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Zeitumstellung: Wird die Sommerzeit abgeschafft?

Seit ihrer Einführung im Jahr 1980 ist die Zeitumstellung umstritten. Ihren ursprünglichen Zweck hat sie verfehlt. Und nun könnte ihr aufgrund einer vernichtenden Umfrage das Ende drohen. Doch die Sache hat einen Haken...

Zeitumstellung: Wird die Sommerzeit abgeschafft?

©Stadtratte / iStock

Am 28. Oktober endet die Sommerzeit, die Uhren werden wieder eine Stunde zurückgestellt. Ob wir wie geplant am 31. März 2019 einmal mehr eine Stunde verlieren, ist aber aktuell völlig offen. Möglicherweise ist die Zeitumstellung bis dahin abgeschafft. Aktuell mehren sich die Anzeichen, dass die EU-Kommission bereit sein könnte, diesen Schritt bald zu gehen.

Umfrage: EU-Bürger gegen Zeitumstellung

Grund dafür ist eine Umfrage, die im August endete. Darin hatte die Kommission die EU-Bürger befragt, wie sie zur Zeitumstellung stehen. Medienberichten zufolge sollen rund 4,6 Millionen Menschen teilgenommen haben – mit eindeutigem Ergebnis: Über 80 Prozent stimmten gegen die Zeitumstellung. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte daraufhin, er werde sich für die baldige Abschaffung einsetzen.

In Deutschland wurde die Zeitumstellung 1980 eingeführt. Man erhoffte sich durch die zusätzliche Stunde Licht am Abend, Energie zu sparen. Funktioniert hat das allenfalls marginal. In den USA führte die Umstellung sogar zu einem Anstieg. Zwar wurde künstliches Licht eingespart, dafür wurde im Herbst mehr geheizt, im Sommer liefen die Klimaanlagen länger. Auch viele Mediziner kritisieren die Zeitumstellung. Sie sorge bei vielen Menschen zweimal jährlich für ein Mini-Jetlag, an das sich der Körper nur langsam anpasse, indem er binnen einiger Tage die innere Uhr nachjustiert. In diesen Tagen sinkt die Leistungskraft, manch einer fühlt sich müde und schlapp.

Keine objektiven Argumente für die Sommerzeit

Wirklich objektiv positive Argumente lassen sich für die Beibehaltung der Sommerzeit schon lange nicht mehr finden. Dass manche Menschen sich an den langen Sommerabenden erfreuen ist zwar schön, dürfte aber kein hinreichender Grund gegen die Abschaffung sein.

Doch die Sache hat einen Haken. Die Umfrage, die den Aktionismus in Brüssel ausgelöst hat, ist nicht repräsentativ. Sie war öffentlich zugänglich für alle, die teilnehmen wollten – und es ist anzunehmen, dass dadurch besonders viele Gegner der Zeitumstellung angelockt wurden. Vor diesem Hintergrund erscheinen auch die 4,6 Millionen Teilnehmer in einem anderen Licht. Denn dabei handelt es sich um weniger als ein Prozent aller EU-Bürger. Das Ergebnis sollte also, bevor man voreilige Schritte einleitet, Anlass dazu geben, eine zweite und diesmal repräsentative Umfrage durchzuführen. Denn bislang weiß man nicht, wie die Bürger der EU tatsächlich zu dem Thema stehen.

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