Finanzen

Einkommen in der EU: Wer verdient am meisten?

Seit Jahren stagnieren in Deutschland die Löhne. Der Niedriglohnsektor ist seit Umsetzung der rot-grünen Agenda 2010 massiv angewachsen, die soziale Ungleichheit steigt. Doch wie stehen deutsche Arbeitnehmer im EU-Vergleich da? Verdienen sie im Schnitt mehr oder weniger als ihre Kollegen aus den Nachbarländern?

Wie unterscheiden sich die Gehaelter in Europa?

Laut Statista liegt Deutschland im EU-Vergleich trotz aller Hiobsbotschaften noch immer recht gut da und rangiert auf der Einkommens-Hitliste auf Platz 5. Demnach liegt der durchschnittliche Bruttomonatslohn eines in Vollzeit beschäftigten Arbeitnehmers in Deutschland bei 3.106, – €. Spitzenreiter ist das kleine Dänemark mit 4.217, – €, dicht gefolgt vom Zwergstaat Luxemburg (3.980, – €), den Niederlanden (3.232, – €) und dem Vereinigten Königreich (3.135, – €).

Hohe Löhne, hohe Kosten

Man muss allerdings bedenken, dass vor allem in England und Dänemark die Lebenshaltungskosten deutlich höher sind als hierzulande, was die höheren Einkommen relativiert. Ebenfalls zu bedenken gilt es, dass die Abgabenlast von Land zu Land unterschiedlich ist. So zahlen dänische Bürger deutlich höhere Steuern als Deutsche, dafür sind aber ihre Sozialabgaben niedriger. Der reine Bruttolohn ist folglich nur bedingt aussagekräftig in Bezug auf Kaufkraft und tatsächlich frei verfügbares Einkommen. Ein Deutscher, der 3.106, – € brutto verdient, hat rund 1.900, – € netto zur Verfügung nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen.

Niedriglöhne im Osten

Am unteren Ende der Einkommensstatistik steht Bulgarien mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von gerade mal 306,- €. In Litauen ist es mit 612, – € schon doppelt so viel, aber noch immer sehr wenig. Und auch die Ungarn verdienen sich mit durchschnittlich 821, – € brutto kaum eine goldene Nase. Aber auch hier gilt: Diese Löhne sind nicht zwangsläufig ein Indikator für bittere Armut. In den genannten Ländern sind die Lebenshaltungskosten sehr niedrig, Dinge des täglichen Bedarfs kosten nur wenig, gemessen an den Preisen in den Hochlohnländern. Hinzu kommt, dass die Abgaben auf den Lohn vergleichsweise niedrig sind. Gesehen werden muss aber auch, dass oft nur rudimentäre Sozialleistungen bestehen, die mit deutschen oder dänischen Standards kaum zu vergleichen sind. In diesen Ländern sind daher die Kosten für medizinische Versorgung, Pflege und die finanzielle Absicherung im Alter oder bei Arbeitslosigkeit Ausgaben, die zusätzlich anfallen.

Im Mittelfeld liegen Zypern (2.012, – €), Griechenland (1.929, – €) und Slowenien (1.655, – €). Je weiter im Osten, desto niedriger die Einkommen, je weiter im Nordwesten, desto höher. Bedeutend sind in diesem Kontext auch die Einkommensunterschiede innerhalb der einzelnen Länder. 63 % der Deutschen sind der Ansicht, dass die Unterschiede zu groß sind, im EU-Schnitt sind die Menschen optimistischer.
Statistik: Bruttomonatsverdienst (in Euro) je Vollzeiteinheit* in der Europäischen Union 2008 | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

18. November 2017 08:13 Uhr
Rasper

Ich habe nach dem Nettoeinkommen im europäischen Vergleich gefragt!

24. Januar 2018 13:18 Uhr
Jens

Das Nettoeinkomen wäre interessant. Ungeachtet des Bruttoeinkommens muss man z.B. in Deutschland 20% mehr verdienen um auf das gleiche Netto, wie in Frankreich zu kommen.

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