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Kredit kündigen – aber wie? So funktioniert die vorzeitige Rückzahlung
Kann man seinen Ratenkredit überhaupt kündigen? Und hat der Kreditgeber das Recht, den Vertrag zu kündigen? Ja und ja. Allerdings hängt die Kündigung des Kreditvertrages vom Zeitpunkt des Vertragsschlusses ab – und kann unter Umständen etwas teuer werden.
von Susanne Herrenbrück
© AntonioGuillem / iStock

Am 11. Juni 2010 trat die neue Verbraucherkreditrichtlinie in Kraft – seitdem ist es für Kreditnehmer sehr viel einfacher geworden, einen bestehenden Kreditvertrag zu kündigen. Wobei eine Kündigung im Falle eines Ratenkredits bedeutet, dass dieser vorzeitig teilweise oder ganz zurückbezahlt werden kann. Und zwar – seit Inkrafttreten der Verbraucherkreditlinie – jederzeit, ohne Wahrung irgendwelcher Kündigungsfristen.

Kann ein Kredit vorzeitig gekündigt werden?

Ob ein Kredit vorzeitig gekündigt werden kann, hängt auch mit den vereinbarten Konditionen zusammen. Achten Sie bei der Kreditbeantragung darauf, dass kostenlose Sondertilgungen möglich sind. Das wird nicht von jedem Kreditgeber gewährleistet, ist jedoch für den Kreditnehmer eine große Entlastung.

Sondertilgung oder gesamte Vorauszahlung?

Als Kreditnehmer kann es sich durchaus ergeben, dass man bereits vor Ende der Kreditlaufzeit in der Lage ist, den Betrag zurückzuzahlen. Das lohnt sich besonders aufgrund der Zinsen, die dann nicht länger anfallen. Zudem ist es eine große finanzielle und mentale Entlastung, wenn der Kredit abbezahlt ist und man nicht mehr auf den Schulden sitzt.


Es gibt die Möglichkeiten, den noch ausstehenden Betrag im Ganzen zu zahlen. Eine andere Option ist es, Sondertilgungen zu machen, um die Abbezahlung zwar nicht auf einmal, jedoch deutlich schneller erledigt zu haben. Wann sich welche der Rückzahlungsoptionen lohnt, ist individuell und kann nicht pauschal gesagt werden.

Eine weitere Möglichkeit ist die, den Kredit umzuschulden. Denn auch dadurch können Kreditnehmer Zinsen sparen, wenn sie einen günstigeren Anbieter finden, der einen zinsgünstigeren Kredit gewährt.

Vorzeitige Rückzahlung kostet

Was zunächst so verlockend klingt, ist jedoch nicht kostenlos. Wer vorzeitig von seinem Kreditvertrag zurücktritt, vermeidet zwar so Zinszahlungen. Jedoch hat der Kreditgeber die Möglichkeit, eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung zu verlangen.

Allerdings ist diese vom Gesetzgeber gedeckelt. Das bedeutet, dass der Kreditgeber bei Krediten mit einer Restlaufzeit unter 12 Monaten nicht mehr als 0,5 % des Restsaldos und bei Krediten mit einer Restlaufzeit von mehr als 12 Monaten nicht über 1 % des Restsaldos verlangen darf.

Kündigung durch die Bank

Für den Kreditgeber ist die Kündigung des Ratenkredits ungleich schwieriger. So darf dieser nur kündigen, wenn folgende drei Bedingungen erfüllt sind:

  1. Mindestens zwei aufeinanderfolgende Raten wurden nicht geleistet.
  2. Es bestehen Ratenrückstände von mindestens 5 % (bei einer Laufzeit von mehr als 3 Jahren) bzw. mindestens 10 % (bei einer Laufzeit von unter 3 Jahren) des Nennbetrags des Darlehens.
  3. Der Kreditgeber hat in einer dritten Mahnung die Kündigung des Ratenkredits angedroht – und zwar unter Wahrung einer zweiwöchigen Frist und mit Verweis auf die Folgen.

Wurden alle drei Bedingungen erfüllt, ist die Kündigung seitens des Kreditgebers rechtens. Wenn nicht, hat der Kreditnehmer die Möglichkeit, gegen die Auflösung des Kreditvertrags vorzugehen.

von Susanne Herrenbrück
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