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Girokontowechsel – heute deutlich leichter als früher
Es gibt zahlreiche Gründe für die Kündigung des aktuellen Kontos. Die Mehrzahl der Verbraucher schaut sich aufgrund hoher Kontoführungsgebühren oder mangelhafter Leistungen nach einem neuen Geldinstitut um. Die Kündigung von Girokonten ist im Prinzip jederzeit möglich, gesetzlich vorgeschriebene Fristen gibt es in diesem Bereich nicht. Bankkunden müssen außerdem keine Begründung dafür angeben. Trotzdem sollte ein Girokontowechsel gut vorbereitet werden, damit dieser letztendlich auch mit Vorteilen einhergeht.
Girokontowechsel – heute deutlich leichter als früher. Girokontowechsel – heute deutlich leichter als
© F1 Digitals / Pixabay

Das Wichtigste über die gesetzliche Kontenwechselhilfe

Bereits seit dem Jahr 2016 hat jeder Verbraucher beim Kontowechsel Anspruch auf Unterstützung durch die beteiligten Zahlungsdienstleister. Dies ist zum einen das Geldinstitut, das bisher das Girokonto führte, zum anderen die Bank, die in Zukunft diese Aufgabe übernimmt. Die Kontowechselhilfe erfolgt auf Wunsch des Kontoinhabers. Hierfür erteilt er dem empfangenden Zahlungsdienstleister eine Ermächtigung. Weitere wichtige Fakten, die jeder Bankkunde, der einen Kontowechsel beabsichtigt, kennen sollte, sind:

  • jeder Verbraucher hat Anspruch auf die gesetzliche Kontowechselhilfe
  • nach § 13 BGB handelt es sich bei einem Verbraucher um eine natürliche Person, die ein Rechtsgeschäft zu Zwecken abschließt, die überwiegend weder ihrer gewerblichen noch ihrer selbstständigen beruflichen Tätigkeit zugerechnet werden können
  • beteiligte Zahlungsdienstleister sind in der Pflicht, wechselwilligen Kontoinhabern für die Ermächtigungserteilung ein Formular auszuhändigen; dessen Nutzung ist nicht verpflichtend, erleichtert jedoch das Prozedere
  • eingeleitet wird der Kontowechsel vom empfangenden Geldinstitut
  • die neue Bank muss innerhalb von zwei Geschäftstagen nach Erteilung der Ermächtigung beim bisherigen Zahlungsdienstleister 1. eine Liste der bestehenden Daueraufträge sowie die verfügbaren Informationen zu Lastschriftmandanten, 2. Bekanntgabe eingehender Überweisungen und vom Zahlungsempfänger veranlasste Lastschriften auf dem Girokonto des Verbrauchers für die letzten 13 Monate anfordern
  • das neue Geldinstitut teilt der bisherigen Bank den mit dem Verbraucher vereinbarten Zeitpunkt 1. ab dem Zahlungen nicht mehr über das bestehende Girokonto abgewickelt werden sollen, 2. an dem die Überweisung des Restsaldos erfolgen muss und 3. an dem die Kontoschließung erfolgen soll
  • die Übermittlung der angeforderten Informationen muss spätestens innerhalb von fünf Geschäftstagen durch den bisherigen Zahlungsdienstleister erfolgen

 

Vor dem Kontowechsel sollten diese Faktoren unbedingt bekannt sein.

Hilfreicher Girokonto Vergleich für die Auswahl eines neuen Anbieters

Es ist empfehlenswert, anfangs – bestenfalls sogar einige Monate – das alte Girokonto neben dem neuen bestehen zu lassen. Erfahrungsgemäß dauert die Datenumstellung einige Zeit. Wer eine Wartefrist einhält, schützt sich vor möglichen Umstellungsschwierigkeiten. So läuft der Wechsel meist einfacher ab und bedeutet weniger Stress für den Kontoinhaber. Verbraucher sollten in diesem Zeitraum sorgfältig ihre regelmäßigen Zahlungseingänge und Abbuchungen überprüfen. Erst wenn beim vorherigen Zahlungsdienstleister keine Finanzaktionen mehr stattfinden, kann das frühere Girokonto aufgelöst werden.

Um die besten Konditionen, die sich je nach Verbraucher individuell gestalten, herauszufinden, ist ein Girokonto Vergleich unersetzlich. Im Bereich der Kostengünstigkeit haben in der Regel Direktbanken die Nase vorn. Teilweise verzichten sie sogar gänzlich auf Kontoführungsgebühren und Co. Wichtig ist, immer auch das Kleingedruckte im Auge zu behalten. Nur so kann man sich sicher sein, dass sich ein auf den ersten Blick lukratives Angebot im Nachhinein nicht als überteuert herausstellt.

Was sollten Verbraucher beim Girokonto Vergleich beachten

Das Hauptaugenmerk sollte sowohl auf den Dispo- und Guthabenzinsen als auch auf den Kontoführungsgebühren liegen:

  • Zinssätze – generell sind Dispositionskredite kostenintensiv, je nach Geldinstitut gibt es jedoch erhebliche Unterschiede; die Gewährung von Guthabenzinsen ist zwar mittlerweile selten geworden und sie sind verhältnismäßig niedrig, aber deshalb ist es gerade sinnvoll, sich näher mit diesem Thema zu befassen
  • Kontoführungsgebühren – sie spielen beim Girokontovergleich gleichfalls eine bedeutende Rolle, wichtig ist vor allem, darauf zu achten, ob sie monatlich, vierteljährlich oder jährlich berechnet werden; demgegenüber stehen kostenlose Girokonten im Angebot, in der Regel sind diese allerdings mit verschiedenen Bedingungen verknüpft, darunter beispielsweise ein regelmäßiger Zahlungseingang in vom Geldinstitut festgelegter Mindesthöhe; verglichen werden sollten darüber hinaus Gebühren für Überweisungen, Lastschriften, Daueraufträge und die Nutzung von Geldautomaten

Girokontowechsel Schritt für Schritt

Es sind keinerlei besonderen Kenntnisse für den Girokontowechsel erforderlich, insbesondere wenn Verbraucher die ihnen gesetzlich zustehende Hilfe der Zahlungsdienstleister in Anspruch nehmen. Er erfordert nur drei kleine Schritte:

  1. Eröffnung eines Kontos, wofür die
  2. Vorlage der Ausweisdokumente in einer Bankfiliale vor Ort bzw. Verifizierung bei einem Online-Anbieter erforderlich ist;
  3. per Formular die Kontowechselhilfe beantragen

Selbstverständlich steht auch einem eigenständigen Kontowechsel nichts entgegen. In diesem Fall gelten gleichfalls vorbezeichnete Punkte 1. und 2. Im Anschluss listen Verbraucher selbst ihre Zahlungseingänge, Daueraufträge, Lastschriften und Co. der vergangenen 13 Monate auf und teilen ihren Finanzpartnern die neue Bankverbindung mit. Baldmöglichst sollte das neue Geldinstitut diese Aufstellung erhalten, damit sie die notwendigen, regelmäßigen Zahlungsvorgänge sichten sowie einrichten kann. Ist alles unter Dach und Fach, kann das bestehende Girokonto in Schriftform ohne Angabe von Gründen gekündigt werden.

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