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Fake News im Internet erkennen

„Postfaktisch“ wurde zum Wort des Jahres gewählt, Fake News werden in sozialen Netzwerken geteilt und verbreiten sich rasant. Der aktive Faktencheck wird dadurch umso wichtiger für jeden von uns. Aber wie erkennt man Fake News, also bewusst verbreitete Falschinformationen? Und was kann man dagegen tun?

Fake News im Internet erkennen

©Vladimir Voronin / 123rf

Auf der Straße brüllen die Anhänger von Pegida, AfD und anderen rechtsradikalen Gruppen „Lügenpresse“ – ein Begriff der bewusst in Diktaturen verwendet wird, um kritische Berichterstattung zu diskreditieren. Dahinter steckt eine Kampagne einerseits, ein völlig verzerrtes Medienbild andererseits. In kaum einem Land der Welt kann die Presse freier arbeiten als in Deutschland. Dass dabei mitunter auch Fehler gemacht werden wie in jeder anderen Branche auch, versteht sich von selbst. In der Regel werden diese hierzulande aber transparent korrigiert. Wer aber von der „Lügenpresse“ spricht und zugleich ein staatliches Propagandamedium wie Russia Today für vertrauenswürdig hält, dem ist kaum mehr zu helfen.

Lügenpresse-Rufer und ihre Fake News

Dass ausgerechnet aus der Fraktion der Lügenpresse-Rufer heraus beständig Halbwahrheiten und Fake News verbreitet werden, verwundert dann kaum noch. Zuletzt hatte die Grünen-Politikerin Renate Künast mit dem Problem zu kämpfen. Eine rechtsradikale Facebook-Seite verbreitete nach dem Mord an einer Freiburger Studentin ein gefälschtes Zitat, das angeblich aus der Süddeutschen Zeitung stammen sollte: „Der traumatisierte Junge Flüchtling hat zwar getötet, man muss ihm aber jetzt trotzdem helfen. [sic]“ Das hat Künast nie gesagt, und es stand auch nicht in der SZ. Aber es bediente die Vorurteile der Rechtsradikalen gegenüber Flüchtlingen und grünen bzw. im weitesten Sinne linken Politikern.

Drei Tage dauerte es, bis Facebook auf Betreiben von Künast und der SZ die Fälschung löschte. Künast hat Strafanzeige gegen die Urheber gestellt. In der Zwischenzeit war es zigtausendfach verbreitet worden. Umso wichtiger ist es, alles zu hinterfragen. Bevor man etwas teilt, muss man innehalten und sich fragen: Kann das überhaupt stimmen? Im Fall Künast wäre schon ein Blick auf die Quelle ein deutlicher Hinweis gewesen. Aber auch eine Google-Suche nach dem Zitat hätte weitergeholfen. Findet sich etwas dazu? Findet es sich bei der SZ? Oder in anderen seriösen Medien? Wenn nicht, dann sollte man vorsichtig sein. Es ist wie mit den massenhaft verbreiteten Gruselstories über angebliche Straftaten von Geflüchteten. Wenn man darüber nirgends etwas findet, liegt das nicht daran, dass die Massenmedien es verschweigen (wie die Verschwörungstheoretiker gerne behaupten), sondern daran, dass es schlicht nicht passiert ist und man es mit Fake News zu tun hat.

Verbreiten von Hetzbotschaften kann strafbar sein

Hinzu kommt, dass man schon im eigenen Sinne die Fakten checken sollte, bevor man auf „Teilen“ klickt. Denn oft handelt es sich um Verleumdung und Hetze, die strafrechtlich belangt werden kann. Man geht also das Risiko ein, sich selbst strafbar zu machen, indem man derartiges weiter verbreitet. Und inzwischen hat es – zum Glück! – mehrere Verurteilungen und Haftstrafen für das Verbreitung von Hass und Hetze sowie falschen Tatsachenbehauptungen im Internet gegeben.

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