Service

Warum Produktfälschungen allen schaden

Produktfakes aus dem Urlaub mitzubringen oder aus China zu bestellen gilt längst als Kavaliersdelikt. Man freut sich über das Schnäppchen, das den teuren Markenprodukten so ähnlich sieht und glaubt, das wäre ok so. Ist es aber nicht. Produktfälschungen schaden uns allen. Langfristig.

Warum Produktfälschungen allen schaden

©eyewave / iStock

Laut VDMA waren im Jahr 2016 gut siebzig Prozent aller deutschen Unternehmen von Produktpiraterie betroffen. Allein für den Maschinen- und Anlagenbau soll sich der Schaden auf mehr als sieben Milliarden Euro im Jahr beziffern. Ein Großteil der Fakes soll aus China stammen.
Der Zoll beschlagnahmte im Jahr 2016 gefälschte Waren im Wert von mehr als 180 Millionen Euro. Dabei handelt es sich nur um die Spitze des Eisbergs.

Produktfälschungen für 180 Millionen Euro

Besonders beliebt sind laut Zoll gefälschte Markenschuhe, Sonnenbrillen, Handtaschen, Uhren und Schmuck sowie Kleidung, Smartphones, Tabakwaren oder Raubkopien von CDs und DVDs. Genau solche Waren sind es auch, die viele gerne aus dem Urlaub mitbringen. Der Grund ist simpel: Auf den ersten Blick sehen die Fakes echt aus, viele sind auch immer besser verarbeitet, können qualitativ aber dennoch nicht mit den Originalen mithalten. Als Urlauber freut man sich, solche Produkte auf, je nach Land, zwielichtigen Märkten oder ganz normal im Geschäft erstehen zu können – zu einem Bruchteil des Originalpreises. Mitunter kosten die Produkte, je nachdem, worum es geht, Hunderte Euro weniger.

Produktfälschungen zu kaufen gilt vielen Verbrauchern als Kavaliersdelikt. Andere machen das ganz bewusst, weil sie die hohen Preise der Originale als Abzocke empfinden. Doch hinter beiden Haltungen steckt mangelndes Bewusstsein für die Auswirkungen des eigenen Handelns.

Die OECD warnte zuletzt in einer Studie aus dem Jahr 2016, dass Produktpiraterie der Wirtschaft massiven Schaden zufügen. Denn es ist ja längst nicht nur die eine Fake-Rolex, die man aus dem Thailand-Urlaub nach Deutschland schmuggelt. Die Anzahl summiert sich zu Milliardenbeträgen. Dieses Geld fehlt dann gleich auf mehreren Ebenen. Je mehr Fälschungen im Umlauf sind, desto weiter sinkt der Umsatz des eigentlichen Herstellers. Auch dem ehrlichen Handel entgehen Umsätze. Und dem Staat – also allen Bürgern – entgehen beträchtliche Steuereinnahmen allein durch die wegfallende Mehrwertsteuer.

Sinkende Umsätze, wegfallende Steuern

Dass die Fakes so billig sind heißt keineswegs, dass die Originale zu teuer sind. Das gilt übrigens auch für zahlreiche Waren aus China, die zwar keine direkten Fakes sind, aber doch vorhandene Produkte nachahmen, was vor allem im Smartphone-Bereich ein sichtbares Problem ist.

Denn der Hersteller des Originals hat erstmal sehr hohe Aufwendungen in Forschung und Entwicklung, bis ein Produkt überhaupt marktreif ist. Damit es dann gekauft wird, muss in Werbung investiert werden – auch das ein nicht zu unterschätzender Posten. Um diese Vorschüsse wieder einzunehmen müssen Produkte beim Marktstart vergleichsweise teuer sein. Wer das nicht zahlen kann, braucht nur zu warten. In vielen Bereichen sinken die Preise binnen weniger Monate bereits beträchtlich.

Fake-Hersteller haben all diese Aufwendungen nicht. Sie erbringen keine Eigenleistung. Sie müssen lediglich die Arbeit von Anderen nachbauen. In der Regel sparen sie dabei zusätzlich durch lasche Qualitätskontrollen und billige Materialien. Wenn die Fakes aber ständig kaputt gehen, kann dies auch der Ruf des Original-Herstellers schädigen. Denn längst nicht jedem Verbraucher ist bewusst, wenn er Produktfälschungen besitzt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.