Riester-Rente

Kann man einen Riester-Vertrag für Kinder abschließen?

Vorsorgen für die eigenen Kinder oder die Enkel - mit einem langfristigen Sparplan schaffen Eltern, Großeltern oder Verwandte frühzeitig Vermögen, das den Kindern ab dem 18. Lebensjahr zur Verfügung stehen kann. Bei einigen Versicherern oder Fondsanbietern gibt es Riester-Fondssparpläne, die bereits ab Geburt abgeschlossen werden können, aber ist eine solche Kombination überhaupt sinnvoll?

Riester-Rente für Kinder – lohnt sich das?

Die staatliche Förderung für Riester-Sparer gibt es erst, wenn die versicherte Person in dem Vertrag gesetzlich rentenpflichtversichert ist. Bis zum Beginn der Ausbildung des Kindes gibt es also keine staatliche Förderung. Riester-Fondssparpläne sind in der Ansparphase von der Abgeltungssteuer befreit. Wenn Sie sich für einen normalen Fondssparplan für Ihr Kind entscheiden, fällt in jedem Jahr theoretisch Abgeltungssteuer an, wenn Ihr Kind eine Rendite oberhalb des Sparerfreibetrags von 801 € über alle Anlageformen erreicht.

Wenn Ihr Kind aber sonst keine weiteren Einkünfte erzielt, gilt zusätzlich der Grundfreibetrag in Höhe von 8.652 € in 2016. Das bedeutet, dass für die Kapitaleinkünfte des Kindes keine Steuern anfallen, solange die Einkünfte unter dem Grundfreibetrag bleiben. Selbst bei einem monatlichen Sparbeitrag von 400 € und einer angenommenen Rendite von 6 % erreichen die Einkünfte des Kindes diese Grenze erst nach 17 Jahren. Die üblichen Sparraten für Sparpläne bei Kindern liegen aber deutlich darunter, in den meisten Fällen werden zwischen 10 € und 50 € monatlich investiert.

Im Gegensatz zur möglichen Rendite stehen aber die Verwaltungs- und Abschlusskosten eines Fondssparplans über einen Anbieter. Selbst bei reinen Fondsanbietern, die auf einen Versicherungsmantel verzichten, sind mit mindestens 5 % Nebenkosten für die monatliche Einzahlung zu rechnen, dazu kommen noch einmalige Abschlusskosten in variabler Höhe. Wenn sich das begünstigte Kind gegen eine Fortführung des Vertrags entscheidet, erhält es unter Umständen nicht einmal die gesamten eingezahlten Beiträge zurück, weil die Verwaltungskosten und die einmaligen Abschlusskosten in Abzug gebracht werden.

Unterm Strich ist der Abschluss eines Riestervertrags für Kinder nicht empfehlenswert. Hohe Gebühren und praktisch keine steuerlichen Vorteile machen Riesterverträge für Kinder vollkommen unattraktiv.

Alternativen für Sparpläne für Kinder

Es gibt genügend Alternativen, um ohne hohe Gebühren und langfristige Verträge Geld für Ihr Kind anzusparen. Ein einfaches Tagesgeldkonto kann bereits ausreichen. Die gewünschte Sparrate wird jeden Monat bequem per Lastschrift eingezogen und das vorhandene Kapital ist tagesaktuell verfügbar und kann jederzeit anderweitig verwendet werden. Die Zinsen für Tagesgeldkonten bewegen sich durch die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken allerdings im unteren Bereich, mehr als 0,5 % sind nur noch bei wenigen Anbietern dauerhaft möglich.

Mehr Rendite können Sie mit einem Aktiendepot erwirtschaften. Investieren Sie nicht in einzelne Aktien, sondern am besten in einen Exchange Traded Fund (ETF), der die Entwicklung bestimmter Indizes passiv abbildet. Im Vergleich zu einem aktiv gemanagten Aktienfonds ist die Kostenquote bei einem ETF deutlich geringer. ETFs und Aktienfonds lassen sich tagesaktuell an der Börse handeln und können ebenfalls schnell aufgelöst werden, wenn das Kapital anderweitig verwendet werden soll. Achtung: Bei einigen Anbietern gibt es Mindestsparraten für Sparpläne.

Autor
Susanne Herrenbrück
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