Riester-Rente

Lohnt sich die Riester-Rente? Die wichtigsten Kritikpunkte

Die Riester-Rente wurde eingeführt, um Lücken in der gesetzlichen Rentenversicherung zu stopfen und Arbeitnehmer vor Altersarmut zu bewahren. Doch längst überwiegt die Kritik an der staatlich bezuschussten Privatrente. Was sind die wichtigsten Kritikpunkte und für wen lohnt sich Riestern überhaupt noch?

Das Rentenniveau sinkt immer weiter, was mit massiven realen Kaufkraftverlusten für heutige und zukünftige Rentner einhergeht. Auch wenn als Grund immer wieder der demographische Wandel herhalten muss, Fakt ist doch, dass eine über Jahre hinweg völlig verfehlte Rentenpolitik der Hauptauslöser der Misere ist. Die 2002 eingeführte Riester-Rente sollte das Problem abfangen. Dementsprechend laut trommelten Politik und private Versicherungsindustrie, um die gesetzlich Versicherten zum Abschluss zu bewegen. Bis zu 154, – € staatlicher Zuschuss pro Jahr – das klingt auch zu gut, oder? Doch längst hat sich Ernüchterung breitgemacht …

 Riester oft ein Verlustgeschäft

Naturgemäß verteidigt der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die Riester-Rente, was ganz im eigenen Interesse ist. Denn laut Bund der Versicherten (BdV) ist die private Versicherungswirtschaft der größte Profiteur des Modells – und eben nicht die Versicherten.

So sagt der GDV beispielsweise vehement, Riester würde sich für Geringverdiener eignen. Eine Aussage, die x-fach widerlegt wurde. Denn Arbeitnehmer, die langfristig weniger oder nur wenig mehr als das Existenzminimum verdienen, haben im Alter Anspruch auf Grundsicherung. Ihre Rente wird also ohnehin aufgestockt. Die Investition in eine Riester-Rente ist somit umsonst, denn Einkommen aus einer privaten Rentenversicherung werden mit der Grundsicherung verrechnet.

Die staatlichen Zuschüsse aus Steuermitteln von bis zu 154, – € jährlich pro Riester-Sparer fließen, ebenso wie die Beiträge, erstmal direkt an die Versicherungen. Zentraler Kritikpunkt: Nur sehr wenige Riester-Sparer bekommen im Alter die eingezahlten Beiträge wieder raus, von den Zuschüssen zu schweigen. Das kommt durch einen Trick in den Riester-Verträgen zustande. Die Versicherungen setzen zumeist eine sehr hohe Lebenserwartung von teils über 100 Jahren an. Da nur ein kleiner Bruchteil der Versicherten so alt wird, spart sie sich viele Jahre Rentenzahlungen. So hat die Versicherung profitiert, Steuer- und Rentenzahler hingegen verloren. Ökotest hat errechnet, dass die Riester-Sparer durchschnittlich mindestens 90 Jahre alt werden müssen, um ein reales Plus zu erzielen.

Für wen lohnt sich Riester? 

Bedeutet das, dass man von Riester grundsätzlich die Finger lassen sollte? Nein, es kann sich durchaus lohnen. Das hängt aber von der eigenen Einkommenssituation sowie den Vertragsdetails ab. Wer wenig verdient, aber immerhin soviel, dass sein gesetzlicher Rentenanspruch über der Grundsicherung liegt, kann sogar sehr von Riester profitieren. Seine Rente wird spürbar aufgestockt. Auch für Gutverdiener kann sich Riester lohnen. Es kommt aber darauf an, einen Vertrag zu wählen, der mit einer realistischen Lebenserwartung rechnet.

Ein weiterer Kritikpunkt, der jeden betrifft, der sich für Riester interessiert: Riester-Verträge sind kompliziert. Außerdem wird ihnen oft fehlende Flexibilität nachgesagt. Ein Vorurteil jedoch, das nicht grundsätzlich bestätigt werden kann. Wie ein Riestervertrag ausgestaltet sein muss, hängt auch von der persönlichen Einkommenserwartung ab. Verdient man beim Abschluss eher wenig und hat später ein deutlich höheres Einkommen, dann kann es sein, dass man aufgrund zu vorsichtiger Modalitäten auf einen Großteil der Förderung verzichtet. Umgekehrt ist es mitunter schwierig, den Vertrag nachträglich anzupassen, wenn das Einkommen unerwartet sinkt.

Und nicht zuletzt die von den Versicherungen beim Abschluss kassierten Provisionen sind sehr unterschiedlich – von angemessen bis maßlos überteuert.

Wer von Riester profitieren will, wer also sowohl seine eingezahlten Beiträge als auch die staatlichen Zuschüsse als auch eine gewisse Rendite im Alter erhalten möchte, der sollte sich viel Zeit nehmen und unterschiedliche Angebote genauestens prüfen und vergleichen. Damit ist ein nicht zu unterschätzender Aufwand verbunden, doch er kann sich lohnen – und im Zweifelsfall verhindern, einen Vertrag abzuschließen, bei dem man draufzahlt.

6. März 2015 05:57 Uhr
„Riester-Vertrag muss zur individuellen Situation passen“

[…] Die Riester-Rente hat einen ziemlich schlechten Ruf. Für wen lohnt sich Riestern überhaupt […]

28. März 2017 12:52 Uhr
Walter Asse

Ich habe im Okt. 1908 einen Riester Rentenvertrag mit monatlich 500,00 bei der Sparkasse abgeschlossen. Diesen musste ich aber 2009 Beitragsfrei stellen wegen Insolvenz.
Nun bekomme ich jedes Jahr eine Information über mein Vertragsguthaben hier steht;
1. Gesamtwert Ihres Vertrags – ist dieser Wert (6500,–) was ich bekomme?
2. Im Vertrag steht – Beginn der Rentenabrufphase 01.09.2020 (Alter70)
Ich bin inzwischen 67 Jahre muss ich warten bis zu meinem 70 Jahr bis ich die
Rente in Anspruch nehmen kann?
3. Habe ich die Möglichkeit hier eine Sofortauszahlung in Anspruch zu nehmen?
4. Was geht mir bei einer Sofortauszahlung verloren?
Für eine baldige Antwort im Voraus Vielen Dank
MFG

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.