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Was ist ein Werkstudent?
Werkstudenten können sich über zahlreiche Privilegien freuen. Man verdient gut, ist bereits als Arbeitnehmer in einem Unternehmen tätig und sammelt erste Erfahrungen in der Arbeitswelt. Gleichzeitig hast du genug Zeit, um deinem Studium nachzugehen und den ersehnten Abschluss zu machen. Doch was bedeutet es eigentlich, Werkstudent zu sein? Wir erklären, welche Sonderregelungen es gibt und was du wissen musst, um alle (finanziellen) Vorteile voll auszunutzen.
© Halfpoint / iStock

Was ist ein Werkstudent?

Wer sein Studium zügig durchziehen will, ist in dieser Zeit meist auf die finanzielle Unterstützung der Eltern oder auf BAföG angewiesen. Studium und Arbeit lassen sich zeitlich nur schwer miteinander vereinbaren, insbesondere dann, wenn das Studium eine hohe Anwesenheitspflicht fordert.

Ein Job als Werkstudent ist jedoch eine gute Alternative zum Minijob. Du erhältst ein gutes Gehalt und sicherst dir als Student wichtige Privilegien. Im besten Fall sollte deine Tätigkeit als Werkstudent natürlich einen inhaltlichen Bezug zu deinem Studium haben, damit du einerseits schon erste wichtige berufliche Erfahrungen in der Branche sammeln und andererseits Kontakte zu einem potenziellen Arbeitgeber knüpfen kannst. Als Werkstudent arbeitest du während der Vorlesungszeit an der Universität höchstens 20 Stunden pro Woche. In der vorlesungsfreien Zeit dürfen Werkstudenten bis zur Regelarbeitszeit Ihres Arbeitnehmers aufstocken und Vollzeit arbeiten.

Durch die Begrenzung auf 20 Stunden pro Woche wird sichergestellt, dass weiterhin genügend Zeit für dein Studium bleibt, damit du es in der gewünschten Zeit beenden kannst. Wenn du mehr als 26 Wochen im Jahr über 20 Stunden arbeitest, verlierst du deinen Status als Werkstudent. In diesem Fall werden die vollen Beiträge der Sozialversicherung fällig, die du andernfalls nur bedingt zahlen musst.

Dein Gehalt ist als Werkstudent entsprechend höher als bei einem Minijob, weil auch der Anteil der Stunden höher ist. Somit ist klar, dass der finanzielle Vorteil von großer Bedeutung ist, wenn es um die Entscheidung für oder gegen einen Job als Werkstudent geht. Doch welche Vor- und Nachteile hat diese Tätigkeit sonst noch?

Vor- und Nachteile des Werkstudentenjobs

Zu den wichtigsten Vorteilen des Werkstudentenjobs gehört die Befreiung von den Sozialversicherungsbeiträgen. Dein Arbeitgeber muss keine Beiträge zur Kranken-, Arbeitslosen- oder Pflegeversicherung für dich abgeben. Du verdienst während des Studiums also recht gut und machst – anders als bei den meisten Minijobs – gleichzeitig erste Arbeitserfahrungen in deiner Branche.

Das wirkt sich nicht zuletzt auch positiv auf deinen Lebenslauf aus. Nicht zu unterschätzen ist auch die Bedeutung eines Arbeitszeugnisses, das dir von deinem Arbeitgeber ausgestellt wird. Hinzu kommt natürlich, dass du wichtige Beziehungen zu einem potenziellen Arbeitgeber aufbaust, der dich nach der Beendigung deines Studiums vielleicht in eine feste Anstellung übernimmt. Gleichzeitig baust du schon frühzeitig dein Netzwerk auf und sicherst dir damit wichtige Kontakte für die berufliche Karriere.

Zu den Nachteilen gehört die eingeschränkte Befreiung von der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung. Davon bist du nur dann grundlegend befreit, wenn du regelmäßig unter 450 Euro im Monat verdienst. Besteht eine Rentenversicherungspflicht, beträgt der Beitragssatz 9,75 Prozent.

In der Kranken- und Pflegeversicherung musst du dich pflichtversichern, wenn dein Verdienst im Durchschnitt höher ist als 445 Euro im Monat. Sofern du maximal 445 Euro monatlich verdienst, bleibt dein Anspruch auf BAföG in voller Höhe erhalten. Anderenfalls wird die Ausbildungsunterstützung gekürzt oder vollständig gestrichen. Durch die berufliche Tätigkeit bleibt dir außerdem weniger Zeit für das Studium, und letztlich wird sich der Job auch auf die gesamte zeitliche Verfügbarkeit in der Freizeit und den Lernphasen auswirken.

Die Versicherungspflicht für Werkstudenten

Als Werkstudent bist du in der Kranken- und Pflegeversicherung pflichtversichert. Sofern du mehr als drei Monate hintereinander über 445 Euro monatlich verdienst, bist du nicht mehr kostenfrei in der Familienversicherung mitversichert. In diesem Fall musst du dich als Werkstudent selbst gesetzlich oder privat versichern. Ob du als Werkstudent Steuern zahlen musst, hängt von der Höhe des Gehalts und von deiner Steuerklasse ab. Wenn du Lohnsteuern zahlen musst, solltest du eine Steuererklärung abgeben, um überzahlte Steuer vom Finanzamt erstatten zu lassen.

Was passiert mit dem BAföG?

Sofern du BAföG beziehst, darfst du pro Jahr maximal 5.400 Euro verdienen. Pro Monat entspricht das 450 Euro. Verdienst du mehr, wird das BAföG um diesen Mehrverdienst gekürzt. Bei einem Verdienst von über 850 Euro im Monat verlierst du den Anspruch auf BAföG vollständig. Das Kindergeld erhältst du weiterhin in voller Höhe, sofern du das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hast und nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich arbeitest.

Wie wird man Werkstudent?

Die besten Chancen auf einen Posten als Werkstudent haben Studierende ab dem zweiten Semester. Am besten setzt du dich mit dem Career-Service Ihrer Universität in Verbindung und informierest dich über die aktuellen Angebote. Manche Arbeitgeber bieten sogar die Möglichkeit an, von zu Hause zu arbeiten. Eine Kombination aus einem Minijob und einen Werkstudentenjob ist übrigens auch möglich, sofern du pro Woche nicht mehr als 20 Stunden arbeitest.

Fazit: Werkstudentenjob als gute Alternative zum Minijob

Ein Job als Werkstudent bietet dir unter anderem den Vorteil eines attraktiven Gehalts in Verbindung mit der spannenden Tätigkeit in einem Unternehmen in deiner Branche. Gleichzeitig erhältst du die Vorteile geringerer Abzüge im Vergleich zu normalen Arbeitnehmern. Deshalb ist ein Werkstudentenjob durchaus eine interessante Alternative zum Minijob, bei der du mehr Geld verdienst und Erfahrung sammelst.

Das wichtigste, worauf du als Werkstudent achten musst, ist die 20-Stunden-Regel. Sie ist die Voraussetzung für deinen Werkstudentenstatus und somit auch für die entsprechenden Privilegien.

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