Unwissenheit in Sachen bAV rächt sich
Trotz aller Warnungen der Politik, sinkt in Deutschland die Bereitschaft zur Altersvorsorge. Vielfach herrscht Unwissenheit darüber, welche Mittel eigentlich genutzt werden könnten, um für das Alter vernünftig zu sparen.
von Susanne Herrenbrück

So ist die betriebliche Altersvorsorge (bAV) zwar in Großbetrieben verbreitet, sie reicht aber nicht aus, um die Versorgungslücken zu schließen.

Die zweite Säule des Rentensystems

Die betriebliche Altersvorsorge sollte schon seit 2001 eine weitere wichtige Säule des Rentensystems werden. Allerdings hat sie ihren Wert als Zusatzabsicherung längst verloren. Eine Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) ergab, dass die Vorsorge, die steuer- und sozialabgabenfreies Sparen im Alter ermöglicht, nur von wenigen Beschäftigten genutzt wird. Es fehlen sowohl genügend Angebote in den Unternehmen als auch vielfach die Bereitschaft zur Vorsorge seitens der Arbeitnehmer.

Unwissenheit hindert am Sparen

Dass die Bürger zu wenig Geld für das Alter beiseitelegen, liegt wahrscheinlich an mangelnder Information. Das ist das Fazit einer weiteren Umfrage des WSI, die einen Rückgang der Sparquote von durchschnittlich 204,- € im Jahr 2005 auf 185,- € im Jahr 2012 ermittelte. Immerhin 42 % aller Befragten lehnen es glatt ab, private Altersvorsorge überhaupt zu betreiben oder sie, wenn sie auf geringem Niveau besteht, entsprechend den Erfordernissen auszuweiten.

Mit der diesjährigen Befragung wurde also ein Negativ-Rekord erreicht. Dabei halten viele Bürger ihre Altersvorsorge für unzureichend. Auch die wenigen Einsichtigen möchten sie lediglich ausweiten. Wenn das Gesamtbild nach Altersgruppen differenziert wird, ergibt sich ein bemerkenswertes Ergebnis, denn von den bis 29-Jährigen glauben nur ein Viertel, dass die gesetzliche Rente reichen wird.

Dieser Anteil ist innerhalb der letzten fünf Jahre gestiegen. Bei allen Altersgruppen zusammengenommen liegt der Anteil sogar gegenwärtig bei 44 %, was mit der aktuellen Konjunktur, aber vor allem auch mit fehlender Information begründet werden kann.

von Susanne Herrenbrück
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