Berufsstart

So meistern Sie das Vorstellungsgespräch

Sie sind zum Vorstellungsgespräch eingeladen? Super, dann haben Sie den Arbeitgeber mit Ihrer Bewerbung neugierig gemacht! Damit es beim persönlichen Treffen genauso positiv läuft, ist eine gute Vorbereitung essentiell.

Üben macht den Meister – auch beim Vorstellungsgespräch: Beginnen Sie bei der Firma, die nicht Ihre erste Wahl wäre. © valueline/thinkstock

Oft sind es bereits die ersten Minuten, in denen sich entscheidet, ob ein Bewerber bei seinem Gegenüber auf Sympathie stößt. Mit anderen Worten: Wer in mit dem ersten Eindruck nicht überzeugt, kann in der Regel gleich wieder einpacken.

Der erste Eindruck zählt

Was viele vernachlässigen: Zum ersten Eindruck gehört auch das Ankommen. Dass ein verspätetes Erscheinen keinen guten Eindruck macht, versteht sich von selbst. Sie sollten es also so einrichten, dass Sie bei der Anfahrt nicht unnötig unter Zeitdruck geraten und gehetzt in das Vorstellungsgespräch kommen. Aber auch wer viel zu früh auf der Matte steht, signalisiert, dass Timing nicht seine Stärke ist.

Einmal angekommen sind vor allem Ausstrahlung und Erscheinung entscheidend. Vorher sollte man sich also unbedingt Gedanken machen, welche Kleidung die passende ist (und zwar für den Träger und die angestrebte berufliche Position zugleich).Alles, was nachlässig und ungepflegt wirkt, kostet bereits Sympathiepunkte.

Auch die Körperhaltung ist wichtig: Aufrechte Haltung spiegelt Selbstbewusstsein wider. Üben Sie die Situation mit einem/r Freund/in und zwar inklusive der Begrüßung und holen Sie sich ein ernst gemeintes Feedback zu Ihrem Auftreten.

Und auch, wenn davon auszugehen ist, dass die Personalabteilung Ihre Unterlagen beim Gespräch vorliegen haben wird, empfiehlt es sich, alle nötigen Unterlagen und Zeugnisse in Kopie mitzubringen. So können Sie sie im Zweifelsfall noch einmal abgeben und signalisieren dadurch gleichzeitig, dass Sie gut organisiert sind und mitdenken.

Gegenseitiges Kennenlernen

Ganz wichtig ist eine korrekte Begrüßung mit Händedruck. Danach erfolgt in der Regel ein knapper Überblick über das Unternehmen und die zu besetzende Stelle und die Bitte des Personalers an den Bewerber sich selbst noch kurz vorzustellen.

Dazu sollten Sie in wenigen Sätzen zusammenfassen, wie sich die Karriere bzw. Ausbildung gestaltet hat, über welche besonderen Kenntnisse oder Erfahrungen Sie verfügen und eventuell welche persönlichen Voraussetzungen relevant sind.

Passen Sie zum Unternehmen und den potentiellen Kollegen?

Machen Sie sich als erstes klar, was Sie wollen, was Sie können und welche Vorteile Sie dem zukünftigen Arbeitgeber bringen. Alle diese Punkte sollten Sie glaubhaft argumentieren können. Zwar verläuft jedes Vorstellungsgespräch anders, dennoch gibt es einige Standard-Fragen und Themen, auf die man sich gezielt vorbereiten kann.

Häufige Fragen im Vorstellungsgespräch

1. Was sind Ihre Stärken?

Natürlich sollte man hier maßvoll, aber selbstsicher antworten. Denken Sie daran, dass Sie gerade ein Verkaufsgespräch in eigener Sache führen. Eine der häufigsten Antworten auf diese Frage ist, dass die Bewerber sehr zuverlässig und auch unter Stress belastbar sind.

Auch die Motivation, mit der man sich schnell in neue Themen einarbeitet und einbringt, wird gerne ins Feld geführt. Außerdem könnte man den professionellen Umgang mit Fehlern, den souveränen Umgang mit Kritik und die Bereitschaft zu Lernen erwähnen.

Beliebte Antworten, die allerdings sehr pauschal klingen, sind auch das gute Verhältnis zu Vorgesetzten und Kollegen oder die Teamfähigkeit. Damit die Antworten nicht abgedroschen oder oberflächlich wirken, sollte jede Stärke, die man anführt mit einem Beispiel erläutert werden.

2. Was sind Ihre Schwächen?

Meist kommt nach den Stärken die Frage nach persönlichen „Defiziten“. Hier ist der Grad zwischen abgedroschenen Floskeln („Ungeduld“ oder “ Perfektionismus“) und zu viel Ehrlichkeit schmal.

Versuchen Sie, bezogen auf den Job, Optimierungs- oder Fortbildungsmöglichkeiten zu formulieren: „Noch besitze ich auf dem Gebiet XY keine Expertenkenntnisse. Mithilfe einer Schulung/der Lektüre von XY/etc. bin ich mir jedoch sicher, umgehend das erforderliche Niveau zu erreichen.“

3. Warum würden Sie gerne für uns arbeiten?

Welche Vorstellungen haben Sie von der Tätigkeit und dem Unternehmen? Benennen Sie individuelle Kompetenzen, die Sie unter der Menge der Kandidaten einzigartig machen.

Dazu sollte man sich vorab eingehend über das Unternehmen informiert haben: auf der Website, anhand von Pressemeldungen oder Geschäftsberichten etc. Optimal ist es, wenn sich eine Verbindung zwischen den Unternehmenszielen und der persönlichen Motivation herstellen lässt.

4. Aus welchem Grund wollen Sie Ihre derzeitige Arbeit aufgeben?

Mit dieser Frage zielen Personaler auf Ihre Konstanz. Können Sie sich auch unter schwierigen Bedingungen im Job behaupten oder wechseln Sie häufig den Arbeitgeber, um Konflikten aus dem Weg zu gehen?

Vermieden werden sollten alle negativen Urteile über die bisherige Position. Formulieren Sie positiv, was Sie an der ausgeschriebenen Stelle besonders reizt, und welche Punkte nicht in Ihrem bisherigen Tätigkeitsfeld zum Tragen kamen. Überlegen Sie sich vorab, einige konkrete Aspekte, die Sie bisher noch nicht ausbauen konnten.

5. Welche Gehaltsvorstellung haben Sie?

Auch diese Frage setzt viele Bewerber unter Druck. Wer sich vorab über die branchenüblichen Gehälter in vergleichbarer Position informiert, sollte hier eine realistische Gehaltsspanne nennen.

An der Reaktion des Personalers lässt sich meist unmittelbar erkennen, ob Sie mit Ihrer Forderung richtig, zu hoch oder zu niedrig liegen. Signalisieren Sie ggf. Entgegenkommen oder bitten Sie um eine erneute Verhandlung nach der Probezeit.

6. Haben Sie noch Fragen?

Nutzen Sie diese Gelegenheit, um nach Perspektiven zu fragen. Wer gleich nach dem Urlaubsanspruch oder Pausenzeiten fragt, signalisiert hier wenig Motivation. Wohl überlegte Fragen unterstreichen Ihr Interesse und lassen Sie das Gespräch aktiv mitgestalten.

Autor
Johanna Schödel
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