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Werbeanrufe: So reagiert man richtig

Werbeanrufe sind lästig und nehmen in letzter Zeit wieder deutlich zu. Zum Teil sind sie sogar illegal. Zum Glück gibt es für Verbraucher gleich mehrere Möglichkeiten, sich zu wehren – und man sollte sie nutzen.

Werbeanrufe: So reagiert man richtig

©SIphotography / iStock

Das Telefon klingelt. Auf dem Display wird gar keine oder eine unbekannte Nummer angezeigt. Man meldet sich, denn es könnte ja etwas Wichtiges sein. Aber es ist doch bloß wieder einer dieser lästigen Werbeanrufe aus irgendeinem Callcenter. In der Regel haben die Anrufer nur eine Absicht: Dem Angerufenen etwas verkaufen. Sie sind geschickt und geschult darin, einem Produkte aufzuschwatzen, die man nicht benötigt. Im schlimmsten Fall hat man am Ende einen Vertrag an der Backe – denn ein „Ja“ in einem solchen Telefonat kann als Vertragsschluss gewertet werden. Einige Unternehmen gehen sogar so perfide vor, dass sie dem Verbraucher bloß anbieten, ihm weiteres Infomaterial zu senden. So bekommen sie die Adressdaten und ein „Ja“ und wandeln das in einen Vertragsschluss um. Das ist illegal, passiert aber häufig.

Welche Werbeanrufe sind legal?

Damit man nicht in die Falle tappt, sollte man sich auf derartige Gespräche gar nicht erst einlassen. Am besten ist es, man legt einfach auf. Viele Menschen scheuen davor zurück, weil sie nicht unhöflich sein möchten. Doch das ist unangebracht – denn genau darauf hoffen die Anrufer und nutzen die gewonnene Zeit, um den Verbraucher zu beschwatzen.

Aber sind solche Anrufe überhaupt erlaubt? Nur unter bestimmten Umständen. Unternehmen, deren Kunde man ist, dürfen einen in aller Regel auch anrufen. Meist akzeptiert man derartige Werbemaßnahmen mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), ohne die kein Vertragsschluss zustande kommen kann. Viele Unternehmen sichern sich auf diesem Weg außerdem das Recht, mit den Kundendaten zu handeln, sie also an andere Unternehmen weiterzugeben, die sie ebenfalls für Werbezwecke nutzen. Das ist legal. Illegal hingegen sind so genannte „Cold Calls“, also Werbeanrufe an Personen, die dazu nicht ihre Einwilligung erteilt haben.

Aber selbst wenn man seine Einwilligung erteilt hat gibt es einen Ausweg. Denn auch dann kann man solche Anrufe untersagen. Man muss dazu lediglich dem Anrufer mitteilen, dass man keine weiteren Anrufe wünscht und ihn bitten, einen entsprechenden Vermerk im Kundenordner anzulegen. Es kann auch nicht schaden, im Falle erneuter Anrufe mit juristischen Schritten zu drohen. Meistens wirkt das, denn kaum ein Unternehmen will seine Kunden verärgern und so riskieren, sie zu verlieren.

Illegale Werbeanrufe der Bundesnetzagentur melden

Wenn man sich allerdings unsicher ist, ob es sich um einen legitimen Anruf oder einen Cold Call handelt, sollte man sich auf keinen Fall auf ein Gespräch einlassen, sondern den Anrufer ganz direkt fragen, woher er die Daten, also auch die Telefonnummer, hat, und in welcher Form man in den Kontakt eingewilligt hat. Anrufer, die über keine solche Einwilligung verfügen, legen in diesem Moment meist auf, weil sie wissen, dass sie sich gesetzwidrig verhalten.

Wenn das geschieht ist der nächste Schritt, sich die Nummer des Anrufers zu notieren und es kann nicht schaden, diese sowohl der Verbraucherzentrale als auch der Bundesnetzagentur mitzuteilen. Die Bundesnetzagentur kann gegen Unternehmen vorgehen, wenn sie solche Vorkommnisse häufen, die Verbraucherzentralen gehen immer mal wieder den Klageweg, wenn sich die Beschwerden über einen bestimmten Anrufer häufen.

Und was ist, wenn keine Nummer angezeigt wird? Dann hat man kaum eine Handhabe – weswegen es auch illegal ist, im Geschäftsverkehr seine Nummer zu unterdrücken. Aber es ist ein Warnsignal, das man ernst nehmen sollte. Wer seine Nummer unterdrückt verschleiert bewusst seine Identität. Ein Gespräch sollte man dann grundsätzlich verweigern.

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