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Werkstudenten-Gehalt: So viel verdienen Werkstudenten
Bevor du dich für eine Tätigkeit als Werkstudent entscheidest und dich mit deinem potenziellen Arbeitgeber über dein Gehalt verständigst, solltest du einige Dinge beachten. Hierzu gehört zum Beispiel die Information, was mit deinem BAföG und Kindergeld passiert, wenn du in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis wechselst und gleichzeitig studierst.
von Laura Hoffmann
© Traimak_Ivan / iStock

Was Werkstudenten zum Mindestlohn wissen müssen

Wer nur 20 Stunden pro Woche arbeiten darf, möchte natürlich so viel wie möglich verdienen, um in der begrenzten Zeit ein maximales Einkommen zu erzielen. Der Mindestlohn von 9,35 Euro pro Stunde (Stand: Januar 2020) gilt auch für Werkstudenten. Das bedeutet, dass du als Werkstudent ein Recht auf den Mindestlohns hast, wobei es keine Rolle spielt, in welcher Branche du arbeitest.

Nach oben hin gibt es keine Grenzen und die Löhne sind je nach Branche unterschiedlich. In einigen Branchen werden bis zu 20 Euro pro Stunden gezahlt. Werkstudenten, die den Bachelor in Informatik gemacht haben und während des Masters in einem IT-Unternehmen arbeiten, können mit diesem Gehalt rechnen. Denn sie verfügen bereits über eine gute Ausbildung, von der sie im praktischen Berufsleben Nutzen machen können und die für die Firmen von großem Nutzen ist.

Allerdings steigen mit dem Einkommen auch die steuerlichen Abzüge. Als Werkstudent mit einem Stundenlohn von 9,35 Stunden zahlst du also bei einer Arbeitszeit von 20 Stunden pro Woche weniger Steuern als ein Werkstudent mit gleicher Arbeitszeit und einem Stundenlohn von 15 Euro.

Welche Branchen zahlen besonders gut?

Generell gibt es einige Branchen, in denen Werkstudenten mit einem hohen Einkommen rechnen dürfen. In der Pharmaziestudenten oder Wirtschaftsstudenten werden in der Regel mit höheren Gehältern vergütet als Geisteswissenschaftler.

Werkstudenten im Bachelorstudium müssen hingegen eher mit dem Mindestlohn rechnen. Das gilt unabhängig von der jeweiligen Branche und vom Unternehmen. Als Masterstudent kannst du hingegen mit einem höheren Gehalt rechnen, da du bereits wichtige Grundkenntnisse in deinem Berufsfeld hast.

In erster Linie spielt das Unternehmen eine Rolle, bei dem du als Werkstudent arbeitest. Auch die vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten sind ausschlaggebend für die Höhe des Verdienstes. In manchen Stellenausschreibungen ist die Rede von einer leistungsbezogenen Bezahlung. Sie wird zum Beispiel im Vertrieb gezahlt und kann dann von einer Beurteilung oder von dem erzielten Umsatz pro Kunde abhängen. Natürlich besteht theoretisch die Chance, dass dein Einkommen bei einer leistungsbezogenen Vergütung deutlich steigt.

Ein Job mit geringem Entwicklungspotenzial wird oft von Anfang an recht gut vergütet. Damit möchte man die Attraktivität einer Stelle für Studierende erhöhen. Auch Unternehmen, die durch die lokale Infrastruktur nicht sehr gut angebunden oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln schwer erreichbar sind, zahlen meist gut. Allerdings solltest du bei der Wahl deines Jobs immer darauf achten, dass du insbesondere als Student davon profitieren und deine Erfahrungen im Berufsleben Schritt für Schritt ausbaust. Das Einkommen sollte zwar eine wichtige Rolle spielen, sollte für dich als Werkstudent allerdings nicht allein ausschlaggebend sein.

BAföG und Kindergeld für Werkstudenten

Manche Werkstudenten beziehen während ihrer Ausbildung Kindergeld oder BAföG. Dein Anspruch auf Kindergeld oder BAföG verlierst du durch deinen Werkstudenten-Job nicht, allerdings sollte dein Einkommen unter der Freigrenze liegen. Beim BAföG liegt der Freibetrag im Jahr 2020 bei insgesamt 5.400 Euro jährlich. Das entspricht pro Monat einem Gehalt von 450 Euro. Sofern dein Gehalt als Werkstudent im Monat mehr als 850 Euro beträgt, verlierst du den Anspruch auf die Ausbildungsförderung in voller Höhe. Das gilt auch, wenn du mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest. Ausschlaggebend ist dein Gehalt über den gesamten Zeitraum der BaföG-Bewilligung.

Werkstudenten unter 25 Jahren dürfen Kindergeld in Anspruch nehmen. Es wird unabhängig von den Einkünften gewährt. Somit bleibt das Kindergeld in voller Höhe erhalten, solange du Student bist und weniger als 20 Stunden wöchentlich arbeitest.

Fazit: Schon Werkstudenten können gut verdienen

Werkstudentenjobs bieten den Vorteil, dass du einerseits studieren kannst und gleichzeitig ein attraktives Einkommen erzielst. Es lohnt sich, bei der Wahl des Jobs auf die Höhe des Stundenlohns zu achten und mit dem Arbeitgeber zu verhandeln. Achte dabei auch auf BAföG und darauf, dass du deinen Anspruch nicht verlierst oder es nicht zu einer Kürzung der Studentenunterstützung kommt. Beim Kindergeld hast du keine Abzüge zu befürchten: Dein Anspruch bleibt bis zum vollendeten 25. Lebensjahr bestehen, sofern du nicht mehr als 20 Stunden wöchentlich arbeitest.

von Laura Hoffmann
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