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Absicherung für Künstler und Freiberufler: Die KSK
Freiberufliche Künstler haben es vor allem am Anfang der Selbständigkeit schwer. Die Honorare sind oft niedrig, die Kosten für die soziale Absicherung im Vergleich enorm. Die Künstlersozialkasse (KSK) soll diese Widrigkeiten abfedern und die Kosten für Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung senken.
von Gerrit Wustmann
Absicherung für Künstler und Freiberufler: Die KSK. Die KSK bietet Menschen in freien kuenstlerischen Berufen Sicherheit.
© thinkstock

Künstler und Publizisten sind in den gesetzlichen Kassen pflichtversichert. Die Anfang der Achtziger Jahre gegründete KSK mit Sitz in Wilhelmshaven sorgt dafür, dass die Versicherten nur die Hälfte der Pflichtabgaben gemäß ihres Einkommens selbst zahlen müssen und legt die andere Hälfte (also das, was bei Angestellten der Arbeitgeberanteil ist) obendrauf.

Diese Leistung finanziert die KSK zum überwiegenden Teil aus der so genannten Künstlersozialabgabe: Jeder, der Aufträge an freiberufliche Künstler vergibt, muss sie zahlen. Der Satz beträgt derzeit 5,2 %. Er ist in den letzten Jahren stark gestiegen, da zahlreiche Unternehmen ihn nicht abführen und Überprüfungen nur sehr sporadisch stattfinden – dies soll sich allerdings in Zukunft ändern, wovon letztlich alle Beteiligten profitieren: Die KSK und ihre Versicherten durch eine starke finanzielle Basis, die abgabepflichtigen Unternehmen durch sinkende Kosten. Hinzu kommt ein Zuschuss vom Bund, der zuletzt rund 170 Millionen Euro im Jahr betrug.

Enge Zulassungsvoraussetzungen

Als Künstler gelten bei der KSK Musiker und bildende Künstler, Schriftsteller, Journalisten und Publizisten, sowie unter engeren Voraussetzungen auch Übersetzer und PR- bzw. Werbefachleute, außerdem Dozenten in den genannten Fachgebieten.

Voraussetzung für die Aufnahme in die KSK ist, dass die selbständige künstlerische Tätigkeit der auf Dauer angelegte Hauptberuf ist, mit dem der wesentliche Teil des Einkommens bestritten wird. Zusätzlichen nichtkünstlerischen oder Angestelltentätigkeiten sind enge Grenzen gesetzt.

Dem Antrag auf Aufnahme bei der KSK müssen Nachweise über die berufliche Tätigkeit beigefügt werden in Form von Rechnungen, Abrechnungen, Verträgen, Vereinbarungen sowie Arbeitsproben. Diese werden sehr genau geprüft.

Gerade während des Berufseinstiegs kann es erstmal zur Ablehnung durch die KSK kommen. Doch da man auch dort weiß, mit welchen Schwierigkeiten freie Künstler, die sich zu etablieren versuchen, zu kämpfen haben, sind die Voraussetzungen in der Anfangszeit leicht gelockert. So ist der Mindestverdienst niedrig angesetzt und darf in den ersten drei Jahren der Selbständigkeit auch mal unterschritten werden. Wird er danach erneut unterschritten, kann das zum Ausschluss aus der KSK führen.

Kontrollen stellen Versicherungsanspruch sicher

Der Versicherungsbeitrag wird aus dem vom Versicherten selbst geschätzten Jahreseinkommen ermittelt. Die Schätzung muss jährlich im Dezember abgegeben werden. Erweist sich im Laufe des Jahres, dass die Schätzung zu hoch oder zu niedrig war, kann man sie jederzeit korrigieren. Erstattungen oder Nachzahlungen fallen dabei nicht an. Um sicherzustellen, dass niemand Falschangaben macht, wird jährlich ein Teil der Versicherten überprüft; zum einen wird anhand des Steuerbescheids kontrolliert, ob die Selbstangaben zum Einkommen korrekt sind. Leichtere Abweichungen werden toleriert, kommt es aber mehrere Jahre in Folge zu großen Abweichungen (wurden zum Beispiel mehrere tausend Euro mehr eingenommen als angegeben), wird die Schätzung von der KSK selbst vorgenommen. Größere Abweichungen können zudem zum Ausschluss aus der KSK führen. Ebenfalls wird überprüft, ob die freie künstlerische Tätigkeit weiterhin das Haupteinkommen bildet. Ist dies nicht mehr der Fall, erlischt auch der Versicherungsanspruch via KSK.

Achtung

Wer Mitglied der KSK wird, bleibt weiter bei seiner gesetzlichen Krankenversicherung, dasselbe gilt für Renten- und Pflegeversicherung. Lediglich die Entrichtung der Beiträge läuft dann über die KSK.

von Gerrit Wustmann

1 Kommentare

  1. Arbeitnehmerähnliche Selbstständige – was ist zu beachten?
    30. Mai 2014, 12:42

    […] tragen sie selbst. In bestimmten freien Berufen kann ein Teil der Sozialversicherungsbeiträge von der Künstlersozialkasse übernommen werden. Selbstständige können sozialversicherungspflichtige Angestellte […]

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