Finanzen

Bitcoins für Dummies

Seit einigen Wochen dominiert das Thema Bitcoin die Medien. Vor allem im Internet liest man von der bemerkenswerten Achterbahnfahrt des Währungskurses. In den letzten Wochen ist es gar zu einer regelrechten Wertexplosion gekommen durch die Investoren kurzerhand zu Millionären werden, die aber immer wieder auch das Thema einer bald platzenden Spekulationsblase aufkommen lässt. Doch nicht jeder weiß überhaupt etwas mit dem Thema Bitcoin anzufangen. bbx.de ist dem Phänomen nachgegangen und klärt auf, was Bitcoins eigentlich sind und warum ihr Wert so hoch ist.

Bitcoin

Die digitale Währung Bitcoin gibt es seit 2009. Entwickelt wurde sie von dem Japaner Satoshi Nakamoto. Der Grundgedanke, auf den Bitcoins aufbauen, ist das Vorhaben eine Währung zu etablieren, der vertraut werden kann und die nicht über eine Zentralbank reguliert und dadurch möglicherweise entwertet wird.

Mittlerweile hat der Bitcoin das ihm lange Zeit nachgesagte Schmuddel-Image abgelegt und gilt nicht mehr nur als Währung für den Drogenschwarzmarkt. Er hat ein seriöses Image bekommen und wird mehr und mehr als reguläres Zahlungsmittel akzeptiert. In erster Linie kann in Internet-Shops mit Bitcoins gehandelt werden. Das Internetaktionshaus eBay prüft aktuell noch die Möglichkeit, von Bitcoins als Zahlungsoption. Das Wall Street Journal berichtet, dass sogar in einigen Szene-Geschäften in Großstadtvierteln wie Berlin-Mitte Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptiert werden.

Was ist ein Bitcoin?

Ganz einfach ausgedrückt handelt es sich beim Bitcoin-System um eine elektronische Währung im Internet, für die es keine Kontrollinstanz gibt. Die Währungseinheit dieses Systems ist ein Bitcoin (häufig abgekürzt mit BTC). Es handelt sich nicht um einen materiellen Gegenstand, jeder Bitcoin entspricht einer Zahl, die einer Adresse zugeordnet und mit einer digitalen Signatur versehen. Der Besitzer eines Bitcoins legitimiert sich über einen kryptografischen Schlüssel. Dieser Schlüssel ist – plump ausgedrückt – ein sehr kompliziertes Kennwort.

Bitcoins ermöglichen eine sofortige Transaktion zwischen zwei Menschen. Unabhängig von deren Standorten wird das Guthaben via Internet elektronisch überwiesen.

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Die Statistik zeigt, die Anzahl der Bitcoin-Konten und die Höhe der darauf liegenden Bestände. © Statista

Wer über Bitcoins verfügt, hat diese im Wallet, einem virtuellen Portemonnaie. Genau wie im echten Leben muss auf das Wallet gut aufgepasst werden. So wie es auf der Straße Taschendiebe gibt, besteht auch im Internet die Gefahr ausgeraubt zu werden.

Woher kommen Bitcoins?

An der Bitcoin-Produktion kann sich jeder beteiligen, der über einen Computer und die notwendige Software verfügt  – theoretisch. Praktisch ist das alles ein bisschen komplizierter.

Ein Bitcoin entsteht durch sogenanntes Mining. Dies ist ein komplexes kryptografisches Verfahren, bei dem der Computer ein kompliziertes mathematisches Problem lösen muss. Mit der Lösung wird ein neuer Bitcoin generiert.

Aber da sich ja theoretisch jeder an der Produktion beteiligen kann, wird der Aufwand – also der Schweregrad der Rechnungen – automatisch über das Netzwerk angepasst. Auf diese Weise wird die Rate, mit der die Bitcoins hergestellt werden, begrenzt.

 Wie erhält man Bitcoins?

