Finanzen

Kreditkarte: Weltweit bargeldlos zahlen

Das Bargeld ist auf dem Rückmarsch. Kartenzahlung ist inzwischen Alltag geworden. Immer mehr Menschen haben häufiger ihre Kreditkarte in der Hand als einen Geldschein. Nicht zuletzt hat auch der wachsende Markt des Online-Shoppings den Siegeszug der Kreditkarte begünstigt. Zeit also, sich mal anzuschauen, wie eine Kreditkarte überhaupt funktioniert.

Mit Karte, bitte. Immer mehr Menschen ziehen Kreditkarten dem Bargeld vor. © luchunyu/thinkstock

Bargeldlos Bezahlen – ob mit EC- oder Kreditkarte – ist mittlerweile fast überall möglich. Während bei der Bezahlung mit EC-Karte das Konto des Kunden unmittelbar belastet wird, funktionieren Kreditkarten nach einem anderen Prinzip und gewährend ihrem Inhaber eine Art Kurzzeitkredit. Das gilt zumindest für Kreditkarten im herkömmlichen Sinne. Besonders im deutschsprachigen Raum wird der Begriff der „Kreditkarte“ jedoch nicht einheitlich verwendet, sondern umfasst auch Karten, bei denen es sich nicht um Kreditkarten im klassischen Sinne handelt, wie Charge-, Debit- oder Prepaidkarten.

Was ist eine Kreditkarte?

Mit einer Kreditkarte lässt sich die eigene Liquidität kurzfristig erhöhen, denn sie ermöglicht Zahlungen oder Barabhebungen, die über das eigene Guthaben hinausgehen, ähnlich wie ein Dispokredit. Anders als bei einem Dispokredit wird der Kredit durch eine Kreditkarte für einen festgesetzten Zeitraum zinslos zur Verfügung gestellt. Erfolgt die Rückzahlung allerdings nicht fristgerecht, fallen auch hier Zinsen an.

Persönlicher Verfügungsrahmen

Wie große der Verfügungsrahmen der Kreditkarte ist, wird zwischen dem Herausgeber der Kreditkarte und dem Kunden vereinbart. Abhängig vom Einkommen bewegt er sich meist zwischen 2.000, – und 5.000, – €. In der Regel haben Kunden die Möglichkeit, diese Kreditlinie anzupassen. Eine Maßnahme, die besonders vor längeren Auslandsaufenthalten sinnvoll sein kann.

Die Nutzung der Kreditkarte ist also im Rahmen eines persönlichen Verfügungsrahmens möglich. Der tatsächlich genutzt Betrag wird nach einer vertraglich festgelegten Zeit vom Konto des Karteninhabers abgebucht oder in Rechnung gestellt. Im Allgemeinen findet die Abbuchung innerhalb einer Frist von 30 Tagen statt.

Bontität erforderlich

Da das Kreditkartenunternehmen seinen Kunden Geld vorsteckt, ist die Voraussetzung für den Erhalt einer Kreditkarte eine ausreichende Bonität. In der Regel erfolgt vor Ausgabe der Karte eine Schufa-Prüfung bzw. eine Beurteilung der Bonität des Kunden. Im Rahmen dessen wird auch die persönliche Kreditlinie bemessen.

Weitere Voraussetzung für den Erhalt einer Kreditkarte ist ein Girokonto, über das die Kartenumsätze abgebucht werden können.

Wie funktioniert das System „Kreditkarte“?

Kreditkarten funktionieren über ein Drei-Parteien-System:

  1. Karteninhaber
  2. Kreditkartenunternehmen
  3. Vertragsunternehmen bzw. der Händler, der die Karte als Zahlungsmittel akzeptiert

Während für den Karteninhaber die Nutzung der Karte gewöhnlich gebührenfrei ist (zumindest im Inland), zahlt der Händler bei jedem Kauf, der mit Kreditkarte getätigt wird, eine Provision an das Karteninstitut. Diese Gebühren liegen bei 1 bis 5 % des Umsatzes, anhängig von der Branche und individuellen Vereinbarungen zwischen Händler und Kartenanbieter. Letzterer garantiert dafür für die Zahlung und trägt das Risiko, wenn der Kunde seine Rechnung nicht begleichen kann.

Spezielle Kreditkarten
Auf folgenden Seiten finden Sie Kreditkarten interessante Leistungen.

Vor- und Nachteile der Zahlung auf Pump

Vorteile

Kreditkarten sind nicht umsonst eines der beliebtesten Zahlungsmittel. Sie ermöglichen weltweit bargeldloses Zahlen und die großen Anbieter wie VISA, MasterCard oder American Express werden vielerorts akzeptiert.

Anders als bei einer Überweisung oder Zahlung per Rechnung, findet die Zahlung bei Nutzung der Kreditkarte sofort statt. Das erleichtert und beschleunigt Online-Bestellungen und internationale Transaktionen deutlich. Zugleich fallen aber keine zusätzlichen Kosten an, wie es bspw. bei Zahlung per Nachnamen oder Rechnung oft der Fall ist.

Nachteile

Immer wieder wird aber auch davor gewarnt, dass Kreditkarten der beste Einstieg in die Schuldenfalle sind. Durch die Möglichkeit mehr auszugeben, als man tatsächlich hat, kann eine Kreditkarte dazu verführen, über die eigenen Verhältnisse zu leben. Und ist das Konto zum Zeitpunkt der Abbuchung nicht ausreichend gedeckt, fallen schnell zusätzliche Kosten für die Überziehung des eigenen Verfügungsrahmens an. Bei der Nutzung einer Kreditkarte ist es daher besonders wichtig, immer einen Überblick über die eigenen Finanzen zu haben.

