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Breitband: Internet ist oft langsamer als angegeben

Wie eine Analyse der Bundesnetzagentur offenlegt, sind die Verbindungsgeschwindigkeiten beim Internet in Deutschland oft langsamer als von den Providern angegeben. Nur selten wird die höchste Übertragungsrate erreicht.

Breitband: Internet ist oft langsamer als angegeben

©Tero Vesalainen / iStock

Wie schnell ist Ihre Internetleitung? Erreichen Sie wirklich die vom Provider angegebene Höchst-Übertragungsrate? Sehr wahrscheinlich nicht. Aus guten Gründen sichern die Anbieter sich ab, indem die Mindest-Übertragungsrate in der Regel weit niedriger liegt als der beworbene Höchstwert. Wer beispielsweise eine 50.000er-Leitung gebucht hat, wird bei einem Blick in den Vertrag feststellen: Garantiert wird weit weniger, mitunter weniger als die Hälfte. Kunden sollten daher beim Vertragsabschluss genau nachfragen und die juristisch relevante Formulierung „bis zu“ beachten.

Maximale Geschwindigkeit wird nur selten erreicht

Die Befürchtung vieler Verbraucher, dass ihre Verbindungsgeschwindigkeit hinter den Erwartungen zurückbleibt, bestätigt nun die Bundesnetzagentur. „Über alle Bandbreiteklassen und Anbieter hinweg erreichen Kunden nach wie vor oft nicht die maximale Geschwindigkeit, die ihnen die Anbieter in Aussicht gestellt haben. Obwohl die Ergebnisse bei einzelnen Bandbreiten und zwischen den Anbietern unterschiedlich ausfallen, zeigen sie insgesamt weiterhin Handlungsbedarf bei den Breitbandanbietern“, betont Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Die Ergebnisse der durchgeführten Messungen zeigen: Gerade mal 12 Prozent der Kunden erhalten die Höchstgeschwindigkeit. Bei mehr als 70 Prozent ist es immerhin die Hälfte. Die Unterschiede schwanken je nach Anbieter gewaltig. Manche der 41 getesteten Anbieter konnten keinem einzigen ihrer Kunden die volle Geschwindigkeit bereitstellen, bei anderen waren es bis zu 37 Prozent – auch das kein berauschender Wert. Die Untersuchung zeigt deutlich, dass die werblich angepriesenen Übertragungsraten mit großer Vorsicht zu genießen sind.

Hinzu kommen erhebliche Schwankungen im Tagesverlauf. So sollen vor allem gegen Abend bei den schnelleren Leitungen die Übertragungsraten einbrechen, wenn zu viele Personen gleichzeitig online sind.

Mobiles Internet oft noch langsamer

Noch dramatischer ist es beim mobilen Internet, das im Zeitalter von Smartphones und Tablets immer wichtiger wird. Gerade mal 1,6 Prozent der Verbraucher erhalten hier laut Bundesnetzagentur die Maximalgeschwindigkeit, bei 18.6 Prozent ist es „mindestens die Hälfte“. Im Vergleich zum Vorjahr sollen sich die Werte erheblich verschlechtert haben. In Kontrast dazu steht die Kundenzufriedenheit, die bei 65 bis 76 Prozent liegt. Die Verbraucher scheinen also mehrheitlich trotz der zu geringen Übertragungsraten keine spürbaren Einbußen wahrzunehmen.

Verbraucher können auch selbst ihre Leitungsgeschwindigkeit testen. Für Mobilgeräte eignet sich hierbei vor allem die kostenlose App „Traffic Monitor“, die sowohl Upload- als auch Downloadgeschwindigkeiten misst und archiviert. Bei der Messung gilt, dass ein per Kabel mit dem Router verbundenes Gerät genauere Ergebnisse liefert als eine Messung im W-LAN. Außerdem stellt die Bundesnetzagentur unter Beitbandmessung.de eine eigene Messmöglichkeit zur Verfügung.

Ein Test in unserer Redaktion ergab via W-LAN: Laut Traffic Manager erreicht unsere Leitung sogar minimal mehr als die maximal angegebene Höchst-Übertragungsrate. Laut Breitbandmessung.de erreichen wir minimal weniger als die Maximalgeschwindigkeit. Wir bewegen uns also unter den glücklichen zwölf Prozent der Kunden.

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