Gesundheit

Von der Patientenverfügung bis zur Kontovollmacht – Die richtige Vorsorge

Was kommt, wenn ich nicht mehr im Vollbesitz meiner Kräften sein sollte und selbst nicht mehr entscheiden kann? Wer bestimmt dann über eventuelle medizinische Maßnahmen oder regelt meine Geldangelegenheiten?

Diese Frage stellen sich immer mehr Bundesbürger, wie Zahlen der Bundesnotarkammer von 2013 zeigen. 2,2 Millionen Vorsorgeurkunden sind dort im Zentralen Vorsorgeregister bereits registriert.

Immer mehr Vorsorgevollmachten registriert

Dabei ist es jedoch nicht einfach mit einer Vollmacht getan, denn das Gesetz unterscheidet verschiedene Szenarien. Wer also nicht will, dass im Ernstfall Fremde über das eigene Schicksal bestimmen, sollte sich beizeiten mit dem heiklen Thema auseinandersetzen.

Sofern vom Betroffenen keine anders lautenden Vollmachten oder Verfügungen vorliegen, müssen grundsätzlich in einem gerichtlichem Betreuungsverfahren alle weitere Maßnahmen geklärt werden.

Vorsorgevollmacht als wichtigster Schritt

Im Gegenzug steht es jedem Menschen frei, einem Angehörigen, Freund oder einer sonstigen Vertrauensperson eine sogenannte Vorsorgevollmacht zu erteilen. Diese muss vom Notar verfasst und beglaubigt sein, damit sichergestellt ist, dass sie dem gesetzlichen Rahmen entspricht. So muss unter anderem der Bevollmächtigte darin explizit für alle oder nur einzelne vorgesehene Bereiche genannt werden, sei es die Entscheidung über Freiheitsentzug oder auch über ärztliche Zwangsbehandlung.

Eine solche Vorsorgevollmacht kann alle Bereiche des täglichen Lebens umfassen, nicht nur das viel diskutierten Leben an Schläuchen. Der Bevollmächtigte muss sich dann im Notfall beispielsweise um die Finanzen und die Unterbringung des Vollmachtgebers kümmern.

Apropos Finanzen: Einige Banken pochen zusätzlich auf eine Konto- oder Bankvollmacht, in der der Kontoinhaber den Bevollmächtigten zur Handlung befugt. Diese sollte also auch aufgesetzt werden, um auf Nummer sicher zu gehen.

Während die Vorsorgevollmacht regelt, wer in der Notsituation anstelle des Vollmachtgebers handeln soll, braucht es ein anderes Dokument, um festzulegen, was der Bevollmächtigte dann anordnen soll.

Patienten- und Betreuungsverfügung ergänzen

Diese sogenannte Patientenverfügung ergänzt die Vorsorgevollmacht. Erklärt ein Leidtragender bereits im Vorfeld und Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten, welchen medizinischen Maßnahmen – zum Beispiel bezüglich dem Einsatz lebensverlängernder Maßnahmen – er zustimmt und welche er für sich ausschließen möchte, ist dies eine sogenannte Patientenverfügung. Sie ist sinnvoll, vor allem auch, weil die Verfügung rechtlich bindend für Mediziner und Bevollmächtigte ist.

Weiterhin kann eine Betreuungsverfügung das Vorsorgepaket ergänzen. Wie der Name vermuten lässt, wird darin bestimmt, wie sich die Betreuungssituation im Notfall gestalten soll. Der Betroffene hält darin fest, wie er bzw. von wem er gepflegt werden möchte, in einen Pflegeheim oder den eigenen vier Wänden.

Alle diese wichtigen Dokumente sollten dort hinterlegt werden, wo sie unmittelbar verfügbar sind. Naheliegend ist, die Unterlagen im Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren zu lassen. Im Notfall prüfen nämlich die Betreuungsgerichte bei dieser Institution nach, ob eventuell Vollmachten oder Verfügungen vorliegen.

Dennoch sollte man keine Vollmacht leichtfertig geben – schließlich muss diese Anweisung auch möglichen Interessenskonflikten unter den Angehörigen standhalten…

Hilfestellung bieten auch die Justizministerien in Form von Vordrucken, siehe z.B.:

17. November 2014 11:23 Uhr
Die Patientenverfügung

[…] es nicht drauf ankommen lassen will, sollte sich frühzeitig um eine Patientenverfügung kümmern. Das Bundesjustizministerium hält hierzu umfangreiches Informationsmaterial bereit, das […]

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