Finanzen

Für wen lohnt sich Factoring?

Factoring – das Outsourcen von Rechnungen: gegen eine Gebühr können Selbständige und Unternehmen ihre Forderungen abtreten und müssen nicht mehr auf zahlungsunwillige Kunden warten. Doch für wen lohnt sich die Methode?

Für wen lohnt sich Factoring?

©8vFanI / iStock

Für Selbständige und Unternehmer ergibt sich im Umgang mit den Kunden immer wieder dasselbe Problem: Ein gewisser Prozentsatz zahlt nur sehr unzuverlässig und verzögert, manche gar nicht. Während Totalausfälle je nach Höhe ein Existenzrisiko darstellen können, sind verzögerte Zahlungen mehr als nur ein kleines Ärgernis. Jeder Unternehmer hat laufende Kosten. Kann er diese aufgrund offener Forderungen seinerseits nicht begleichen, muss er Kredite aufnehmen um die Lücke zu überbrücken. Das kostet unter Umständen viel Geld, abhängig von der Höhe der Kreditzinsen und der Laufzeiten. Außerdem frisst das Schreiben von Mahnungen und die Verwaltung gerichtlicher Mahnverfahren Zeit und Geld. Und beides wird eigentlich anderswo im Unternehmen benötigt.

Factoring soll Kosten und Aufwand minimieren

Die Lösung heißt Factoring: Gegen eine Gebühr (je nach Umsatz, Unternehmensform und weiteren Faktoren) von in der Regel zwischen zwei und fünf Prozent kann man seine Verbindlichkeiten abtreten. Der Factoring-Anbieter begleicht dann den Rechnungsbetrag abzüglich Gebühr umgehend und muss seinerseits das Geld beim Schuldner eintreiben. Damit hat man als Factoring-Kunde aber nichts mehr zu tun. Der Vorteil: Man hat sofort Geld zur Verfügung, muss sich nicht mehr damit herumschlagen, dass man säumigen Zahlern hinterherläuft und kann auch die Buchhaltung verschlanken. Außerdem sind die Factoring-Gebühren oft niedriger als die Kosten, die es verursacht, wenn Kunden nicht oder nicht rechtzeitig zahlen. Die Gebühren kann man als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen, was den finanziellen Aufwand noch weiter reduziert.

Früher gab es Factoring nur für große Unternehmen, deren Umsätze mindestens im sechsstelligen Bereich liegen. Heute gibt es auch Angebote für kleine Selbständige und sogar für Freiberufler. Die Regel ist, dass man Factoring-Verträge über bestimmte Laufzeiten (zum Beispiel ein Rechnungsjahr) abschließt. Es gibt aber auch flexiblere Modelle, die sich für kleine Unternehmen eher eignen.

Wann sich Factoring lohnt

Die Frage ist: Ab wann und für wen lohnt sich Factoring? Das hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen von der Anzahl der Kunden, die man hat – und davon, wie hoch der Anteil jener ist, die eine eher laxe Zahlungsmoral haben. Wer schon einmal Probleme aufgrund ausbleibender Zahlungen hatte oder gar einen Kredit aufnehmen musste, um flüssig zu bleiben, findet im Factoring eine gute und kostengünstige Lösung. Aber auch Unternehmer mit zuverlässigen Kunden können einmal nachrechnen: Welche Kosten verursachen Ausfälle und Forderungsmanagement? Und welche Kosten würde das Factoring im Gegensatz dazu verursachen? Liegen die Factoringkosten niedriger, dann lohnt es sich in jedem Fall.

Trotzdem sollte man einen Factoring-Vertrag nicht voreilig abschließen. Es gibt am deutschen Markt Hunderte Factoring-Anbieter mit teils sehr unterschiedlichen Konditionen, die man vorab unbedingt vergleichen soll. Es gibt auch entsprechende Vergleichsportale im Internet, die dabei helfen können. Am besten ist es aber, bei mehreren Anbietern individuelle, auf das eigene Unternehmen zugeschnittene Angebote einzuholen.

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