Werkstudenten Steuern: Wann gilt die Steuerpflicht?
Werkstudenten sind grundsätzlich steuerpflichtig. Doch nicht in jedem Fall musst du mit sehr hohen steuerlichen Abzügen rechnen, wenn du die Universität besuchst und parallel dazu als Werkstudent tätig bist. Hier erfährst du, was du rund um die Regelungen zur Steuerpflicht wissen musst und wann eine Steuererklärung sinnvoll ist.
von Laura Hoffmann
Werkstudent Steuern. Werkstudenten Steuern - wann Werkstudenten steuerpflichtig sind
© Damir Khabirov / iStock

Werkstudenten Steuern: Der Steuerfreibetrag

Als Werkstudent zahlst du so lange keine Steuern, wie deine gesamten Einkünfte aus einem nicht-selbständigen Arbeitsverhältnis unterhalb der steuerlichen Freigrenze liegen. Im Jahr 2020 liegt der Steuer-Freibetrag bei 9.408 Euro im Jahr. Solange der Gesamtbetrag deiner Einkünfte aus einer nicht-selbständigen Tätigkeit unter diesem Betrag liegt, zahlst du keine Steuern. Um sich einen Überblick zu verschaffen, ob du Steuern zahlen musst oder nicht, kannst du diese Summe ganz einfach durch 12 Monate teilen. Daraus ergibt sich ein monatlicher Betrag in Höhe von 784 Euro. Sofern du also im Monat nicht mehr als 784 Euro verdienst, musst du keine Einkommenssteuer zahlen.

Wann fallen Steuern für Werkstudenten an?

Wenn dein Gehalt  über 784 Euro pro Monat beträgt, bist du steuerpflichtig. In diesem Fall ist der Freibetrag pro Jahr von 9.408 Euro überschritten. Allerdings ist der Steuersatz bei niedrigem Gehalt noch gering. Angenommen, du wirst in die Steuerklasse 1 eingeordnet, weil du ledig bist, zahlst du etwa 14 Prozent Einkommenssteuer auf dein Einkommen.

Dein Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, die Lohnsteuer mit dem Solidaritätszuschlag und der Kirchensteuer an das Finanzamt abzuführen. Wenn sich also eine Differenz zwischen deinem Bruttoeinkommen und dem Nettoeinkommen ergibt, erkennst du, dass der Arbeitgeber die Lohnsteuer einbehalten hat. Das stellst du bei einem Blick auf deine Abrechnung fest. Hier stehen die Brutto- und Nettobeträge und damit auch die Lohnsteuer, die vom Arbeitgeber abgezogen und an das Finanzamt überwiesen wurde.

Wie wird ein Minijob angerechnet?

Wer sein Einkommen als Werkstudent noch aufstocken will, kann zusätzlich eine Aushilfstätigkeit als Minijobber aufnehmen. Dieses Recht steht jedem Arbeitnehmer und Werkstudenten zu. Bis zu einer Summe von 450 Euro im Monat musst du keine Lohnsteuer für dein Einkommen aus dem Minijob zahlen. Der Arbeitgeber führt dafür pauschal einen Beitrag für die Steuer und die Sozialversicherung ab, du selbst erhältst die volle Summe ausgezahlt. Entsprechend musst du den Betrag von 450 Euro im Monat nicht versteuern und auch keine Steuererklärung angeben.

Sobald du aber mehrere Minijobs zusätzlich ausübst und der Steuerfreibetrag überschritten wird, greift die Steuerpflicht wieder. Außerdem gilt auch für Werkstudenten mit Minijob die Höchstgrenze von 20 Stunden pro Woche. Sie darf auch dann nicht überschritten werden, wenn du einen Nebenjob ausübst, sonst verlierst du deinen Werkstudentenstatus.

Deshalb lohnt sich eine Steuererklärung für Werkstudenten

Wer Steuern zahlt, kann am Jahresende eine Steuererklärung abgeben. Steuern, die zu viel gezahlt wurden, werden dann zurückgezahlt. Wenn du im Lauf des Jahres also Steuern gezahlt hast, solltest du im folgenden Jahr unbedingt eine Steuererklärung abgeben. Diverse Pauschbeträge, die von deinem Einkommen abgezogen wurden, kannst du dir dadurch zurückerstatten lassen. Für jeden Arbeitnehmer der Steuerklasse 1 fallen Pauschalbeträge in Höhe von 1.000 Euro an. Hinzu kommt ein Pauschbetrag über 36 Euro für sonstige Sonderausgaben sowie eine Pauschale für die Vorsorge.

Außerdem darfst du Werbungskosten steuerlich absetzen. Das sind Kosten, die im Zusammenhang mit deiner Arbeit entstehen: zum Beispiel Fahrtkosten für die Fahrt mit einem eigenen PKW oder für Zugfahrten. Auch Kosten für dein Studium kannst du absetzen. Kosten für deine Krankenversicherung oder für die Rentenversicherung werden ebenfalls steuerlich berücksichtigt.

Solche Kosten werden von deinem Einkommen abgezogen. Dadurch entsteht das zu versteuernde Einkommen. Es wird regelmäßig geringer sein als das Einkommen, das zur Berechnung deiner Einkommenssteuer angesetzt wurde. Als Folge erhältst du vom Finanzamt eine Erstattung. Die Steuererklärung musst du spätestens bis zum Mai des Folgejahres abgeben. Einige Wochen danach bearbeitet das Finanzamt deine Steuererklärung und du erhältst die Steuer zurück, die du zu viel gezahlt hast. Deshalb ist die Abgabe einer Steuererklärung auch für Werkstudenten zu empfehlen.

Fazit: Werkstudenten sollten ihre Steuerpflicht nicht unterschätzen

Wer gerade am Anfang seiner beruflichen Karriere steht und sein Studium noch nicht abgeschlossen hat, macht sich vermutlich wenig Gedanken über Steuern. Allerdings lohnt es sich, die Freibeträge und den eigenen Bruttolohn zu vergleichen und unter Umständen weniger als 20 Stunden die Woche zu arbeiten, so dass man unter dem steuerlichen Freibetrag liegt. Ist das nicht möglich, musst du auch als Werkstudent Steuern zahlen. In diesem Fall lohnt sich die Abgabe einer Steuererklärung zum Jahresende, mit der du die Steuern vom Finanzamt zurückforderst, die du im Lauf des Jahres zu viel gezahlt hast.

von Laura Hoffmann
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