegte. Nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) im Mai und Oktober 2014 ist eine solche Gebühr aber unzulässig. Begründet ist das Urteil damit, dass die Gebühren unter anderem für die Bonitätsprüfung anfallen. Diese wird allerdings allein im Eigeninteresse der Bank vorgenommen, weshalb auch diese die Kosten tragen muss.

Durch das Urteil können Kreditnehmer, die in den letzten zehn Jahren einen Kredit abgeschlossen und eine Bearbeitungsgebühr gezahlt haben, sich diese Ausgaben von der Bank zurückholen. Bei Krediten, die älter als zehn Jahre sind, greift hingegen die Verjährungsfrist und das Geld für die Bearbeitung kann nicht mehr zurückgeholt werden.

Laufzeit und Rückzahlung

Die maximale Laufzeit eines Ratenkredits beläuft sich in der Regel auf 84, in Ausnahmefällen auch mal auf 120 Monate.

Sondertilgungen und Kündigung

Nach Abschluss eines Kredits haben Verbraucher generell ein 14-tägiges Widerrufsrecht, das ihnen durch BGB § 448 zugestanden wird. Ist die Kreditsumme dann bereits ausgezahlt, muss sie umgehend erstattet werden.

Auch die Kündigung eines Ratenkredits ist jederzeit möglich. Zumindest gilt das für alle, die ihren Kredit nach dem 11. Juni 2010 abgeschlossen haben. Im Falle einer vorzeitigen Rückzahlung oder Sondertilgung haben Banken jedoch das Recht, eine Vorfälligkeitsentschädigung zu erheben. Diese darf maximal 1 % des Restkreditbetrags ausmachen und ist auf 0,5 % begrenzt, wenn die verbleibende Vertragsdauer des Kredits unter einem Jahr liegt.

Wer seinen Kredit vor dem Stichtag (11.06.2010) abgeschlossen hat, muss weiterhin eine Kündigungsfrist von drei Monaten einhalten, hat jedoch den Bonus, dass die Bank dann keine Gebühren erheben darf.

Kündigung durch die Bank

Auch vonseiten der Bank kann ein Ratenkredit gekündigt werden. Es ist jedoch streng reguliert, welche Bedingungen dafür erfüllt sein müssen:

  • Mindestens zwei aufeinanderfolgende Raten wurden nicht oder nur teilweise geleistet
  • Ratenrückstände von mindestens 10 % (Kreditlaufzeit unter drei Jahren) bzw. 5 % (Kreditlaufzeit über drei Jahren) des Darlehensbetrags
  • Kreditkündigung muss in einer dritten Mahnung, unter Einhaltung einer 14-tägigen Frist und mit Aufklärung über die Folgen angekündigt werden

Umschuldung

Kredite, die aufgrund eines hohen Zinssatzes relativ teuer für den Kreditnehmer sind, können durch die Aufnahme eines neuen Kredits zu günstigeren Konditionen vorzeitig zurückgezahlt bzw. umgeschuldet werden. Ein solches Procedere wird auch Kettenkreditvertrag genannt.

Wann ist ein Ratenkredit sinnvoll?

Wie bereits erwähnt, ist ein Ratenkredit meist die bessere Alternative zum Dispokredit, für den in der Regel exorbitante Zinsen berechnet werden. Steht also eine größere Anschaffung an, die man sich mit seinem vorhandenen Guthaben jedoch nicht leisten kann, kann es sinnvoll sein, einen Ratenkredit aufzunehmen. Verglichen mit einem Dispokredit lassen sich auf diese Weise bis zu 80 % der Zinskosten sparen.

Prinzipiell sollte man sich vor Aufnahme eines Kredits jedoch immer fragen, ob man sich diesen auch tatsächlich leisten kann und auch noch im Falle einer möglichen Arbeitslosigkeit oder Krankheit in der Lage ist, die Raten zu tilgen. Denn mit Annahme eines Kredites sind Sie in der Bringschuld; wer dieser nicht nachkommen kann, droht schnell in die Schuldenfalle zu geraten.

Autor
Charlotte Bodinek
Erste Veröffentlichung
Letzte Aktualisierung