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Handwerker: Wer bar bezahlt, schadet sich selbst

Handwerker sind teuer in Deutschland – zumindest, wenn man sie offiziell bezahlt. Mit Rechnung. Kein Wunder also, dass es als Kavaliersdelikt gilt, Handwerker schwarz zu beschäftigen. Eine gute Idee ist das aber nicht. Denn man schadet sich damit auf gleich mehreren Ebenen selbst.

Handwerker: Wer bar bezahlt, schadet sich selbst

©AndreyPopov / iStock

In kaum einem Land sind Handwerkerstunden so teuer wie in Deutschland. Wenn man alles zusammenrechnet – Arbeitsstunden, Material, Mehrwertsteuer – kann einem schonmal der Atem stocken. Wer wenig Geld hat, versucht ohnehin, handwerkliche Dinge selbst oder mit talentierten Freunden zu erledigen. Andere wiederum sparen beträchtliche Summen, indem sie Handwerker schwarz beschäftigen. Das ist auch deshalb so einfach, weil viele Handwerker von selbst anbieten, bar und ohne Rechnung zu arbeiten. Und natürlich mag das verlockend sein. Denn die Arbeit wird erledigt, man hat mehr Geld in der Tasche, auch der Handwerker freut sich über steuerfreies Einkommen. Manch einer freut sich außerdem darüber, dem Staat ein Schnippchen geschlagen zu haben.

Beträchtliche Risiken durch Handwerker-Schwarzarbeit

Aber Vorsicht: Man geht damit beträchtliche Risiken ein. Unterm Strich ist es höchst kontraproduktiv, Handwerker schwarz arbeiten zu lassen, nur um etwas Geld einzusparen. Im schlimmsten Fall kann das nämlich hinterher dazu führen, dass die Kosten erst recht explodieren. Folgende Aspekte gilt es, zu bedenken:

Reklamation

Wenn man inoffiziell und ohne Rechnung arbeiten lässt, hat man keinen Nachweis darüber, dass Handwerker X die Arbeit Y ausgeführt hat. Wenn hinterher Schäden entstehen, zum Beispiel weil der Handwerker schlecht gearbeitet hat, hat man keine Möglichkeit zur Reklamation. Im schlimmsten Fall muss die komplette Arbeit erneut gemacht und ein zweites Mal bezahlt werden.

Versicherung
Bei Schäden, die durch schwarz erledigte Arbeiten auftreten, greift kein Versicherungsschutz. Man bleibt auf dem Schaden sitzen – und das kann richtig teuer werden. Weitaus teurer als eine offiziell abgerechnete Arbeit gewesen wäre. Des weiteren geht man beträchtliche Risiken ein für den Fall, dass der Handwerker sich bei der Ausübung der Arbeit verletzen sollte. Auch dies ist nicht versichert. Und Handwerkerunfälle sind häufig.

Steuererklärung
Haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerarbeiten kann man oft zu einem beträchtlichen Teil von der Steuer absetzen. Wer schwarz bezahlt bringt sich selbst um die Chance, auf diesem Weg seine Steuerlast zu senken. Außerdem sorgt diese Option dafür, dass die Gesamtbelastung durch hohe Handwerkerrechnungen sinkt.

Strafbarkeit
Zu guter Letzt der wichtigste Punkt: Man macht sich strafbar – und zwar beide Seiten. Sowohl der Handwerker, der keine Steuern zahlt, als auch sein Auftraggeber, weil dem Staat seinetwegen Sozialabgaben entgehen, verhalten sich illegal.

Handwerker ohne Rechnung oft unseriös

Wenn ein Handwerker von sich anbietet, ohne Rechnung und nur gegen Barzahlung zu arbeiten, sollte man das aus allen oben genannten Gründen ablehnen – schon im eigenen Sinne. Und damit die Kosten nicht explodieren, erfragt man den Preis immer vorab. Hierbei kann man auch Pauschalpreise vereinbaren. Die meisten Handwerker und Handwerksbetriebe lassen da durchaus mit sich reden.

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