Finanzen

Aktiendepot – die Basis für alle Wertpapiergeschäfte

Als Basis für die Abwicklung aller Art von Wertpapiergeschäften ist ein Aktiendepot die Grundvoraussetzung für den Handel an der Börse.

Mit einem Aktiendepot lassen sich Wertpapiere verwalten. © Pashalgnatov/thinkstock

Salopp ausgedrückt handelt es sich bei einem Aktiendepot (auch Depotkonto) um ein virtuelles Bankschließfach, in dem Wertpapierbestände verbucht werden. Es ist im Grunde ein Konto, auf dem keine Geldbestände liegen, sondern mit dem die Abwicklung (d. h. der Kauf und Verkauf sowie die Übertragung) von Aktien vorgenommen werden kann.

Geldanlage in Aktien

Bei Aktien handelt es sich um Wertpapiere, die Anteile am Eigenkapital einer Aktiengesellschaft darstellen.

Eine Aktiengesellschaft (AG) ist eine Unternehmensform, die vor allem für große Unternehmen interessant ist. Durch den Verkauf von Aktien kann ein hohes Kapital erzielt werden. Kommt es zum Konkurs der Firma, sinkt das Aktienkapital, das private Vermögen der Geschäftsführung bleibt aber unberührt.

Aktienhandel ist eine beliebte Investitionsform, denn mit der richtigen Strategie können an der Börse außerordentliche Gewinne erzielt werden. Steigende Aktienkurse führen zu einer Vermehrung des investierten Vermögens. Auf der anderen Seite besteht immer auch die Gefahr, dass der Kurs fällt und Anleger Verluste machen. Aufgrund des hohen Risikos, das mit dem Aktiengeschäft einhergeht, ist juristisch vorgeschrieben, dass Anleger über die Möglichkeit des Totalverlusts aufgeklärt werden, ehe sie an der Börse aktiv werden.

Zwischen Risiko und Sicherheit

Um einen Totalverlust durch Kursabstürze zu vermeiden, kann ein Aktiendepot auf einen bestimmten Wert begrenzt werden. Das ist durch sogenannte Stop-Loss-Oders möglich. Für eine Stop-Loss-Order definiert der Anleger sein persönliches Risiko, indem er einen Kurs unterhalb der aktuellen Notierung bestimmt. Sinkt die Aktie unter diesen Kurs, wird sie verkauft. Auf diese Weise lassen sich Verluste abgrenzen. Welche Spanne gesetzt wird, liegt im Ermessen des Anlegers, eine Faustregel gibt es nicht. Viele Anleger wählen einen 10 %-Rahmen; dabei muss jedoch bedacht werden, dass manche Papiere sehr starke Schwankungen aufweisen (bspw. die TecDax-Aktie), in einem solchen Fall sollte daher ein entsprechend größerer Rahmen gewählt werden.

Befindet sich eine Aktie im Aufwärtstrend, ist es sinnvoll den Stop-Kurs sukzessive nach oben anzupassen, damit die Kurslücken nicht allzu groß werden.

Risikofreude vorausgesetzt

Nicht jeder ist für das Geschäft an der Börse gemacht. An den Aktienkauf sollte sich nur wagen, wer sich des impliziten Risikos von Aktiengeschäften bewusst ist und es in Kauf nehmen kann und will. Der Handel mit Aktien ist daher für risikobewusste und performanceorientierte Investoren geeignet.

Wie funktioniert der Aktienhandel mit einem Depot?

Wer sein Geld in Aktien investieren möchte, muss sich zuerst für eine Bank entscheiden, bei der er ein Aktiendepot eröffnet. Die Bank übernimmt dann im Prinzip die Rolle des Brokers für den Kunden und kauft und verkauft die gewünschten Wertpapiere.

Über das Depotkonto werden allerdings lediglich die wertpapierseitigen Buchungen des Aktienhandels abgewickelt. Geldmäßige Buchungen laufen über das Girokonto – das betrifft Kaufpreis, Erlös, Zins- und Dividendengeschäft. Üblicherweise fallen für ein Aktiendepot Gebühren an, die nach Höhe und Art der Bestände gestaffelt sind.

Einzel- oder Gemeinschaftskonto?

Genau wie ein  Girokonto auch, kann ein Depotkonto als Einzel- oder Gemeinschaftskonto geführt werden. Bei einem gemeinschaftlich geführten Depotkonto wird bei der Eröffnung festgelegt, ob jeder Kontoinhaber über das Depot verfügen kann oder ob es eine gemeinsame Verfügung durch sämtliche Kontoinhaber gibt. In einem solchen Fall können Transaktionen nur mit Zustimmung aller Inhaber vorgenommen werden.

Wie der Wertpapierhandel abgewickelt wird, ist abhängig von der Bank. Je nachdem, ob man das Konto bei einer Filial-, Privat- oder Direktbank abgeschlossen hat, können die Transaktionen persönlich, telefonisch oder online vorgenommen werden.

Abwicklung der Transaktion

In der Regel bieten die meisten Banken Unterstützung bei der Wahl der Aktien und Beraten ihre Kunden in Hinblick auf die verfolgte Anlagestrategie darüber, welche Wertpapiere besonders gut geeignet sind. Direktbanken allerdings, die über kein eigenes Filialnetz verfügen, bieten einen solchen Service in den wenigsten Fällen.

Die Gebühren nicht aus den Augen verlieren

Für welches Depot sich ein Anleger entscheidet, ist in erster Linie von den eigenen Ansprüchen abhängig. Wer auf Kursschwankungen schnell reagieren will, sollte sich für ein Aktiendepot entscheiden, das über Telefon oder Internet verwaltet werden kann, um so vollkommen flexibel zu bleiben. Anleger, die besonderen Wert auf Beratung legen und langfristige Strategien verfolgen, sind mit einem Konto bei einer Filialbank am besten beraten, da diese vollkommen auf den Kunden ausgerichtet sind und persönliche Beratung bieten. Zudem sollte bei der Eröffnung eines Aktiendepots berücksichtigt werden, ob es auch alle Optionen bereithält, die für die eigene Anlagestrategie erforderlich sind. Besonders wichtig ist neben der Geschwindigkeit, mit der Transaktionen durchgeführt werden können, auch die Frage nach der Möglichkeit des Aktienhandels auf ausländischen Börsen. Nicht jede Bank ermöglicht ihren Kunden einen solchen Handel.

Elementar ist auch die Berücksichtigung der Gebührenstruktur: In der Regel fallen für ein Aktiendepot Gebühren an. Wie diese ausfallen, variiert jedoch von Bank zu Bank. Dabei liegt der Unterschied nicht nur in der Höhe der Gebühren, sondern auch in der Berechnungsform. Manche Banken erheben jährliche Gebühren für das Konto oder stellen bei der Eröffnung des Depots eine Rechnung aus. Direktbanken kommen meist ohne Jahresgebühr aus, in der Regel fallen hier dann jedoch für alle Transaktionen Kosten an; dabei kann es sich um Pauschalen handeln, oft ist die Höhe jedoch abhängig von der Größe des Ordervolumens.

Neben diesen Order- und Jahresgebühren müssen auch die Nebenkosten im Auge behalten werden die beim Aktienhandel anfallen wie beispielsweise Steuern auf Kursgewinne und Dividenden. Umsätze, die Anleger mit ihrem Depotkonto machen, werden von der Bank direkt an das Finanzamt weitergeleitet.

In Deutschland gibt es seit 2009 die Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge. Gewinne und Dividendenzahlungen werden pauschal mit 25 % besteuert.

Autor
Charlotte Bodinek
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