Finanzen

Tagesgeld – alles, was man wissen muss

Tagesgeldanlagen sind unkompliziert, vielleicht ist Tagesgeld aus diesem Grund auch eines der beliebtesten Finanzprodukte der Deutschen.

Ein Tagesgeldkonto ist ideal fuer kurzfristige Geldanlagen. © alexstorn/thinkstock

Der große Vorteil von Tagesgeld ist seine Flexibilität. Denn Geld, das auf einem Tagesgeldkonto angelegt wurde, kann jederzeit wieder entnommen werden, ebenso sind aber auch Einzahlungen immer problemlos möglich. Die Idee hinter einem Tagesgeldkonto ist die, dass der Anleger keinerlei Bindung eingeht, jederzeit auf sein Guthaben zugreifen kann und trotzdem durch eine gute Verzinsung Gewinne mit seinem Geld erzielen kann.

Tagesgeldkonto

Tagesgeld wird auf einem separaten Konto, einem sogenannten Tagesgeldkonto, angelegt. Anders als ein Girokonto, kann dieses nicht für den normalen Zahlungsverkehr genutzt werden. Daher ist immer ein Referenzkonto notwendig, über das die Ein- und Auszahlungen abgewickelt werden können.

Bei der Eröffnung eines Tagesgeldkontos ist es jedoch nicht zwingend erforderlich auch ein Girokonto zu eröffnen, denn als Referenz kann in der Regel ein bereits bestehendes Girokonto genutzt werden. Für die Verwaltung und Kontoführung fallen bei einem Tagesgeldkonto keine Kosten an.

Zinsen auf das Tagesgeld

Die Zinsen, die es für die Einlagen auf einem Tagesgeldkonto gibt, sind meist wesentlich höher, als Zinsen auf Sparbücher oder auch mögliche Guthabenverzinsung bei einfachen Girokoten. Banken mit einem Tagesgeldangebot können ihren Kunden besonders gute Zinsen bieten, da Tagesgeld in der Regel ausschließlich auf einem Online-Konto angelegt werden kann. Für die Bank hat das den Vorteil, dass Verwaltungskosten eingespart werden können. Solche Einsparungen kommen dem Kunden dann in Form von attraktiven Zinsen zugute.

Die Höhe der Tagesgeldzinsen orientiert sich am Leitzins der europäischen Zentralbank. Viele Banken bieten ihren Kunden allerdings einen Zinssatz, der deutlich über dem Leitzins liegt. Grund ist nicht zuletzt die große Konkurrenz unter den Anbieter, die mit besonders vielversprechenden Angeboten Neukunden gewinnen wollen und daher den Zinssatz der EZB deutlich übersteigen. Oft gibt es daher gerade für Neukunden einen besonders günstigen Zinssatz. Wichtig ist in solchen Fällen, zu überprüfen, wie lange das Angebot gilt und ob es sich auch noch rentiert, wenn der Neukundenrabatt ausgelaufen ist.

In welchen Intervallen die Zinsen auf das Guthaben gutgeschrieben werden, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter und geht von jährlichen bis hin zu monatlichen Zahlungen. Anleger profitieren vor allem von kürzeren Intervallen, denn so macht sich der Zinseszins-Effekt am deutlichsten bemerkbar.

So verlockend der Zinssatz einer bestimmten Bank auch sein mag, das Problem beim Tagesgeld liegt darin, dass die Anbieter ihren Zinssatz täglich ändern können. Mit einem garantierten Zinssatz, wie er beim Festgeld geboten wird, können Tagesgeld-Anleger daher nicht rechnen.

Tagesgeld mit seinen Vor- und Nachteilen

Im Vergleich mit alternativen Anlageformen wie Sparbuch, Festgeld oder Aktienfonds zeigt sich, dass Tagesgeld sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringt.

