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Null-Prozent-Finanzierung? Risiken beim Kauf auf Pump
Immer häufiger kaufen die Deutschen auf Pump: Jahr für Jahr nehmen Ratenverträge und Konsumkredite zu. Es ist ja auch praktisch, mit überschaubaren monatlichen Raten über mehrere Monate oder gar Jahre kann man sich auch größere Anschaffungen leisten ohne den teuren Dispo-Kredit beanspruchen zu müssen. Es ist aber Vorsicht geboten, denn die Händler sind trickreich, und oft zahlt man am Ende drauf.
von Gerrit Wustmann
© Weerapat Wattanapichayakul/thinkstock

Fast sieben Millionen Menschen waren in Deutschland im Jahr 2014 überschuldet. Durchschnittlich lagen die Schulden pro Person bei rund 32.000, – €. Und das sind nur jene, die ihre Schulden nicht mehr bedienen konnten. Eine gewisse Schuldenmenge hat fast jeder erwachsene Bürger. Solange man seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann, ist das auch kein großes Problem. Doch gerade günstige Ratenkredite und Zahlungen auf Pump sorgen insbesondere bei jüngeren und ärmeren Menschen dafür, dass die individuelle Schuldenlast wächst, auch wenn die Gesamtlast seit 2005 leicht gesunken ist.

Eigene Finanzen im Blick behalten

Es ist also besonders wichtig nicht, den Überblick über die eigenen Verbindlichkeiten zu verlieren und diese regelmäßig mit dem laufenden Einkommen abzugleichen, um die Frage zu beantworten: Kann ich mir das überhaupt leisten? Viele landen nur deswegen in der Schuldenfalle, weil sie sorglos auf Pump konsumieren und sich zu wenig Gedanken darüber machen, dass die Summe der monatlich zu zahlenden Raten irgendwann ihre Möglichkeiten übersteigt.

Aber auch von diesem Problem abgesehen, lauern bei all den schönen Finanzierungsmodellen diverse Fallen. Natürlich sind Konsumkredite und Ratenfinanzierungen fast immer günstiger als die dauerhafte Belastung des Dispo-Kredits, dessen Zinsen und Gebühren meist horrend sind, da er nicht für die dauerhafte Nutzung, sondern nur zum Auffangen kurzfristiger Liquiditätsengpässe gedacht ist.

Kreditwürdigkeit & versteckte Kosten

Das ist aber kein Grund, nur noch auf Raten zu kaufen. Zuviele Ratenfinanzierungen bergen einerseits die berüchtigte Schufa-Gefahr: Kann man einmal eine Rate nicht bedienen oder vergisst eine Überweisung (oder eine Abbuchung kann nicht ausgeführt werden, weil das Konto nicht gedeckt ist), dann sinkt der Score. Geschieht das mehrmals, riskiert man, als nicht mehr kreditwürdig eingestuft zu werden und dann bekommt man im Zweifelsfall nicht mal mehr einen Telefonvertrag.

Einen weiteren Knackpunkt stellen die versteckten Kosten dar, die zu einer Grundregel führen: Kann man es sich leisten, ein Produkt oder eine Dienstleistung sofort und komplett zu bezahlen, dann sollte man das auch tun. Denn Ratenzinsen und Gebühren verteuern den Konsum in den meisten Fällen. Die so genannten Null-Prozent-Finanzierungen, mit denen vor allem Kauf- und Versandhäuser sowie mehrere große Elektronikketten so offensiv werben, sind bei genauem Hinsehen längst nicht so günstig, wie es den Anschein hat.

Zwar werden keine Zinsen oder offenen Gebühren erhoben, so dass man erstmal glaubt, der finale Ratenpreis sei derselbe wie der Preis bei sofortiger Bezahlung. Tatsächlich machen aber viele Händler auf einem anderen Weg ihren Profit zum Nachteil des Kunden: In vielen Ratenverträgen ist eine Restschuldversicherung fester Bestandteil. Wenn sie das nicht ist, wird sie den Kunden angeboten, meist ohne dass über die Details aufgeklärt wird.

Auf überflüssige Versicherungen verzichten

Restschuldversicherungen verteuern die Raten und damit den Gesamtpreis deutlich, sind aber völlig überflüssig. Die Verträge enthalten so viele geschickt formulierte Ausschlussklauseln, dass es nur selten vorkommt, dass eine Versicherung im Falle der Zahlungsunfähigkeit des Kunden tatsächlich einspringen muss. Ein teurer Spaß, der sich nicht lohnt. Man sollte also beim Kauf darauf bestehen, dass man keine Restschuldversicherung wünscht. Ist das nicht möglich, sollte man auf den Kauf verzichten.

Gerade bei Handys und Computern wird außerdem eine Geräteversicherung bzw. Handyversicherung mit angeboten oder direkt in den Vertrag hineingeschrieben. Auch sie kostet – entweder einen hohen einmaligen Betrag oder monatlich fünf bis zehn Euro. Und auch diese Versicherung ist gänzlich überflüssig. Auch sie enthält in der Regel weit gefasste Ausschlussklauseln. Und selbst wenn sie greift, erhält man nach einer gewissen Zeit nicht den Neuwert, sondern nur noch den Verkehrswert eines Gebrauchtgerätes erstattet. Der liegt nicht selten unter dem, was man bis dahin in die Versicherung eingezahlt hat. Lohnt sich also nicht, verteuert aber die Anschaffung.

Fazit: Wer seine Finanzen gut unter Kontrolle hat und sich keine sinnlosen Zusatzprodukte aufschwatzen lässt, darf auch mal auf Pump kaufen. Alle anderen sollten schon aus Selbstschutz lieber verzichten.

von Gerrit Wustmann

1 Kommentare

  1. Online-Kreditvergabe wächst rasant
    4. Juni 2015, 08:58

    […] Konsumfinanzierungen zur freien Verwendung wurden im Umfang von 43,7 Milliarden Euro […]

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