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Urlaubsanspruch: Diese Regelung gilt für Werkstudenten
Wenn Studium und Beruf miteinander vereinbart werden wollen, bleibt für das Privatleben häufig kaum noch Zeit. Auch der Urlaub kann gelegentlich ein wenig zu kurz kommen. Trotzdem ist regelmäßige Erholung wichtig, denn nur dann bleibst du fit, um sowohl an der Universität als auch bei deinem Arbeitgeber stets die volle Leistung zu erbringen. Auch als Werkstudent hast du einen Anspruch auf Jahres- und Erholungsurlaub. Doch welche Besonderheiten gibt es für Werkstudenten, und was musst du dazu wissen?
von Laura Hoffmann
Urlaubsanspruch Werkstudent. Als Werkstudent hast du einen gesetzliche festgelegten Urlaubsanspruch
© nortonrsx / iStock

Der Urlaubsanspruch für Werkstudenten

Als Werkstudent hast du einen gesetzlich festgelegten Anspruch auf bezahlten Urlaub. Dein Status als Werkstudent unterscheidet sich an dieser Stelle nicht von dem Status eines Arbeitnehmers. Die Zahl deiner Urlaubstage hängt von deiner Arbeitszeit ab, auch das entspricht der Regelung für Arbeitnehmer. Wenn deine Arbeitszeit einer Teilzeitbeschäftigung von 50 Prozent entspricht, liegt auch der Urlaubsanspruch bei 50 Prozent.

In deinem Arbeitsvertrag dürften besondere Vorschriften rund um deinen Urlaubsanspruch enthalten sein. Diese solltest du kennen, damit dir bei der Planung deiner Auszeit keine Fehler unterlaufen, die zu einem Verlust des Urlaubsanspruchs führen oder deinen Arbeitgeber verärgern. Auszahlen lassen darfst du dir den Urlaub übrigens nicht, da er ausschließlich zur Erholung gedacht ist.

Wann sollten Werkstudenten in Urlaub gehen?

Deine juristischen Ansprüche auf Erholungsurlaub sind im Bundesurlaubsgesetz festgeschrieben. Als Werkstudent giltst du als Teilzeitarbeitnehmer, dessen Ansprüche auf Erholungsurlaub wiederum im Bundesurlaubsgesetz dokumentiert sind. Diesen Anspruch solltest du im Auge behalten. Besonders nach einer anstrengenden Prüfungsphase ist eine Auszeit angebracht.

Vermutlich musst du dich mit anderen Arbeitnehmern abstimmen, die ebenfalls gerne in der Ferienzeit in Urlaub gehen wollen. Trotzdem sind die Schul- und Semesterferien in den meisten Betrieben den Arbeitnehmern mit Familien und schulpflichtigen Kindern, den Auszubildenden und den Werkstudenten vorbehalten.

Das Besondere am Werkstudentenjob ist jedoch auch, dass du in den Semesterferien aufstocken kannst. Die 20-Stunden-Regel gilt nur in der Vorlesungszeit. In den Ferien kannst du auch Vollzeit arbeiten und die Zeit nutzen, um etwas mehr zu verdienen. Deshalb ist auch eine Auszeit von der Arbeit während des Semesters sinnvoll.

Wie hoch ist der Urlaubsanspruch für Werkstudenten?

Die Höhe deines Urlaubsanspruchs hängt von deinen Arbeitstagen ab. Nach dem Bundesurlaubsgesetz hat ein Arbeitnehmer mit einer 6-Tage-Woche einen Anspruch auf mindestens 24 Urlaubstage. Arbeitet er fünf Tage in der Woche, sind es 20 Urlaubstage. Häufig sehen individuelle Tarifverträge oder Arbeitsverträge mehr Urlaubstage vor. In voller Höhe entsteht der Urlaubsanspruch, wenn du mindestens ein halbes Jahr bei einer Firma arbeitest.