Gute Verzinsung

Guthaben jederzeit zugänglich

Kündigung jederzeit möglich

Verwaltung des Kontos i. d. R. kostenfrei

Keine Verluste durch Kursschwankungen

Einlagensicherung bis mind. 100.000, – €

Keine Kalkulierbarkeit des Gewinns aufgrund wechselnder Zinsen

Zinssatz kann täglich gesenkt werden

Tagesgeldkonto nicht für den Zahlungsverkehr

Referenzkonto erforderlich

Flexible Geldanlage

Tagesgeld wird gerne als die moderne und attraktivere Alternative zum Sparbuch bezeichnet. Tatsächlich zeigt der Vergleich, dass ein Tagesgeldkonto mit sehr viel besseren Zinsen punkten kann und deutlich flexibler ist, da es weder ein Ausgabenlimit noch eine Kündigungsfrist gibt. Nicht aus dem Blick verloren werden darf bei diesem Vergleich allerdings, dass Tagesgeld – anders als Geld vom Sparbuch – nicht sofort verfügbar ist, da es zunächst auf das Referenzkonto überwiesen werden muss, um von dort aus darauf zugreifen zu können. Nur wenige Anbieter geben zum Tagesgeldkonto auch eine Bankkarte heraus, mit der Geld am Automaten verfügbar ist, solche Karten besitzen allerdings keine Bezahlfunktion.

Auch verglichen mit Festgeld ist es die hohe Flexibilität, mit der Tagesgeldkonten punkten können. Sie ermöglichen eine relativ rentable Geldanlage, bei der der Sparer dennoch jederzeit auf das Geld zugreifen kann.

Sichere Geldanlage

Das Guthaben auf einem Tagesgeldkonto unterliegt der Einlagensicherung, wodurch Tagesgeld zu einer sehr sicheren Geldanlage wird. Seit 2011 gilt für die gesamte Europäische Union die gesetzliche Einlagensicherung. Nach dieser ist Guthaben bis zu einer Höhe von 100.000, – € geschützt; das heißt, selbst im Falle einer Insolvenz der Bank ist pro Kunde das Guthaben auf dem Sparkonto bis 100.000, – € gesichert. Da diese Regelung für die gesamte Europäische Union gilt, können Verbraucher bedenkenlos bei jeder europäischen Bank ein Tagesgeldkonto eröffnen, ohne den Verlust ihrer Anlage fürchten zu müssen.

Viele Banken bieten neben der gesetzlichen Einlagensicherung noch weitere Absicherungen über sogenannte Einlagensicherungsfonds an, wodurch sich die Höhe des gesicherten Guthabens auf eine Summe von mehr als 100.000,- € erhöht.

Ein weiterer Bonus von Tagesgeld ist, dass es keinen Kursschwankungen unterliegt, sondern ausschließlich vom gewährten Zinssatz abhängig ist. Verluste der Einlagen müssen also nicht befürchtet werden, wie es bei spekulativen Anlageformen wie etwa Aktienfonds der Fall ist.

Tagesgeld nicht für längerfristige Anlagen 

So sicher eine Tagesgeldeinlage ist, umso schwieriger ist die Kalkulierbarkeit des Gewinns, denn die Verzinsung kann sich täglich ändern. Dieses Risiko lässt sich nur durch die Wahl einer Bank mit garantierter Verzinsung ausschließen. Zudem fallen die Zinsen für ein Tagesgeldkonto im Allgemeinen schlechter aus als bei längerfristigen Anlagen.

Für wen eignet sich ein Tagesgeldkonto?

Da Tagesgeld sich durch seine besondere Flexibilität auszeichnet, eignet es sich für alle, die jederzeit auch kurzfristig auf ihr Geld zugreifen wollen. Es bietet sich auch als Ansparmöglichkeit, wenn man einen Geldbetrag zur Verfügung hat, aber noch nicht weiß, wann man das Geld braucht. Ein Tagesgeldkonto bietet sich auch an, um einen Betrag zunächst zu „parken“ wenn man auf der Suche nach einer geeigneten langfristigen Anlagemöglichkeit ist.

Alleinige Sparanlage?

Die Frage, ob sich Tagesgeld als alleinige Sparanlage lohnt, muss individuell beantwortet werden und ist von der finanziellen Situation des Einzelnen abhängig. Wer keinen großen Betrag zur Verfügung hat und an dieses Geld jederzeit flexibel drankommen will, für den ist ein Tagesgeldkonto zunächst ausreichend. Steht jedoch ein größerer Betrag zur Verfügung, empfiehlt es sich immer, das Sparvermögen aufzuteilen und in unterschiedliche Geldanlagen zu stecken.

Autor
Charlotte Bodinek
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