Urlaub: Hotel, Hostel, Wohnung oder Couch?
Im Urlaub möchte man: Entspannen? Erleben? Luxus? Authentizität? Alles auf einmal? Nie war die Frage, wie und wo man seinen Urlaub verbringen möchte, schwieriger zu beantworten als heute – und zugleich einfacher. Die Wahlmöglichkeiten werden immer vielfältiger. Luxus-Trip im Hotel? Wochenendtrip im Hostel? Ausgedehnte Ferien in einer Ferienwohnung? Oder echtes Urlaubsfeeling beim Couchsurfen? BBX zeigt Vor- und Nachteile der Optionen und welche für wen geeignet ist.
von Gerrit Wustmann
© Jupiterimages/thinkstock

Hotel

Der klassische Hotelurlaub bietet zwischen Bettenburg und Luxusbunker eine immense Qualitäts- und Preisspanne. Wer im Urlaub viel unterwegs ist, bucht ein günstiges Zimmer – fährt aber in der Regel mit einem Hostel besser, da die Qualität oft vergleichbar ist bei besseren Preisen. Wer Luxus braucht, der bucht eine Suite All-inclusive und hat Frühstück, Abendessen, Animation am Strand oder Hotelpool sowie diverse andere Extras inbegriffen und kann sich ein paar Tage wie ein König fühlen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man ist rundum versorgt bis hin zu höchstem Luxus, muss sich um nichts kümmern und kann, wenn man denn möchte, den ganzen Urlaub in der Hotelanlage und Umgebung verbringen. Gut ist das auch für all jene, die in den Ferien unter Ihresgleichen bleiben möchten, sprich: unter Touristen. Der Erlebnis- und Erfahrungswert eines solchen Urlaubs tendiert allerdings oft gegen null. Wo man das macht, ist im Grunde egal, denn vom Alltag des Urlaubslandes bekommt man in der Touriblase kaum etwas mit. Optimal für alle, die eine Weile aus der realen Welt aussteigen möchten, während ihnen alle Wünsche erfüllt werden.

Hostel

Das Hostel gilt noch immer in erster Linie als Backpacker-Unterkunft oder günstiger Hotelersatz für klamme Studenten. Manch einen schreckt auch die Vorstellung ab, in miefigen Gruppenzimmern mit Mitbewohnern zu nächtigen, die man sich nicht aussuchen kann. Das ist einerseits richtig, muss aber nicht so sein. Auch bei Hostels gibt es ein immenses Qualitätsgefälle von Rumpelkammer bis zu annäherndem Hotelniveau. Viele bieten auch Frühstück an oder haben zumindest eine Gemeinschaftsküche, in der man sich selbst etwas zubereiten kann. Das Gemeinschaftsbadezimmer auf dem Gang ist allerdings nach wie vor Standard – wer größere Hygienebedenken hat, könnte dadurch Probleme kriegen. Aber auch hier: Es gibt die schmuddelige ebenso wie die saubere Variante. Bewertungen im Internet bieten oft erste Anhaltspunkte. In Hostels geht es meist locker zu, das Publikum ist aufgeschlossen und in der Regel jung und international. Optimal für Kurzurlaube, Städtetrips und alle, die bloß ein Bett für die Nacht brauchen und sich ansonsten ins lokale Leben stürzen – ebenso für preissensible Urlauber. Viele Hostels bieten auch Einzelzimmer an, hier können die Preise aber schonmal denen von Mittelklassehotels ähneln.

Wohnung

Auch nach wie vor ein Renner: Die Ferienwohnung. Qualitätsgefälle: Groß, aber erfahrungsgemäß nicht so groß wie bei Hotels und Hostels, Totalausfälle sind selten, dafür ist der Preis meist deutlich höher. Wer sich aber Zeit nimmt und sucht, kann örtliche Hotelpreise mitunter unterbieten oder sogar supergünstig urlauben. Zum Beispiel über Sharing-Plattformen wie AirBNB. Klarer Vorteil ist der größere Platz für alle, die es geräumig und individuell mögen, außerdem hat man Bad, Küche und auch sonst alles, was man benötigt – nur das Frühstück macht einem keiner. Aber das ist zu verschmerzen. Wichtig ist bei der Buchung, auf die Lage zu achten: Während Hotels und Hostels fast immer zentral zu finden sind und gute Anbindungen an den öffentlichen Verkehr haben, kann eine günstige Wohnung auch mal etwas abseits liegen. Optimal für alle, die unabhängig sein wollen und einen längeren Aufenthalt planen. Wichtig ist Selbständigkeit, denn großen Service gibt es freilich nicht.

Couch

Immer beliebter wird Couchsourfing: Man übernachtet bei seinen Gastgebern zuhause, mal im Gästebett, mal auf der Couch, mal im mitgebrachten Schlafsack. Der Comfortfaktor variiert natürlich stark, dafür ist der Erlebnisfaktor maximal bei minimalen Kosten. Couchsurfing ist optimal für alle (egal welchen Alters), die auf Individualität Wert legen und die eine neue Stadt abseits von Tourinepp und Reiseführer-Hotspots kennenlernen möchten. Denn wie man es von zu Hause kennt: Die wirklich guten Ecken kennen nur jene, die in einer Stadt auch leben und die zeigen einem die meisten Couchsurfing-Gastgeber gerne. Eine bessere Möglichkeit, Land und Leute authentisch kennenzulernen, gibt es kaum. Fremdsprachenkenntnisse sind hierbei Pflicht.

von Gerrit Wustmann
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