Bewerbung: Das Deckblatt – Tipps zu Aufbau und Gestaltung
Das Deckblatt gibt eine Übersicht über die gesamte Bewerbung. Es ist jedoch kein Muss, sondern kann der Bewerbungsmappe optional beigelegt werden. Während manche Personaler die zusätzliche Seite in der Bewerbung positiv bewerten, stehen andere ihr kritisch gegenüber. Das stellt Sie als Bewerber vor die Frage: Deckblatt - ja oder nein? BBX zeigt Ihnen Vor- und Nachteile der Übersichtsseite auf und gibt Tipps für den Aufbau.
von Pauline Bodinek
© AntonioGuillem / iStock

Das Deckblatt ist eine optionale Zusatzseite in der Bewerbung. In den wenigsten Fällen wird es direkt angefordert, weshalb Sie als Bewerber die Frage selbst beantworten müssen, ob sie ein Deckblatt in die Bewerbungsmappe legen oder nicht. Um Sie damit nicht allein zu lassen, bietet BBX einen Überblick über Vor- und Nachteile des Deckblattes und gibt Tipps zu dessen Aufbau und Gestaltung.

Die Funktion des Deckblatts

Der Name Deckblatt kann verwirren: Tatsächlich wird die zusätzliche Seite in der Bewerbungsmappe auf dem Lebenslauf platziert. Auch wenn ein Deckblatt beigelegt wird, bleibt das Anschreiben also die erste Seite der Bewerbung, da es auf der Mappe aufliegt.

Das Deckblatt nimmt in der Bewerbungsmappe vor allem eine ästhetische Funktion ein. Sie können sich hier von Ihrer besten Seite präsentieren und Ihr gestalterisches Können unter Beweis stellen. Dem Personalverantwortlichen wird hiermit auf den ersten Blick vorgestellt, wer Sie sind und für welche Stelle Sie sich bewerben. Ein Anlagenverzeichnis sorgt zudem für eine Übersichtlichkeit aller Unterlagen.

Der Inhalt: Das steht auf dem Deckblatt

Geben Sie auf dem Deckblatt wichtige Informationen zu Ihrer Person und der vorliegenden Bewerbung an. Welche Angaben auf das Deckblatt gehören, wird im Folgenden übersichtlich dargestellt:

  • Überschrift: Wählen Sie eine prägnante und aussagekräftige Überschrift. Bewerbung sollte sofort ins Auge stechen.
  • Foto: An welcher Stelle auf dem Deckblatt Sie Ihr professionelles Bewerbungsfoto positionieren, bleibt Ihnen überlassen. Es darf hier größer aufgeführt sein, als im Lebenslauf. Wenn eines auf’s Deckblatt kommt, sollte es im Lebenslauf eingespart werden.
  • Angestrebte Position/Berufsbezeichnung: Worum geht es? Machen Sie ganz klar deutlich, welche Stelle Sie anstreben. Dadurch verdeutlichen Sie auch, dass Ihre Bewerbung keine Massenanfertigung ist.
  • Kontaktinformationen: Damit Sie für den Personaler beziehungsweise das Unternehmen jederzeit ansprechbar sind, sollten all Ihre Kontaktdaten hier bereits verzeichnet sein.
  • Inhalt/Anlagenverzeichnis: Geben Sie einen Überblick über den Inhalt der Bewerbungsmappe oder – bei der Online-Bewerbung – über die weiteren Anhänge. Das Anschreiben wird hier nicht aufgeführt: Es liegt schließlich auf und nicht in der Mappe.

Deckblatt: Ja oder nein?

So punkten Sie mit Ihrem individuell gestalteten Deckblatt

So punkten Sie mit Ihrem individuell gestalteten Deckblatt

Um abzuwägen, ob ein Deckblatt sinnvoll für Ihre Bewerbung ist oder nicht, sollten Sie die Vor- und Nachteile der zusätzlichen Seite beachten. Egal, wofür Sie die Bewerbung schreiben – Praktikum, Ausbildung oder Vollzeitjob – ein Deckblatt kann Sie durch Farbwahl und Gestaltung individuell hervorherben. Manche Personaler sehen das Deckblatt aber auch als überflüssiges Füllmaterial.

Vorteile des Deckblatts

Hier einmal die Vorteile, die ein gelungenes Deckblatt mit sich bringt:

  • Individualität: Durch eine kreative Gestaltung des Deckblatts fallen Sie auf und bleiben im Gedächtnis. Die Ästetik Ihrer gesamten Bewerbung kann durch ein gut gestaltetes Deckblatt aufgewertet werden.
  • Übersichtlichkeit: Die Bewerbung bekommt eine übersichtliche Struktur und der Inhalt ist für den Personaler sofort ersichtlich.
  • Gesparter Platz: Da das Bewerbungsfoto – wenn es eins gibt – bereits auf dem Deckblatt präsentiert wird, haben Sie mehr Platz für die Angaben im Lebenslauf.
  • Wiedererkennungswert: Sie präsentieren mit dem Deckblatt Ihre kreativen und gestalterischen Fähigkeiten und können Ihr Bewerbungsfoto so gezielt positiv in Szene setzen.

