Gesetzlichen Rentenversicherung: Probleme und Lösungen
Die gesetzliche Rentenversicherung kann nur tragfähig bleiben, wenn Bundesbürger zunehmend auch auf private Altersvorsorge setzen. Nur durch eine zusätzliche private Altersvorsorge kann die Lücke in der gesetzlichen Rentenversicherung aufgefangen werden.
von Charlotte Ruzanski
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© thinkstock

Problematisch ist allerdings, dass einige der Produkte der privaten Altersvorsorge gar nicht oder zumindest nicht in vollem Umfang steuerpflichtig sind.

Probleme der gesetzlichen Rentenversicherung

Weitere Probleme sind die demographische Entwicklung und der immer weiter ausufernde Niedriglohnsektor. Beide machen der gesetzlichen Rentenversicherung schwer zu schaffen.

Nicht zuletzt gibt es noch die Ausnahmen im System, die die Problematik weiter verschärfen. Es gibt in Deutschland eine Bevölkerungsgruppe, die von den Sozialsystemen profitiert, gleichzeitig aber von deren Finanzierung ausgenommen ist, da sie nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen muss. Hierzu zählen:

  • Selbstständige, die ihre Altersvorsorge selbstständig bestreiten müssen. Sie können mittels eigener Ersparnisse und einer Rürup-Rente für das Alter vorsorgen, letztere ist allerdings zu großen Teilen nicht steuerpflichtig.
  • Besserverdiener, die von der Pflicht befreit werden, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen, um sich über eine Rürup-Rente und andere Instrumente des Vermögensaufbaus eine immense private Altersvorsorge aufbauen zu können.

Steuergerechtigkeit als Lösung

Die Lösung der Problematik liegt letztendlich darin, dass die private Altersvorsorge verpflichtend und in vollem Umfang steuerpflichtig werden muss.

D. h. aber auch, dass Modelle wie die Rürup-Rente grundlegen überarbeitet werden müssten, wenn sie – wie die gesetzliche Rentenversicherung auch – voll steuerpflichtig wäre.

Gleichzeitig bedeutet eine allgemeine Steuergerechtigkeit, dass alle Personengruppen gleichermaßen einen Beitrag zu den sozialen Sicherheitssystemen leisten müssen.

Die bisher bestehenden zahlreichen Ausnahmen müssen abgeschafft werden – was im Sinne der Bevölkerungsmehrheit ist – denn aktuell verstärken diese Ausnahmen das Gefühl der sozialen Ungerechtigkeit noch zusätzlich. Doch bisher lässt sich dafür keine parlamentarische Mehrheit finden.

Besserverdienern sollten in die Pflicht genommen werden, bis zu einem gewissen Punkt ihres Einkommens weiterhin in die sozialen Systeme und damit auch in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen.

Sicherung eines würdevollen Lebensabends

Die Kombination von gesetzlicher Rentenversicherung mit einer verpflichtenden privaten Altersvorsorge könnte dann allen Bürgern einen würdevollen Lebensabend garantieren und die Schere zwischen Arm und Reich wieder etwas näher zusammenführen.

Nach Meinung vieler Experten kann der Sozialstaat dann sogar trotz der ungünstigen demographischen Entwicklung noch lange bestehen und sein Versprechen einlösen, dass er an die Personen, die ihn finanzieren, gegeben hat.

von Charlotte Ruzanski
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