Berufsunfähigkeit

Zinslose Stundung auf Antrag

Eine zinslose Stundung auf Antrag wird gewährt, während geprüft wird, ob der Kunde der Berufsunfähigkeitsversicherung tatsächlich berufsunfähig ist und folglich den zahlreichen Hürden und Klauseln zum Trotz die Leistungen der Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch nehmen kann.

Es kann sich einige Zeit hinziehen, bis die verschiedenen Klauseln umschifft sind und abschließend geprüft wurde, ob die Berufsunfähigkeitsversicherung ihren Verpflichtungen nachzukommen hat. In dieser Zeit muss der Betroffene in der Regel seiner Beitragszahlung nachkommen, was nicht immer einfach ist: Kunden, die bereits seit längerer Zeit aufgrund der vorliegenden Berufsunfähigkeit nicht mehr arbeiten können, können häufig auch die Beitragszahlung nicht mehr leisten.

Beitragsfreistellung kann rückwirkend geleistet werden

Eine „zinslose Stundung auf Antrag“ bedeutet nun, dass der Kunde zunächst die Beitragszahlung einstellen darf. Die Klauseln der Berufsunfähigkeitsversicherung besagen aber, dass die zinslose Stundung auf Antrag wieder aufgehoben wird, wenn bei der Prüfung der gemeldeten Berufsunfähigkeit festgestellt wurde, dass eine solche nicht tatsächlich vorliegt. Der Kunde muss daraufhin seine Beitragszahlung wieder aufnehmen und die durch die zinslose Stundung auf Antrag gewährte Beitragsbefreiung rückwirkend begleichen.

Allerdings werden durch die zinslose Stundung auf Antrag keine Zinsen für den Zeitraum fällig, in dem keine Beiträge bezahlt wurden.

Speziell für Selbstständige oder Freiberufler, die im Krankheitsfall häufig keine Lohnfortzahlung erwarten können, ist die für einen minimalen Aufschlag in die Versicherungspolice inkludierte zinslose Stundung auf Antrag erheblich günstiger als eine ansonsten drohende Überziehung des Kontos.

Autor
Susanne Herrenbrück
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