Finanzen

Welche Zusatz-Gebühren sind zulässig?

Neben üblichen Posten wie Produktpreisen und Versandkosten erheben viele Dienstleister zusätzliche Gebühren – und oft ist kaum ersichtlich, für welche Leistung sie stehen. Verbraucher sollten genau hinsehen. Denn einige dieser Gebühren sind unzulässig.

Welche Zusatz-Gebühren sind zulässig?

©gopixa / iStock

Eventim ist einer der größten Tickethändler Deutschlands. Ob Konzert, Theater oder andere Events – für fast alles bekommt man dort online die Eintrittskarten. Doch das Unternehmen geriet zuletzt wegen überzogener Gebühren in die Kritik. Zum Beispiel verlangte es eine Gebühr von 2,50 Euro, wenn der Kunde sich sein Ticket selbst ausdrucken wollte. Eine Gebühr ohne ersichtliche Gegenleistung. Noch schlimmer: Man muss als Verbraucher dafür zahlen, dass man eigenes Papier und eigene Druckertinte verwendet und dem Anbieter diesen Vorgang einspart. Viele Kunden fanden das dreist.

Viele Gebühren sind unzulässig

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat ihnen nun Recht gegeben und erklärte die Gebühr für unzulässig. Ebenfalls kritisiert wurde der „Premiumversand“, bei dem Berichten zufolge horrende Gebühren von bis zu 30 Euro anfielen, obwohl die Tickets als normaler Brief mit Portokosten von weniger als einem Euro versendet wurden. Auch in diesem Fall sehen die Gerichte die Service-Gebühr als nicht rechtens an.

Der Fall Eventim ist nur einer von vielen. Zahllose Unternehmen versuchen offenbar, ihren Umsatz zu erhöhen, indem sie auf die eigentlichen Preise weitere Gebühren aufschlagen und hoffen, dass die Verbraucher das klaglos akzeptieren. Auch bei Banken ist diese Praxis weit verbreitet. Laut der Verbraucherzentrale fielen auch dort Gerichtsurteile, die Gebühren für unzulässig erklärten. Zum Beispiel darf für Ein- und Auszahlungen vom eigenen Konto kein Geld verlangt werden, solange sie am Schalter getätigt werden. Bei nachträglich erneut ausgestellten Kontoauszügen darf zwar eine Gebühr verlangt werden, diese darf aber die anfallenden Kosten nicht übersteigen. Im konkreten Fall waren das rund zehn Euro. Die Bank hingegen hatte von einem Kunden 15 Euro verlangt. 2017 untersagte der BGH einer Sparkasse, ihren Kunden Gebühren für per Post gesendete Mitteilungen zu berechnen.

Zu Unrecht gezahlte Gebühren zurückfordern

Es kommt also nicht nur darauf an, ob Gebühren erhoben werden, sondern auch auf deren Höhe. Egal ob bei Banken, Geschäften oder anderen Dienstleistern: Verbraucher sollten sehr genau darauf achten, welche Gebühren ihnen in Rechnung gestellt werden, ob diese zulässig sind und ob deren Höhe zulässig ist. Im Zweifelsfall können die Verbraucherzentralen Hilfestellung bieten. Bei Bankgebühren kann man sich auch an die Banken- und Finanzaufsicht (BaFin) wenden. Stellt sich heraus, dass eine Gebühr unzulässig ist, sollte man die Zahlung verweigern. Wer in der Vergangenheit unzulässige Gebühren bezahlt hat, hat in aller Regel das Recht, diese zurückzufordern.

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