Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeitsversicherung: Verzicht auf Recht der Beitragsanpassung

Zu den bedeutendsten Klauseln im Versicherungsvertrag einer Berufsunfähigkeitsversicherung gehört der Verzicht der Versicherung auf ihr Recht zur Beitragsanpassung.

Es kann mehrere Gründe für eine Beitragsanpassung geben, beispielsweise eine drohende Insolvenz des Versicherungsunternehmens aufgrund eines erhöhten Leistungsbedarfs wegen Massenepidemien (§ 173 VVG). Strittig ist, ob der Verzicht auf eine Beitragserhöhung in diesem Fall für den Kunden günstig ist. Er beschränkt sich jedoch auf genau festgelegte Extremfälle.

Gesundheitszustand ausschlaggebend

Ausschlaggebend für die Beitragshöhe ist der Gesundheitszustand des Kunden, ebenso das Alter, Vorerkrankungen, Geschlecht und der Umfang der gewählten Leistungen. Wurde beim Kunden eine Krankheit festgestellt, die dieser in den Antragsunterlagen nicht angegeben hat, so hat sich das Risiko für den Versicherer wesentlich erhöht (§ 19 VVG). Verletzt der Kunde somit seine Anzeigepflicht, dann kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten oder eine Beitragsanpassung vornehmen.

Dabei ist nicht ausschlaggebend, ob der Versicherte zum Zeitpunkt der Gesundheitsprüfung unwahr oder unvollständig geantwortet hat – oder ob er schlicht nichts von einer Krankheit wusste, die später diagnostiziert wurde, bei der Gesundheitsprüfung bereits bestand und zur Berufsunfähigkeit geführt hat.

Nachteile für Versicherten ohne Klausel

Fehlt die Klausel zum Verzicht der Beitragsanpassung im Vertrag, dann büßt der Versicherungsnehmer seine finanzielle Absicherung im Fall der Vertragsverletzung ein oder er ist nicht mehr in der Lage, die erhöhten Beiträge zu bezahlen. Ist er jedoch schuldlos an dieser Situation, beispielsweise, weil er zum Antragszeitpunkt noch gar nichts von seiner Krankheit wusste, dann ist es für ihn ein großer Vorteil, wenn in seiner privaten Berufsunfähigkeitsversicherung eine solche Klausel steht.

Fazit: Der freiwillige Verzicht auf eine Klausel zur Beitragsanpassung bei schuldloser Verletzung der Anzeigenpflicht ist für den Kunden eine wesentliche Vertragsbedingung, denn er schließt höhere Beiträge im Schadensfall einer Berufsunfähigkeit aus und gewährleistet den vollen Versicherungsschutz. Neben anderen wichtigen Vertragsbedingungen wie der abstrakten Verweisung sollte jeder auf diese Klausel achten.

Das beste Angebot beinhaltet einen generellen Verzicht auf Beitragsanpassungen. So sind auch bei einem Berufswechsel oder aufgrund der neuerlichen Ausübung eines gefährlichen Hobbys Meldung und höhere Beiträge ausgeschlossen.

Autor
Susanne Herrenbrück
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