Bewerbung auf Englisch: Lebenslauf und Anschreiben
Wer im Laufe seiner Karriere für ein international agierendens Unternehmen tätig ist, kommt um eine Bewerbung auf Englisch nicht drum herum. Auch für Personen, die sich im Ausland um eine Stelle bewerben, ist eine Englische Bewerbung die Voraussetzung. Dabei unterscheidet diese sich nicht nur sprachlich, sondern auch formal von den Gepflogenheiten der deutschen Bewerbung.
von Pauline Bodinek
© itakefotos4u / iStock

Bei einer Bewerbung auf Englisch gibt es einige Unterschiede zu beachten. Sie unterscheidet sich nicht nur rein sprachlich von der deutschen Bewerbung, sondern auch in der Struktur und dem Inhalt. Bevor Sie sich also bei einem internationalen Unternehmen bewerben, sollte sie die verschiedenen Gepflogenheiten kennen. BBX bietet einen Überblick über formale Richtlinien inklusive Tipps für die Formulierung: So gelingen Lebenslauf und Anschreiben auf Englisch.

Das Anschreiben in der Englischen Bewerbung

Das Anschreiben heißt auf Englisch „Cover Letter“ und hat die gleiche Funktion wie das deutsche Anschreiben. Es sollte nicht über eine DIN A4 Seite lang sein und – wie das Anschreiben – nicht nur den Lebenslauf wiederholen, sondern ergänzend die Erfolge und Stärken des Bewerbers darstellen. Hierbei gilt es immer, sich an die Stellenausschreibung zu halten und Punkte daraus aufzugreifen.

Der Cover Letter sollte immer aktiv formuliert werden und mit starken Verben und Action Words die Leistungen des Bewerbers unterstreichen. Aktion Words sind zum Beispiel:

Deutsch Englisch
erreichen to accomplish
leisten to archiev
assistieren, mitwirken to assist
entwerfen, erschaffen to create
entwickeln to develop
erschaffen, gründen to establish
führen, leiten to guide
initiieren, einleiten to initiate
erreichen, erzielen to reach

Mit diesen und vielen weiteren Active Words lassen sich Ihre Leistungen in vorangegangenen Berufen oder Praktika bestens betonen.

Die Unterschiede im Überblick

Statt der postalischen Bewerbung sind E-Mail-Bewerbungen im englischsprachigen Raum lieber gesehen. Cover Letter und Resume werden im Anhang („attachement“) gesendet. Gehen Sie in der Mail ganz besonders auf die Stellenanzeige ein, damit sofort klar wird, worauf sich Ihre E-Mail bezieht.

Die postalische Bewerbung ist im englischsprachigen Raum nicht mehr üblich. Senden Sie eine E-Mail-Bewerbung

Die postalische Bewerbung ist im englischsprachigen Raum nicht mehr üblich. Senden Sie eine E-Mail-Bewerbung

Abgesehen von den Unterschieden zwischen der Englischen und der Deutschen Bewerbung müssen Sie auch beachten, dass es Verschiedenheiten zwischen britischem und amerikanischen Englisch sowie deren Gepflogenheiten bei Bewerbungen gibt.

Bereits bei der Angabe des Datums muss Folgendes beachtet werden: Im Englischen schreiben Sie das Datum wie im Deutschen, also: Wochentag, Monat, Jahr. Im Amerikanischen sind Wochentag und Monat in umgekehrter Reihenfolge anzugeben. Ein Beispiel:

  • Englisch: 4 January 2017
  • Amerikanisch: January 4 2017

Einen persönlichen Ansprechpartner kennen

Wie beim deutschen Anschreiben sollten Sie auch im Cover Letter genau wissen, wen Sie adressieren. Wenn Sie eine Frau ansprechen, verwenden Sie stets „Ms.“, nicht „Mrs.“ – das können Sie höchstens machen, wenn Sie sicher sind, dass sie verheiratet ist. „Miss“ sollten Sie keinesfalls verwenden.

Nach der Anrede erfolgt kein Komma. In den USA steht sattdessen ein Doppelpunkt. Der erste Satz muss immer mit einem Großbuchstaben begonnen werden.

Wenn Sie sich in Großbritannien bewerben, müssen Sie der Bewerbung keine Zeugnisse und Zertifikate beilegen – diese sollten stattdessen zum Vorstellungsgespräch mitgebracht werden. In den USA hingegen müssen alle Belege angefügt werden, sofern ein „Complete Dossier“ verlangt wird. Hierzu gehört dann auch ein „Trascript“, das alle Abschlüsse mit Noten in einer Liste zusammenfasst.

Der Lebenslauf: Curriculum Vitae

Der Lebenslauf wird im Englischen Curriculum Vitae genannt. Betitelt wird er in der Bewerbung mit Resume oder Personal Resume. Im Folgenden ist die Struktur des Resume aufgezeigt.

