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Arbeitszeit Werkstudenten: Regeln beachten
Werkstudenten wollen und müssen ihre Arbeitszeit mit ihrem Studium in Einklang bringen. Auf der einen Seite ist es wichtig, mit dem Studium voranzukommen, Klausuren zu schreiben und an Seminaren teilzunehmen. Auf der anderen Seite verdienst du bei deinem Arbeitgeber Geld für die Studienfinanzierung, möchtest praktische Berufserfahrung sammeln und dich natürlich als zuverlässiger und ambitionierter Arbeitnehmer positionieren. Doch wie viel Arbeitszeit ist für einen Werkstudenten eigentlich zulässig?
von Pauline Bodinek
Werkstudenten: So ist die Arbeitszeit geregelt. Die 20-Stunden-Regel muss von Werkstudenten beachtet werden
© Ivan-balvan / iStock

Die 20-Stunden-Regel für Werkstudenten

Die wöchentliche Arbeitszeit ist für Werkstudenten genau vorgeschrieben. Sie darf 20 Stunden pro Woche nicht überschreiten. Unter bestimmten Umständen kannst du aber auch mehr arbeiten. Wenn du in den Semesterferien nicht in der Uni bist, darf die Zahl der Wochenarbeitsstunden zum Beispiel höher sein. Hintergrund dieser Vorschrift ist, dass du die Möglichkeit haben sollst, deinen Studentenstatus zu erhalten, obwohl du in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis stehst. Anders formuliert: Durch den Status „Werkstudent“ genießt du die Vorteile eines Studenten in Verbindung mit denen eines Arbeitnehmers in Teilzeit.

Das Besondere am Werkstudentenjob

Als Student hast du natürlich viele Möglichkeiten, um neben dem Studium Geld zu verdienen. Als Werkstudent kannst du bis zu 20 Stunden in der Woche arbeiten und damit bereits ein gutes Einkommen erzielen. Die Voraussetzung ist, dass es dir zeitlich gelingt, dein Studium mit deinem Job in Einklang zu bringen.

Durch die 20-Stunden-Regel giltst du bei deiner Krankenkasse weiterhin als Student und zahlst einen entsprechend geringen Beitrag für die Krankenversicherung. Außerdem zahlst du nicht in die Pflege- und Arbeitslosenversicherung ein und musst nur einen reduzieren Beitrag in die Rentenversicherung zahlen. Das gilt jedoch nur so lange, wie du zwischen 450 Euro und 850 Euro monatlich verdienst.

Ein Job als Werkstudent ist vor allem deshalb so attraktiv, weil er dir einerseits genügend Zeit für das Studium lässt und dir andererseits bereits die Chance gibt, erste Erfahrungen im Arbeitsleben zu sammeln. Und last but not least verdienst du dabei Geld und gehst einen wichtigen Schritt in Richtung Unabhängigkeit. Aus diesen Gründen spricht man auch vom „Werkstudenten-Privileg“, denn der Status als Werkstudent bringt dir einige Vorteile.

Welche Ausnahmen gelten bei der 20-Stunden-Regel?

Im laufenden Semester darfst du nicht über 20 Stunden pro Woche arbeiten. Das gilt unabhängig davon, ob du einen Job ausübst, oder ob du mehrere verschiedene Tätigkeiten ausführst. Wenn du zusätzlich einen Minijob hast, darf die wöchentliche Arbeitszeit trotzdem nicht über 20 Stunden liegen. Ausnahmen gibt es, wenn du überwiegend an den Wochenenden tätig bist oder du in den Semesterferien arbeitest.

Wenn du zum Beispiel neben dem Studium pro Woche 15 Stunden bei einer Marketingagentur arbeitest und an einem Tag zusätzlich eine Schicht als Kellner für vier Stunden ableistest, liegt deine Wochenarbeitszeit mit 19 Stunden unterhalb der Höchstgrenze von 20 Stunden. In den Semesterferien im Sommer kannst du an den Samstagen sogar noch eine Doppelschicht arbeiten und überschreitest damit nicht die Grenze. Sofern die Arbeit am Wochenende nämlich nur bis zu 26 Wochen im Jahr stattfindet, muss sie bei der Berechnung nicht angegeben werden.

Nur solange du die 20-Stunden-Regel einhältst, bleibt dein Werkstudentenstatus bestehen und du genießt bei der Sozialversicherung diverse Vorteile. Da der Alltag an der Uni und im Job niemals Tag für Tag identisch abläuft, kannst du mit deinem Arbeitgeber durchaus Ausnahmen vereinbaren. In den Semesterferien kannst du mehr als 20 Stunden arbeiten und entsprechend auch mehr verdienen, da du in dieser Zeit sowieso nicht zur Uni gehst. Das gilt auch für eine Tätigkeit, die du am Wochenende oder im Nachtdienst ausführst. Trotzdem musst du jederzeit nachweisen, dass dein Studium wie geplant weiterläuft und du und an den nötigen Klausuren teilnimmst.

Was müssen Werkstudenten zu Minijobs wissen?

Der Status des Werkstudenten bleibt nur so lange erhalten, wie du an einer Hochschule oder einer entsprechenden Einrichtung eingeschrieben bist. Diese Bedingung ist nicht erfüllt, wenn du gerade ein Urlaubssemester machst oder ein Duales Studium absolvierst. Du musst den Status als Studierender nachweisen, um in den Genuss der Vorteile bei der Sozialversicherung zu kommen. Das geht nur, indem du einen Nachweis über deine Immatrikulation erbringst.

Prinzipiell kannst du neben deiner Tätigkeit als Werkstudent einen Minijob aufnehmen, um dein Einkommen zu verbessern. Das ist besonders interessant für Studierende, die bei ihrem Arbeitgeber nur verhältnismäßig wenig verdienen oder nur ein paar Stunden pro Woche arbeiten. Vergiss dabei nicht, dass du wiederum nur maximal 20 Stunden in der Woche arbeiten darfst, damit du weiterhin als Werkstudent giltst. Ob du diese Arbeitszeit bei einem oder mehreren Jobs ableistest, spielt keine Rolle.

Fazit: Werkstudenten sind zeitlich an Vorgaben gebunden

Als Werkstudent profitierst du von dem Vorteil, geringere Beiträge in die Sozialversicherung einzuzahlen und trotzdem dein eigenes Geld zu verdienen. Gleichzeitig sammelst du erste Erfahrungen im Berufsleben und knüpfst schon Kontakte zu einem potenziellen Arbeitgeber für die Zukunft. Trotzdem musst du darauf achten, dass deine wöchentliche Arbeitszeit pro Woche nicht über 20 Stunden hinaus geht. So sicherst du dir die Vorteile des Werkstudenten-Status‘ und hast gleichzeitig die Chance, dein Studium so schnell wie möglich zu beenden.

von Pauline Bodinek
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