Service

Wie gefährlich ist Elektrosmog?

Ob Handy am Ohr, ob Mikrowelle in der Küche, ob W-LAN im Wohnzimmer: ständig sind wir elektromagnetischer Strahlung ausgesetzt. Im Volksmund hat sich der Begriff Elektrosmog durchgesetzt. Es wird vor Gesundheitsgefahren bis hin zu Krebs gewarnt. Doch ist die Panik berechtigt?

Wie gefährlich ist Elektrosmog?

©claudiodivizia / 123rf

Die Angst vor Elektrosmog kam früher vor allem aus der Esoterik-Ecke, wo sie auch heute noch boomt. Aber durch die zunehmende Verbreitung von Geräten, die in irgendeiner Weise funken, findet auch die Angst vor vermeintlich gefährlicher Strahlung in immer größeren Teilen der Gesellschaft fruchtbaren Boden. Menschen, die sich als „elektrosensibel“ verstehen, sehen sich immerwährender Risiken ausgesetzt. Und mit der Verbreitung von Smart-Home-Hardware ist dem kaum noch zu entkommen.

Produkte, die vor Elektrosmog schützen?

Längst hat die Industrie die Elektro-Phobiker als Zielgruppe entdeckt: Es gibt alles, von der strahlungssicheren Handyhülle bis hin zum metallfreien Bett, das angeblich Elektrosmog fernhalten soll. Aber wie gefährlich ist die Strahlung wirklich? Sind wir tatsächlich andauernd Gefahren für unsere Gesundheit ausgesetzt?

Nach heutigem Forschungsstand kann man sagen: höchstwahrscheinlich nicht. Es wurden bislang weit über Zehntausend Studien zur Schädlichkeit elektromagnetischer Strahlung durchgeführt. Ein direkter kausaler Zusammenhang zu Krankheiten ließ sich, erst recht im Rahmen geltender Strahlungsgrenzwerte, die alle hiesigen Elektrogeräte einhalten müssen, nicht nachweisen. Studien, die andere Ergebnisse hervorbrachten, wurden wegen methodischer Mängel kritisiert und werden in der Wissenschaft nicht ernstgenommen.

Das sieht auch die Weltgesundheitsorganisation WHO so. Dennoch rät sie dazu, sich nicht unnötig Strahlung auszusetzen, also beispielsweise öfter ein Kabeltelefon als ein Mobil- oder DECT-Telefon zu nutzen, da die Strahlung „möglicherweise“ krebserregend sein könnte. Wissenschaftlich bestätigt werden konnte diese Vermutung aber bislang nicht. Und obwohl solche Telefone seit mehr als zwanzig Jahren exzessiv genutzt werden, ließ sich bislang kein darauf zurückführbarer Anstieg der Krebserkrankungen feststellen.

„Sowohl nationale als auch internationale Strahlenschutzorganisationen halten es aufgrund der langjährigen Forschung für immer weniger wahrscheinlich, dass eine Wechselwirkung mit negativen Folgen tatsächlich besteht. Ausgeschlossen wird ein Krebsrisiko deshalb jedoch noch nicht. Die wissenschaftliche Diskussion gilt nicht als beendet: Ein „Unschädlichkeitsbeweis“ fehlt ebenfalls“, heißt es dazu beim Deutschen Krebsforschungszentrum.

Schädliche Wirkung nicht nachgewiesen

Fakt ist auch, dass die Lebenserwartung der Menschen in den westlichen Industrienationen kontinuierlich ansteigt – und das obwohl wir uns mit immer mehr Eletrogeräten im Alltag umgeben. Allein diese Tatsache widerspricht der Theorie der Gesundheitsgefahr durch Elektrosmog fundamental.

Eine tatsächliche Wirkung der Produkte, die vermeintlich den Elektrosmog reduzieren sollen, wie beispielsweise entsprechende Handyhüllen, ist ebenfalls nicht nachgewiesen. Das Geld kann man sich getrost sparen. Wer aber dennoch Angst hat, braucht nicht in Panik zu verfallen, sondern kann mit einfachen Mitteln die eigene Belastung zumindest zu Hause verringern. Etwa, indem man ein Telefon mit Kabel verwendet, den W-LAN-Router bei Nichtverwendung abschaltet und Elektrogeräten nachts den Stecker zieht anstatt sie auf Stand-By zu halten. Das hat einen positiven Nebeneffekt: Man spart Strom und Geld und schont die Umwelt. Und auf die Elektrosmog-Angst dürfte es immerhin einen Placebo-Effekt haben.

0 Kommentieren
Leserkommentare
Name Kommentieren