Strom

Stromanbieter: Vielfalt in Deutschland

Der Strommarkt in Deutschland ist vielfältig und es herrscht ein reger Wettbewerb im Energiegeschäft. Verbraucher können unter weit über 1.000 Anbietern wählen, der große Konkurrenzkampf unter den Anbietern beschert dem Kunden viele Sparmöglichkeiten.

1998 wurde der Strommarkt in Deutschland liberalisiert. © rclassenlayouts/thinkstock

Die heutige Angebotsvielfalt auf dem Strommarkt hat nicht schon immer bestanden. Erst 1998 wurde das staatliche Monopol aufgelöst und der Markt liberalisiert. Seitdem ist er deutlich vielfältiger geworden. Stromanbieter sind sowohl die Stromerzeuger selbst als auch regionale Versorgungsunternehmen, Stadtwerke oder Gemeindeversorger, private lokale Stromanbieter, Stromhandelsunternehmen und Ökostromanbieter. Zudem haben sich neben den nationalen inzwischen auch eine Reihe internationaler Anbieter etabliert, die ihren Strom am deutschen Markt anbieten. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass das steigende Angebot auch das Sparpotential für den Verbraucher deutlich erhöht hat.

Strommarktakteure: Wer auf dem Strommarkt mitmischt
Stromerzeuger Produzieren den Strom
Stromhändler Kaufen und verkaufen Strom am Großhandelsmarkt und an der Strombörse
Stromnetzbetreiber Zuständig für die Verteilung über das Stromnetz
Stromanbieter Beliefern den Endverbraucher mit Strom

Ehemalige Situation

Vor der Öffnung des Strommarktes herrschte eine dreistufige Versorgungsstruktur in Deutschland. Preis und Einzugsgebiet wurden staatlich reguliert. Stromlieferanten waren überregionale, regionale und kommunale Versorgungsunternehmen, die in der Regel den Städten oder Kommunen angehörten.

Bundesnetzagentur

Zwar wurden die Erzeugung und der Verkauf von Strom in Deutschland inzwischen aus der staatlichen Hand genommen, ganz frei vom staatlichen Einfluss ist der Strommarkt dennoch nicht. Die Bundesnetzagentur kümmert sich um die Förderung und Regelung des Wettbewerbs in den sogenannten Netzmärkten. Sie stellt sicher, dass die allgemeine Stromversorgung gewährleistet ist. D. h. Stromunternehmen müssen garantieren, dass ihre Kunden jederzeit mit Strom versorgt werden; ein Ausfall im Stromnetz muss kompensiert werden können, beispielsweise durch Heranziehen eines anderen Netzes.

Die Bundesnetzagentur ist die oberste deutsche Regulierungsbehörde mit Sitz in Bonn. Sie ist zuständig für den Wettbewerb auf den fünf Netzmärkten Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnverkehr.

Zudem kontrolliert und genehmigt die Bundesnetzagentur Nutzungsentgelte auf dem Strommarkt und schafft für den Endverbraucher einen diskriminierungsfreien Zugang zu den Stromnetzen.

Vier Energieriesen

Auch wenn der deutsche Strommarkt inzwischen für alle Anbieter geöffnet ist, dominieren faktisch vier Energieriesen, die ihre regionalen Schwerpunkte haben. Der weltweit größte Anbieter und Marktführer in Deutschland ist E.ON, der Zweitgrößte unter den Riesen ist RWE. Gemeinsam mit der EnBW AG und der Vattenfall Europe AG dominieren diese vier Konzerne den Strommarkt in Deutschland.

Die Riesen verlieren an Macht

Während der Marktanteil der Energieriesen vor wenigen Jahren noch bei rund 80 % lag, ist er in den letzten Jahren allerdings stetig gesunken. Noch immer wird zwar ein Großteil des Stromangebots von diesen Anbietern kontrolliert (nicht zuletzt auch, da die kleineren Anbieter auf die Netze der großen angewiesen sind und Netznutzungsentgelte zahlen müssen), doch durch die Aufsicht der Bundesnetzagentur können diese Entgelte einen bestimmten Rahmen nicht mehr überschreiten.

Zudem haben – neben der Energiewende, die sich in den letzten Jahren auf dem Strommarkt zunehmend bemerkbar macht – Verbraucher inzwischen eine größere Sensibilität in Hinblick auf das Sparpotential beim Stromvertrag entwickelt und wechseln häufiger den Anbieter. Hinzu kommt, dass auch zunehmend mehr Wert auf die Unterstützung von nachhaltigem Strom und lokalen, kleineren Anbietern gelegt wird.

Autor
Charlotte Bodinek
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