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Zusatzleistungen vom Arbeitgeber verfehlen oft ihr Ziel
Sicher kann ein Firmenwagen für einen Angestellten eine große finanzielle Entlastung sein und auch eine Hinterbliebenenrente kann Arbeitnehmern mit Familie ein ruhiges Gefühl verpassen. Doch was für einen gilt, gilt noch lange nicht für alle …
von Charlotte Ruzanski
Zusatzleistungen vom Arbeitgeber verfehlen oft ihr Ziel. Fitnessangebote sind Zusatzleistungen, die viele Arbeitnehmer gerne nutzen.
© Stockbyte/thinkstock

Und genau das ist die Problematik, vor die die meisten deutschen Unternehmen gestellt sind, wenn sie Zusatzleistungen für ihre Mitarbeiter anbieten: Während sich der Familienvater über die Hinterbliebenenrente freut, kann der allein-lebende Angestellte nur wenig mit diesem Bonus anfangen.

Bonusleistungen: Profit für beide Seiten

Dabei ist die Grundidee gut: Zusätzlich zum Gehalt werden Bonusleistungen geboten. Solche Leistungen machen die Unternehmen zum einen für Bewerber attraktiver und sorgen gleichzeitig auch für Zufriedenheit unter den Angestellten. Auf diese Weise schaffen sie im Idealfall eine längere Bindung der Arbeitnehmer an das Unternehmen.

Auch finanziell bringt dieses Vorgehen den Firmen Vorteile, denn sie können von Gruppenkonditionen und steuerlichen Entlastungen profitieren. Auf diese Weise gewinnen bei einem solchen Deal beide Seiten.

Fehlende Anpassung

Doch das Problem ist, dass die meisten Unternehmen an den Bedürfnissen ihrer Mitarbeiter vorbeiarbeiten.  Das hat nun eine repräsentative Umfrage der Unternehmensberatung Towers Watson ergeben. So zeigten die Angaben von 145 Unternehmen, dass das von ihnen verfolgte Konzept dringender Überholung bedarf.

Eines der Grundprobleme ist sicherlich, dass den Mitarbeitern in der Regel keine Möglichkeit gegeben wird, zwischen den unterschiedlichen Leistungen zu wählen. Viel mehr werden in den meisten Fällen Gesamtpakete angeboten, die kaum auf die individuellen Bedürfnisse aller Angestellten passen.

Vor allem Mitarbeiter mit Tarifvertrag sind an enge Vorgaben gebunden. Gerade mal 20 % können flexibel wählen. Bezüglich dieser Problematik sind außertarifliche Mitarbeiter und Führungskräfte deutlich besser gestellt.

Risikopakete oft sinnlos

Dabei werden zusätzliche Leistungen natürlich erst dann attraktiv, wenn sie an die persönlichen Interessen, an den Familienstand, die Karrierestufe und das Alter angepasst sind. Doch wie die Umfrage zeigt, haben die wenigsten die Option flexibel zu wählen, was am besten zur derzeitigen Lebenssituation passt.

Ein gutes Beispiel für die Optimierung am Bedarf vorbei sind die sogenannten Risikopakete. Sie beinhalten eine Einheit aus Risikoleistungen wie Unfall- und Hinterbliebenenversicherung. Doch gerade hier spielt die individuelle Situation des Angestellten eine entscheidende Rolle: Wer alleine lebt, braucht mitnichten eine Hinterbliebenenversicherung. Auf diese Weise verpufft der finanzielle Vorteil durch das Extra-Angebot der Firma. Zu einer engere Bindung an das Unternehmen kann so etwas daher kaum beitragen.

Angebot individualisieren

Eine solche schlechte Firmenpolitik macht die im Grunde gute Idee schnell wieder zunichte. Dabei wäre es gar nicht so schwer, das Konzept in sicheres Fahrwasser zu lenken. Entscheidend ist primär, dass Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben wird, zwischen unterschiedlichen Leistungen zu wählen und so auch nur das in Anspruch zu nehmen, wovon sie wirklich profitieren können. Sinnvoll sind hier neben Leistungen der Altersvorsorge auch Angebote aus dem Bereich Gesundheit. Ob Fitness-Angebote, Ernährungsberatung oder Burnout-Prävention, solche Angebote werden von den meisten Arbeitnehmern mit Kusshand genommen. Nicht zuletzt auch, weil sie eine Verbindung von Arbeit und Freizeit ermöglichen.

Andere Zusatzleistungen, auf die immer mehr Angestellte Wert legen, sind die Optionen eines Zeitwertkontos oder eines Sabbatjahres. Firmen, die flexible Arbeitszeiten, längere Auszeiten aus dem Beruf oder auch einen flexiblen Eintritt in den Ruhestand ermöglichen, gewinnen immer mehr an Zulauf.

Wichtig ist außerdem, dass Unternehmen transparent kommunizieren, welchem jährlichen Wert die angebotenen Leistungen entsprechen, nur so können Mitarbeiter auch den Mehrwert des Angebots erkennen und einschätzen.

von Charlotte Ruzanski

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