Um Transaktionen mit Bitcoins abschließen zu können, muss man sich auf einem Bitcoin-Marktplatz registrieren (bspw. www.bitcoin.de, www.MtGox.com). Der Kauf und Verkauf der Währungseinheiten funktioniert über eine Art Börse: Ein Bitcoin wird gegen den entsprechenden Wert einer realen Währung (wie Dollar oder Euro) vom Bitcoin-Produzenten (Miner) erworben; dadurch werden sie als Zahlungseinheit in Umlauf gebracht. Die Bezahlung kann als Aufwandsentschädigung für das Mining verstanden werden, das sehr ressourcenintensiv ist.

Inflation nicht möglich

Ein weiterer Grund, warum Bitcoins sich von herkömmlichen Zahlungsmitteln unterscheiden, ist der ihnen inhärente Inflationsschutz. Aufgrund der Festlegung der Anzahl von Bitcoins auf maximal 21 Millionen kann es nicht zu einem Kaufkraftverlust der Währung kommen. Achim Himmelreich, von der Unternehmensberatung Mücke Sturm & Company, ein Experte für Bitcoins, sieht allerdings genau darin einen Schwachpunkt, wie er im Gespräch mit der Wochenzeitung Die Zeit äußerte: Aufgrund der Begrenzung der Bitcoins und der wachsenden Gruppe an Usern muss der Kurs schon rein mathematisch steigen. Das führt zu dem Problem, dass der Reiz, die Bitcoins zu behalten, gegenüber dem Reiz sie auszugeben immer größer wird. Bereits jetzt wird mit knapp 12 Millionen Bitcoins gehandelt, der Spielraum nach oben ist also nicht mehr allzu groß.

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Die Statistik zeigt die Gesamtzahl aller bisher geschöpften Bitcoins von November 2012 bis November 2013. © Statista

Risiko oder Chance?

Die Notenbanken der Welt beobachten die Entwicklung der Kryptowährung mit Sorge. Zwar sehen sie das Finanzsystem an sich nicht gefährdet, aber Bitcoins sind ein „finanzielles Risiko für jene, die Geld darin investiert haben“, zitiert die Tageszeitung Die Welt die Bank von Frankreich. Der Grund für dieses Risiko liegt in der Volatilität des Bitcoin-Preises: Innerhalb kurzer Zeit kann der Kurs unvorhersehbar steigen oder fallen. Das zeigt allein ein Blick auf die letzten Wochen, in denen der Kurs um mehr als 400 Prozent gestiegen ist, zeitweise jedoch auch kräftig nachgelassen hat.  Investoren wird daher davon abgeraten Kapital in Bitcoins anzulegen, dessen Verlust man sich nicht leisten kann. Denn in dem Moment, in dem sich niemand mehr findet, der die Währung kaufen will, kann der Kurs schlagartig kollabieren, so die Tageszeitung Die Welt.

Als erstes Land weltweit hatte Thailand Bitcoins bereits im Sommer verboten. Nun hat China Anfang Dezember nachgezogen und seinen Finanzinstituten den Handel mit Bitcoins untersagt. Begründet wurde das Verbot mit dem fehlenden Rechtsstatus und monetären Wert der Bitcoins. Die Wochenzeitung Die Zeit berichtet, dass China mit diesem Schritt kriminellen Machenschaften entgegenwirken möchte.  Auf dieses Verbot hat der Währungskurs sogleich mit einem Einbruch von vorübergehend 30 % reagiert, erholte sich jedoch rasch.

Doch China hat mit seinem Verbot ein Zeichen gesetzt und die Wahrscheinlichkeit, dass nun auch weitere Staaten ein solches Verbot durchsetzen steigt. Wie dann die Zukunft der Bitcoins aussieht, bleibt offen.

9. September 2017 13:04 Uhr
Lisa

Eine Art Abzocke, wobei Leute, die nicht durchblicken arg geschädigt werden können.
Wäre die Sache sicher, wir hätten nur noch Gutverdienende und sogenannte Millionäre. Also, Hände weg davon. Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach.

21. September 2017 21:30 Uhr
michael möller

Woher kommt die Software für das Mining?
Wer stellt die mathematische Aufgabe, die gelöst werden muss?

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