Sofern du noch nicht so lange im Unternehmen tätig bist, wird die Höhe deines Urlaubsanspruchs nach dem entsprechenden Anteil an Monaten berechnet, die du bereits arbeitest. Selbst dann, wenn in deinem Arbeitsvertrag keine explizite Regelung rund um das Thema Urlaub getroffen wurde, hast du selbstverständlich trotzdem Anspruch darauf. Ein Blick in deinen Vertrag lohnt sich: Es kann durchaus sein, dass dein Arbeitgeber durch einen Tarifvertrag mehr Urlaub gewährt, als es der gesetzlich definierte Anspruch vorschreibt.

Wie wirkt sich Teilzeit auf deinen Urlaubsanspruch aus?

Als Werkstudent hast du den Status eines Teilzeitmitarbeiters. Nach dem Gesetz hat jeder Arbeitnehmer in Deutschland das Recht auf vier Wochen Urlaub. Bei einer Teilzeitbeschäftigung bedeutet das in einer 4-Tage-Woche insgesamt 16 Urlaubstage pro Jahr, bei einer 2-Tage-Woche insgesamt acht Tage Urlaub jährlich. Wenn du nur einen Tag in der Woche arbeitest, hast du pro Jahr vier Urlaubstage.

Die Zahl der Stunden, die du arbeitest, sind laut Gesetz übrigens nicht ausschlaggebend. Für die gesetzliche Regelung geht es nur um die Zahl der Tage, die du arbeitest. Das gilt auch für Werkstudenten, die bis maximal 20 Wochenstunden arbeiten dürfen. Dabei spielt es keine Rolle, wie viele Stunden du pro Tag arbeitest.

Welche Regelung gilt bei unregelmäßiger Arbeitszeit?

Als Werkstudent hast du vielleicht eine Arbeitsstelle mit einer sehr unregelmäßigen Arbeitszeit. Dadurch ist die Zahl deiner Wochenstunden von Woche zu Woche verschieden. Trotzdem besteht auch in diesem Fall die Notwendigkeit, die Zahl der Urlaubstage zu berechnen. Zuerst errechnest du dazu die Zahl der Wochenstunden, die du im Durchschnitt arbeitest. Danach ziehst du den Urlaubsanspruch, den ein Mitarbeiter in Vollzeit in deinem Unternehmen arbeitet, zum Vergleich heran.

Wenn also deine Arbeitszeit im Durchschnitt jede Woche 17 Stunden beträgt und ein Mitarbeiter in Vollzeit 30 Tage oder 240 Stunden Urlaub erhält, kannst du aus diesen Zahlen deinen Anspruch auf Erholungsurlaub errechnen. Der volle Anspruch in Stunden wird dazu mit deiner durchschnittlichen Arbeitszeit pro Woche multipliziert und danach durch die Stundenzahl in Vollzeit geteilt. Unabhängig davon, ob du gelegentlich mehr oder weniger als die zulässigen 20 Stunden pro Woche arbeitest, berechnest du deinen Urlaubsanspruch immer anteilig anhand der durchschnittlichen Arbeitszeit.

Im Einzelfall kann es also ein wenig kompliziert sein, den genauen Urlaubsanspruch zu berechnen. Trotzdem solltest du nicht darauf verzichten und immer beim Arbeitgeber nachfragen, wie es um deinen Urlaubsanspruch steht.

Fazit: Auch Werkstudenten haben einen gesetzlichen Urlaubsanspruch

In vielen Arbeitsverträgen für Werkstudenten mag es nicht explizit erwähnt sein, doch es besteht ein gesetzlich geregelter Anspruch auf Erholungsurlaub. Nach dem Bundesurlaubsgesetz bist du als Werkstudent ein Teilzeitmitarbeiter, hast also nicht den vollen Anspruch auf Erholungsurlaub.

Die Zahl der Tage wird anteilig errechnet, wobei die Zahl deiner Wochenstunden im Verhältnis zu einem Vollzeitarbeitsplatz der ausschlaggebende Faktor ist. Nutze die Zeit für deine Erholung und genieße die Vorteile, die du durch deinen Status als Werkstudent hast. Einerseits verdienst du schon ein bisschen Geld, andererseits bist du noch unabhängig genug, um zu reisen und die Welt kennenzulernen, bevor du das Studium beendest und eine Vollzeittätigkeit aufnimmst.

von Laura Hoffmann
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