Unfallversicherung

Deckt die Unfallversicherung einen Bandscheibenvorfall ab?

Inzwischen sind Probleme mit den Bandscheiben schon fast zur Volkskrankheit geworden. Denken Sie nur mal an Ihren eigenen Bekanntenkreis – mindestens eine Person wird mit Sicherheit davon betroffen sein.

Dabei ist eine Schädigung der Bandscheibe ganz unabhängig vom Alter, inzwischen sind immer mehr Erwachsene um die 30 die Leidtragenden. Dabei ist mit solch einer Schädigung nicht zu spaßen: Immense Schmerzen und starke Einschränkungen der Beweglichkeit sind die Folge. Nun stellt sich die Frage, ob die eigene Unfallversicherung einen Bandscheibenvorfall abdeckt – und wenn ja, unter welchen Bedingungen.

Grundsätzlich dürfen nach einem Beschluss des Oberlandesgerichts in Frankfurt Bandscheibenschäden vom Versicherungsschutz ausgeschlossen werden. Natürlich gilt dies nur, wenn der Bandscheibenvorfall ein Ergebnis von Abnutzungserscheinungen ist. Deshalb gilt der Beschluss nicht, wenn die Schädigung in Folge eines Unfalls aufgetreten ist. Zu beachten ist: Der Bandscheibenvorfall muss dabei unbedingt hauptsächlich auf einen Unfall zurückzuführen sein. Ansonsten greift die Versicherung nicht.

Denn die Grundvoraussetzung dafür, dass man seine Unfallversicherung in Anspruch nehmen darf, ist ein Ereignis, das unvorhergesehen, plötzlich und von außen auf den Körper einwirkt. Sonstige Schädigungen sind demnach eher den Krankenversicherungen zuzuordnen.

Wer in der Arbeit einen Unfall hat und danach feststellen muss, dass er unter einem Bandscheibenvorfall leidet, sollte sich von einer Ablehnung seitens seiner Versicherung dennoch nicht gleich abschrecken lassen. Betroffene müssen auf jeden Fall zum Arzt gehen und der Versicherung ein medizinisches Gutachten vorlegen, aus dem eindeutig hervorgeht, dass der Bandscheibenvorfall die Folge eines Traumas ist, das der Patient während seines Unfalls erlitten hat. In einem solchen Fall kann die Unfallversicherung dann die Zahlung nicht mehr verweigern.

Autor
Johanna Schödel
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