Obwohl Kreditkarten weltweit genutzt werden, ist ihre Akzeptanz mitnichten flächendeckend. Nach wie vor gibt es viele Geschäfte und Unternehmen, die eine Zahlung per Kreditkarte nicht akzeptieren, das gilt insbesondere für Deutschland. In vielen anderen Ländern haben Kreditkarten eine deutlich höhere Akzeptanzrate, allen voran in den USA.

Welche Kosten fallen an?

Welche Jahresgebühr für eine Kreditkarte anfällt variiert stark, abhängig von Anbieter und Art der Karte. Während manche Karten komplett ohne Gebühr auskommen, müssen für andere weit über 100, – € gezahlt werden. Allerdings bieten hochpreisige Kreditkarten in aller Regel auch Leistungen, die über den einfachen Zahlungsverkehr hinausgehen.

Neben den Jahresgebühren kann auch die Nutzung der Karte Kosten verursachen. Zumindest im Inland ist das Zahlen mit Karte meist unentgeltlich, im Ausland allerdings werden häufig Gebühren erhoben. Je nach Anbieter gibt es aber auch im Ausland Karten, die kostenlos eingesetzt werden können.

Auch Bargeld kann mit einer Kreditkarte abgehoben werden. Allerdings sollt vor Nutzung dieser Option überprüft werden, welche Kosten der Anbieter hierfür berechnet, denn in manchen Fällen sind diese empfindlich hoch.

Wer seine Kreditkarte als Hauptzahlungsmittel nutzt, kann bei manchen Anbietern sogar von Guthabenzinsen profitieren. D. h. wird die Karte mit einem positiven Kreditkontosaldo geführt, wird dieses Guthaben verzinst. So kann die Kreditkarte im Prinzip wie ein Tagesgeldkonto genutzt werden.

Was gibt es für Kreditkarten?

Bei einer klassischen Kreditkarte findet monatlich eine Abrechnung aller erworbenen Waren und Dienstleistungen statt. Je nach Vertrag ist die Rechnung unmittelbar oder in Raten zu begleichen. In Deutschland ist die Ratenzahlung allerdings weniger üblich. Unabhängig von der Art der Rückzahlung kann die Karte im Folgemonat wieder innerhalb des persönlichen Verfügungsrahmens belastet werden.

Chargekarten

Die Abrechnung bei einer Chargekarte läuft über monatliche Rechnungen, die dem Besitzer zugestellt werden und die innerhalb einer gesetzten Frist beglichen werden müssen. Je nach Zeitpunkt des Kaufs variiert so die Dauer des zinslosen Kredits. Chargekarten sind der Kartentyp, der in Deutschland am häufigsten ist.

Debitkarten

Bei Debitkarten handelt es sich nicht um Kreditkarten im eigentlichen Sinne. Das liegt daran, dass das Konto des Kreditkarteninhabers nach der Zahlung direkt belastet wird. Der Inhaber nutzt daher zu keinem Zeitpunkt einen Kredit.

Daily-Charge-Karten

Relativ neu ist das System Daily-Charge, bei dem die Abrechnung über ein technisches Kartenkonto läuft. Dieses Konto kann im Guthaben geführt werden, zusätzlich verfügt der Karteninhaber über einen Kreditrahmen. Auch hier findet die Abrechnung monatlich statt und die Soll-Beträge werden direkt vom Konto des Kunden abgebucht.

Prepaid-Karte

Auch Prepaid-Karten sind keine Kreditkarten im klassischen Sinne, da sie auf Guthabenbasis funktionieren. Prepaid-Karten müssen vor der Nutzung mit einem Guthaben aufgeladen werden. Werden sie zur Zahlung genutzt, wird der entsprechende Betrag von der Karte abgebucht.

Kreditkartenanbieter

Es gibt vier große Gesellschaften, die führend sind auf dem Kreditkartenmarkt: American Express, Diners Club, MasterCard und VISA.

Während MasterCard und VISA ihre Karten über Bankinstitute anbieten, vertreiben American Express und Diners Club ihre Karten direkt. Die Karten der einzelnen Anbieter haben eine unterschiedliche Akzeptanz.

Sowohl international als auch in Deutschland sind MasterCard und VISA mit den meisten Akzeptanzstellen vertreten, wobei VISA in diesem Vergleich geringfügig besser aufgestellt ist. Karten von American Express und Diners Club hingegen stoßen in Deutschland immer wieder an ihre Grenzen und werden vielerorten nicht akzeptiert.

Karten haben unterschiedliche Standards

Kreditkarten beschränken sich inzwischen nicht mehr auf den reinen Zahlungsverkehr. Durch Standards von Classic bis Platin kann das Leistungsspektrum der Karte deutlich erhöht werden. Besonders die Karten mit (hohen) Jahresgebühren verfügen über zusätzliche Funktionen wie Bonusprogramme, Rabatte bei Kooperationspartnern, Reiseversicherungen oder VIP-Services. Zusätzlich erhöht sich mit dem Standard der Karte auch der Kreditrahmen, der dem Kunden eingeräumt wird.

Autor
Charlotte Bodinek
Erste Veröffentlichung
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