Achten Sie auf die Unterschiede zwischen dem deutschen Lebenslauf und dem Englischen Curriculum Vitae

Achten Sie auf die Unterschiede zwischen dem deutschen Lebenslauf und dem Englischen Curriculum Vitae

– Personal Details

Hier gibt es Verschiedenheiten zu beachten. Während Sie bei einer deutschen Bewerbung auch Ihren Familienstand und Ihr Geburtsdatum angeben, fällt das bei einer Bewerbung auf Englisch weg. Das liegt an den vor allem in den USA sehr scharfen Antidiskriminierungsgesetzen.

Das gleiche gilt für das Bewerbungsfoto. Es gehört bei einer Bewerbung auf Englisch nicht in den Lebenslauf beziehungweise überhaupt nicht in die Bewerbung.

Unter diesem Punkt sind nur Name, Adresse, E-Mail-Adresse und Telefonnummer anzugeben. Achten Sie hier darauf, Umlaute immer auszuschreiben.

– Summary/ Personal Profile

Dieser Punkt ist freiwillig, kann aber durchaus einen guten Eindruck machen. Hier können Bewerber in zwei bis drei kurzen Sätzen etwas über die eigene Persönlichkeit schreiben.

– Objective

Formulieren Sie nun knapp aber deutlich, für welche Stelle Sie sich bewerben.

– Professinoal/Work experience

An dieser Stelle erfolgen die Punkte, die in der deutschen Bewerbung unter dem Aspekt „Beruflicher Werdegang“ aufgezählt werden. Listen Sie die Stationen in umgekehrt chronologischer Reihenfolge auf und weisen Sie besonders auf Erfolge in den jeweiligen Unternehmen hin. Vergessen Sie nicht, die Namen der Unternehmen zu nennen.

– Education

Auch der Bildungsweg sollte – wie im Deutschen – in umgekehrt chronologischer Reihenfolge aufgelistet sein.

– Skills

Unter diesem Punkt sind Sie dazu aufgefordert, Sprachkenntnisse aber auch besondere IT-Fähigkeiten zu nennen. Welche Fähigkeiten Sie hier aufzählen, hängt damit zusammen, für welchen Job Sie sich bewerben. Das gleiche gilt für den folgenden Punkt:

– Activities/Engagement

Wie in der deutschen Bewerbung sind an dieser Stelle Interesse, Hobbys und Ehrenämter aufzuzählen.

– Referenzes

Der letzte Punkt des Resumes unterscheidet sich erheblich vom deutschen Anschreiben. Sie sollten hier ein bis (üblicherweise) zwei Personen sowie deren Adresse und Telefonnummer aufführen, an die sich das Unternehmen wenden kann, um mehr über Sie und Ihren Werdegang herauszufinden. Gehen Sie davon aus, dass die von Ihnen angegebenen Personen auch wirklich kontaktiert werden.

Eine handschriftliche Unterschrift ist unter dem Resume nicht notwendig.

Sprachliche Unterschiede: Britisches und amerikanisches Englisch

Auch bei der Englischen Bewerbung gilt grundsätzlich: Verwenden Sie einen formellen Sprachstil und verzichten Sie auf Abkürzungen wie e.g. (Englisch: for example). Auch Verkürzungen wie I’m für I am sind im Bewerbungsschreiben nicht angemessen.

Beachten Sie die Unterschiede zwischen amerikanischem und britischem Englisch

Beachten Sie die Unterschiede zwischen amerikanischem und britischem Englisch

Zwischen dem britischen und dem amerikanischen Englisch bestehen zahlreiche Unterschiede. Vergewissern Sie sich, dass Sie einheitlich bleiben und je nachdem, wo Sie sich bewerben, die richtige Form verwenden. Die Unterschiede sind zu umfassend, um sie alle aufzuzählen. Eine Regel, an die Sie sich grundsätzlich halten sollten, ist die Folgende:

  • Aus dem Latainischen abgewandelte Verben, die im Deutschen auf -isieren (Beispiel: analysieren) enden, enden im Britischen auf -ise und im Amerikanischen auf -ize. Das Beispielwort analysieren wird also im Britischen zu analyse und im Amerikanischen zu analyze.

Auch im britschen Englisch werden jedoch manche Wörter auf -ize beendet, was sich im Laufe der Globaliesierung so etabliert hat. Wichtig ist also an erster Stelle, dass Sie einheitlich blieben.

Fazit

Eine Bewerbung für ein international agierendes Unternehmen sollten Sie stets auf Englisch verfassen. Hierbei gilt es, die formalen sowie sprachlichen Anforderungen zu beachten. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, lassen Sie Ihre Englische Bewerbung von einem Muttersprachler lesen und bitten Sie um sprachliche Korrektur.

Besonders die Unterschiede zur deutschen Bewerbung sollten nicht übersehen werden. Es reicht nicht, einen Bewerbungsentwurf einfach in die englische Sprache zu übersetzen. Formalia, die in Deutschland selbstverständlich sind – wie das Bewerbungsfoto und die handschriftliche Unterschrift – sind für eine Englische Bewerbung nicht von Relevanz beziehungsweise sogar unvorteilhaft.

Wer sich an die Gepflogenheiten der Englischen Bewerbung hält, kann bei einer ausländischen Niederlassung einer Firma punkten und erhöht die eigenen Chancen, zum Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden.

von Pauline Bodinek
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