Unfallversicherung

Vertragsarten der Unfallversicherung

Auch bei der privaten Unfallversicherung existiert eine Fülle verschiedener Vertragsarten, die unterschiedliche Leistungen enthalten und kombinieren.

Welche dieser Vertragsarten am besten passt, kann nicht pauschal festgelegt, sondern muss individuell geprüft und entschieden werden. Die gängigsten Vertragsarten sind die dynamische, die lineare sowie die progressive Variante der Unfallversicherung.

Dynamische Unfallversicherung

Wird eine dynamische private Unfallversicherung abgeschlossen, erhöhen sich die Beiträge und Leistungen jährlich um einen bestimmten Prozentsatz. Dieser Prozentsatz kann entweder vertraglich festgeschrieben oder an den Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung gekoppelt werden, um der Inflation entgegen zu steuern. Dies ist besonders bei Unfallversicherungen mit langen Laufzeiten zu empfehlen, bei Verträgen mit kurzen Laufzeiten spielt die Inflation eine geringe Rolle.

Lineare Unfallversicherung

Bei einer linearen Unfallversicherung entspricht der Prozentsatz der Leistungen immer genau dem Invaliditätsgrad. Beträgt der Invaliditätsgrad nach einem Unfall also 25 %, erhält der Versicherte 25 % der vertraglich vereinbarten Versicherungssumme, sodass alle Invaliditätsgrade gleichmäßig abgesichert sind. Da die meisten Unfälle einen Invaliditätsgrad von unter 25 % zur Folge haben, ist diese Vertragsart für die meisten Versicherungsnehmer sinnvoll, doch für gefährliche Berufe und Freizeitaktivitäten bietet eine lineare Unfallversicherung keinen umfassenden Schutz.

Progressive Unfallversicherung

Für diese Fälle kann eine progressive Unfallversicherung (Progressionsvereinbarung) sinnvoll sein. Zwar gibt es hier anfangs auch einen linearen Verlauf, doch für höhere Invaliditätsgrade (die meisten Versicherungsunternehmen setzen diesen Wert bei 26 % an) steigt die Leistung überproportional an. Das Ausmaß dieses Anstiegs wird vertraglich geregelt.

Mehrleistungstarife

Die Besonderheit von Mehrleistungstarifen liegt in der Möglichkeit die vertraglich vereinbarte Versicherungssumme ab einem bestimmten Invaliditätsgrad zu verdoppeln.

Bei all diesen Vertragsarten muss beachtet werden, dass die Vereinbarung höherer Leistungen mit höheren Beiträgen einhergeht. Schlussendlich bleibt die private Unfallversicherung ein Kompromiss zwischen dem gewünschten Schutz und der Finanzierbarkeit.

Autor
Johanna Schödel
Erste Veröffentlichung
Letzte Aktualisierung