Unfallversicherung

Bundesfreiwilligendienst: Die Renten- und Unfallversicherung übernimmt der Staat

Seit dem 1. Juli gibt es den Bundesfreiwilligendienst. Dieser wurde als „Ersatz“ für den bisherigen Zivil- und Bundeswehrdienst eingeführt.

Jeder, der die Pflichtschulzeit absolviert hat, kann sich freiwillig zum Bundesfreiwilligendienst melden. Dabei ist es unerheblich, welchen Schulabschluss, oder welches Alter und Geschlecht man hat. Auch die Nationalität spielt für den Bundesfreiwilligendienst keine Rolle. Dem sog. Bufdi stehen u.a. folgende Einsatzfelder zur Auswahl: die Altenpflege, Arbeit mit Behinderten oder auch Jugendhilfe.

Um diesen neuen Freiwilligendienst der Bevölkerung etwas schmackhafter zu machen, wurden dazu folgende Regelungen eingeführt:

Bufdis müssen sich keine Sorgen um eine Unfallversicherung machen

Verunfallt ein Bufdi während seiner Arbeitszeit – bspw. stürzt er und bricht sich etwas oder überhebt sich und erleidet einen Bandscheibenvorfall –, so übernimmt die gesetzliche Unfallversicherung alle Kosten für seine Behandlung und Rehabilitation. Darüber hinaus wird dem Bufdi ggf. eine Unfallrente gezahlt, wenn er nach seinem Unfall nicht mehr erwerbsfähig sein sollte. Damit sollen Freiwilligen die Sorgen genommen werden, dass sich der ohnehin schon geringen Lohn durch etwaige weitere Abgaben für gesetzliche Versicherungen weiter verringert. Denn für die Kosten kommt entweder eine Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse auf. Dies entscheidet sich nach dem jeweiligen Einsatzort des Bufdis.

Gesetzliche Rentenversicherung für alle Bufdis

Außerdem sind alle Bufdis gesetzlich rentenversichert. Auch hierbei muss sich also keiner Sorgen darum machen, wie er das Ruhestandsgeld bezahlen soll: Die Versicherungsbeiträge übernimmt der Staat. Was die Bufdis zusätzlich freuen dürfte: Die Zeit, in der man den Bundesfreiwilligendienst leistet, wird automatisch an die Rentenversicherung gemeldet. Auf diese Weise wird das Problem umgangen, dass die Zeit im Bundesfreiwilligendienst keine Berücksichtigung bei der späteren Rentenberechnung findet.

Waisenrente für bestimmte Freiwillige

Etwas, das ganz neu ist und vorher für den Zivildienst nicht möglich war: Die Bufdis können Waisenrente beziehen. Jedoch nicht diejenigen, die in den freiwilligen Wehrdienst gegangen sind: Denn Waisenrente und freiwilliger Wehrdienst  schließen sich nach wie vor gegenseitig aus.

Autor
Johanna Schödel
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