Mögliche Nachteile des Deckblatts

Ein Deckblatt kann Ihren ersten Eindruck jedoch nicht ausschließlich positiv beeinflussen. Beachten Sie die möglichen Nachteile, die ein Deckblatt mit sich bringen kann:

  • Wiederholte Informatinen: Niemand liest gern zweimal das Gleiche. Wichtige Informationen wie Kontaktdaten, Anlagenverzeichnis aber auch das Bewerbungsfoto sollten sich nicht doppeln. Wenn diese Angaben auf dem Deckblatt stehen, müssen sie sich nicht im Lebenslauf oder Anschreiben wiederholt werden und anders herum.
  • Künstliches Füllmaterial: Eine Bewerbung sollte übersichtlich und gut strukturiert sein. Hierzu kann das Deckblatt beitragen, es kann aber auch unnötiges Füllmaterial sein und die Bewerbung künstlich auffüllen. Viele Blätter sprechen nicht automatisch für eine bessere Bewerbung!
  • Hervorgehobenes Bewerbungsfoto: Das Bewerbungsfoto ist der Bewerbung optional hinzuzufügen. Wenn Sie sich dafür entscheiden, muss das Foto qualitativ hochwertig sein. Dadurch ist jedoch nicht gegeben, dass Sie dem Personaler auf den ersten Blick sympathisch sind. Je präsenter das Foto in der Bewerbung ist, umso schneller können Stereotype und Vorurteile entstehen. Auf dem Deckblatt ist das Foto besonders hervorgehoben: Unterschätzen Sie diese Wirkung nicht.

Tipps zur Gestaltung des Deckblatts

Ob ein Deckblatt einen positiven oder negativen Eindruck auf den Personaler macht, hängt stark von der Gestaltung ab. Generell gilt: Gestalten Sie das Deckblatt individuell – ohne sich zu verkünsteln. Ein schlichtes Deckblatt ist übersichtlicher! Zu viele, bunte Farben und verschiedene, ausgefallene Schriftarten wirken aufgesetzt. Der Fokus muss auf dem Bewerber liegen und nicht von anderen Faktoren abgelenkt werden.

Damit das Deckblatt nicht nur Füllmaterial ist, sondern seine Funktion erfüllt, sollten Sie Bezug zur Stellenanzeige aufnehmen. Je genauer Sie sind, umso mehr Zeit sparen Sie dem Personaler. Geben Sie – wenn vorhanden – die Referenznummer der Stellenanzeige an. Das verringer bürokratische Arbeit und ist damit definitiv ein Pluspunkt für Sie.

Bei einer Online-Bewerbung sollten Sie überprüfen, ob Ihr Deckblatt auch ausgedruckt seine Wirkung erzielt

Bei einer Online-Bewerbung sollten Sie überprüfen, ob Ihr Deckblatt auch ausgedruckt seine Wirkung erzielt

Heben Sie zudem Ihre Kontaktdaten und vor allem Ihren Namen hervor. Dieser sollte nicht in den Hintergrund geraten. Wenn Sie besonders hervorstechen möchten, können Sie durch einen gut gewählten, ausdrucksstarken Slogan punkten. Hier gilt jedoch wie im Anschreiben: Vermeiden Sie Floskeln und Phrasen.

 

Zu guter Letzt sollte überprüft werden, wie das Deckblatt in ausgedruckter Form aussieht. Gerade, wenn Sie eine Online-Bewerbung senden, ist das Deckblatt nur in den Anhängen beigefügt und wird in den meisten Fällen ausgedruckt. Es sollte also auch in schwarz-weiß noch ästhetisch und seriös sein und nicht aufgrund fehlender Farbigkeit die Wirkung verlieren. Wenn das Deckblatt der postalischen Bewerbung beigelet wird, ist es empfehlenswert, es in einem Copy Shop ausdrucken zu lassen. Die höhere Qualität kann sich durchaus auszahlen.

So wichtig ist die Optik bei der Selbstvermarktung

Sich bewerben heißt immer, sich selbst zu vermarkten. Um dabei einen optimalen Eindruck zu hinterlassen, kommt es nicht ausschließlich auf den Inhalt der Bewerbung an, sondern auch auf die Optik. Wer großartige Leistungen nachzuweisen hat, das jedoch nicht ästhetisch und strukturiert präsentieren kann, hat weniger Chancen als ein

Zeigen Sie Ihr Deckblatt Freunden und Bekannten um es zu optimieren

Zeigen Sie Ihr Deckblatt Freunden und Bekannten um es zu optimieren

Bewerber, der auch durch übersichtliche und ansehnliche Gestaltung überzeugt.

Schriftart, Farbigkeit und Formatierung spielen dabei eine große Rolle. Letztenendes ist es Geschmackssache, ob das Deckblatt dem Personaler zusagt oder nicht. Wenn Sie das entworfene Deckblatt vor dem Abschicken der Bewerbung einmal im Bekanntenkreis vorzeigen und nach ehrlicher Meinung fragen, kann das eine große Hilfe sein.

von Pauline Bodinek
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