Die Kurzbewerbung - weniger ist mehr
Immer häufiger wird in Stellenausschreibungen um eine Kurzbewerbung gebeten. Viele Bewerber hingegen wissen zunächst gar nicht, worum es bei dieser Form der Bewerbung geht und was von ihnen erwartet wird. Wir erklären Ihnen die wichtigsten Punkte zur Kurzbewerbung.
von Charlotte Ruzanski
© shironosov / iStock

Um das Bewerbungsverfahren (zumindest im ersten Durchgang) möglichst unkompliziert zu halten, fordern immer mehr Firmen anstelle einer normalen Bewerbung eine Kurzbewerbung. Insbesondere die großen Unternehmen versuchen so, den Aufwand für die Personaler gering zu halten.

Was ist eine Kurzbewerbung überhaupt?

Für Bewerber heißt das konkret: Anstelle der üblichen Bewerbungsmappe wird lediglich ein Anschreiben und ein Lebenslauf erwartet. Das gesamte Dokument sollte drei DIN A4-Seiten nicht überschreiten.

Zeugnisse, Referenzen und Empfehlungen werden bei einer Kurzbewerbung nicht abgegeben. Der Bewerber muss also allein mit seinem Anschreiben und seinem Lebenslauf überzeugen.

Was in eine Kurzbewerbung gehört Was NICHT in eine Kurzbewerbung gehört
Anschreiben, max. 1 DIN A4-Seite Bewerbungsmappe
Bewerbungsfoto (freiwillig) Deckblatt
(Tabellarischer) Lebenslauf, max. 2 DIN A4-Seiten Zeugnisse und Qualifikationsnachweise
Empfehlungsschreiben
Arbeitsproben

 

Das Anschreiben in der Kurzbewerbung

Das Anschreiben in einer Kurzbewerbung unterscheidet sich nicht von einem Anschreiben, das man auch in einer normalen Bewerbung beifügen würde.

Auch hier sollten Sie sowohl Ihre Motivation als auch Ihre wichtigsten Fähigkeiten und Kenntnisse darstellen.

Das Anschreiben bei einer Kurzbewerbung sollte genauso gewissenhaft verfasst werden, wie bei einer normalen Bewerbung

Das Anschreiben bei einer Kurzbewerbung sollte genauso gewissenhaft verfasst werden, wie bei einer normalen Bewerbung

Wichtig ist dabei natürlich, dass das Anschreiben individuell auf die Stelle angepasst ist, auf die Sie sich bewerben und dass es sich nicht um ein Anschreiben handelt, dass auf jede x-beliebige Firma passen würde. – Denken Sie bei einer Kurzbewerbung immer daran: Sie habe nur das Anschreiben und Ihren Lebenslauf, um die Personaler davon zu überzeugen, dass Sie für den Job genau die richtige Person sind!

Der Lebenslauf in der Kurzbewerbung

Auch beim Lebenslauf können Sie sich in der Kurzbewerbung an die üblichen Standards halten.

Sinnvoll und gut übersichtlich ist ein zweispaltiger, tabellarischer Lebenslauf. Stellen Sie dich wichtigsten Informationen an erste Stelle. D. h. Persönliche Daten sowie Kontaktdaten. Danach führen Sie Ihren beruflichen Werdegang und Ihre Ausbildung in umgekehrter chronologischer Reihenfolge auf.

Initiativbewerbung als Kurzbewerbung?

Wer sich mittels einer Initiativbewerbung bei einem Unternehmen bewerben will, kann sich ebenfalls der Kurzbewerbung bedienen. Denn mit dieser abgespeckten Variante der Bewerbung macht man zunächst mal auf sich aufmerksam, ohne die Personaler gleich mit etlichen Dokumenten zu bombardieren.

Wenn Sie das Interesse der Firma an Ihnen geweckt haben, werden Sie in der Regel gebeten, noch Referenzen und Zeugnisse nachzureichen.

Online oder per Post? Versand der Kurzbewerbung

Kurzbewerbungen werden in aller Regel online versendet.

Kurzbewerbungen werden in aller Regel online versendet.

 

In der Regel wird die Kurzbewerbung online versendet. Speichern Sie dafür Anschreiben und Lebenslauf zusammen in einem PDF-Dokument. So können Sie sicher sein, dass die Formatierung nicht möglicherweise völlig zerrissen wird und das Dokument lässt sich nachträglich nicht verändern. Das Zusammenführen von Anschreiben und Lebenslauf in einem Dokument ist für Personaler übersichtlicher und leichter zu handhaben.

Natürlich kann eine Kurzbewerbung auch per Post verschickt werden. In diesem Fall gehört die Bewerbung allenfalls in eine Mappe aus Klarsichtfolie. Anschreiben und Lebenslauf werden nicht mit einer Büroklammer oder Heftklammer verbunden!

Außerdem sollten Sie Ihre Bewerbung nicht falten, sondern in einem Großumschlag versenden.

Die universelle Kurzbewerbung

Beim Besuch einer Jobmesse gehört die Kurzbewerbung unbedingt ins Gepäck. Denn wenn sich interessante Gespräche und Kontakte ergeben, haben Sie die Möglichkeit, schon gleich eine kurze Bewerbung abzugeben.

In einem solchen Fall kann die Bewerbung natürlich nicht individuell auf das Unternehmen zugeschnitten sein, sondern ist vielmehr eine Vorstellung Ihrer Person und ein Überblick über ihre Berufserfahrung und Kenntnisse. Die Bewerbung hat dann die Funktion einer Art ausführlicher Visitenkarte oder Kurzprofil.

Alternativ zu einer Kurzbewerbung bietet sich gerade für Jobmessen allerdings auch ein Bewerbungsflyer an – eine nochmals komprimiertere Form der Kurzbewerbung.

Vor- und Nachteile einer Kurzbewerbung

Ganz klar bringt die Kurzbewerbung gerade den Unternehmen den Vorteil, dass sie sich erst mal einen Überblick über Interessenten verschaffen können, ohne dabei etliche Unterlagen wälzen zu müssen.

Bei Kurzbewerbungen müssen Bewerber in Anschreiben und Lebenslauf glänzen, um Personaler zu überzeugen.

Bei Kurzbewerbungen müssen Bewerber in Anschreiben und Lebenslauf glänzen, um Personaler zu überzeugen.

Der Aufwand für den Bewerber selbst ist allerdings nur kaum geringer. Das liegt daran, dass auch in einer normalen Bewerbung Anschreiben und Lebenslauf die zentralen Elemente sind, für die man sich genug Zeit nehmen sollte. Das Beifügen von Zeugnissen und Leistungsnachweisen ist zwar auch zeitaufwändig, aber dennoch sehr unkompliziert.

Daher lohnen sich Kurzbewerbungen für Interessenten eigentlich nur, wenn sie allgemein gehalten werden und für unterschiedliche Stellen verwendet werden können. Ansonsten steht dem nur geringfügig kleineren Aufwand das Risiko gegenüber, dass man als Bewerber zu schnell ausgemustert wird, weil man nicht alle Karten auf den Tisch legen konnte.

von Charlotte Ruzanski
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