Betriebliche-Altersvorsorge

SPD will betriebliche Altersvorsorge stärken

Sigmar Gabriel (SPD) positioniert sich in der Rentendebatte mit eigenen Vorschlägen für betriebliche Altersvorsorge. Die SPD möchte laut Rentenkonzept zweistellige Milliardenbeträge in die betriebliche Altersvorsorge investieren.

Das Konzept sieht die Einführung einer monatlichen Solidarrente und einer abschlagsfrei ausbezahlten Erwerbsminderungsrente vor. Der SPD-Parteichef benannte die angedachte Solidarrentensumme mit 850,- €.

Der Parteivorstand der SPD wird demnächst über das Rentenkonzept beraten. Statt einer Änderung des Renteneintrittsalters und der Aufhebung der Rentenniveau-Absenkung denkt der SPD-Politiker an einen Bedeutungszuwachs für die betriebliche Altersvorsorge. Die jetzt vorgelegten Rentenpläne und die Vorschläge für die betriebliche Altersvorsorge stoßen nicht in der gesamten SPD auf Gegenliebe.

Betriebliche Altersvorsorge ausbauen

Dem vorgelegten Rentenentwurf zufolge sollen Mitarbeiter zukünftig in die Betriebsrenten-Versicherung einzahlen müssen. Geplant ist eine pauschal-steuerliche Förderung für alle, die 2 % ihres Bruttolohns in betriebliche Altersvorsorge investieren.

Ein Alternativvorschlag dient der Diskussion innerhalb des SPD-Vorstandes: Höhere Sozialversicherungsbeiträge könnten das sinkende Rentenniveau abmildern. Sie könnten laut Gabriel durch Steuervorteile ausgeglichen werden. Mit der “Solidarrente” sollen Miniaturrenten aufgestockt werden. Auch Arbeitslose möchte Gabriel zukünftig mit einer höheren Rente ausstatten.

Durch die betriebliche Altersvorsorge soll nach Vorstellung des SPD-Politikers das Armutsrisiko gesenkt werden. Spätestens 2030 werden mehrere Millionen deutsche Rentner Sozialhilfe beantragen müssen.

Die heutige Rentensituation

Trotz 40-jähriger Beitragszahlungen in die Altersarmut zu rutschen ist bald Realität. Wer die SPD-Solidarrente bekommen wird, lässt Gabriel offen. Deutlicher wird der SPD-Vorsitzende bei der Flexibilität des Renteneintritts. Wer vor dem gesetzlichen Rentenalter aus dem Berufsleben ausscheiden muss, soll eine Teilrente oder einen Erwerbsminderungsausgleich erhalten. Die jüngste Rentenreform wird die Gewährleistung der Zuschussrente ebenso abändern wie das derzeitige Rentenniveau.

Rentenansprüche haben Berufstätige, die mindestens 30 Jahre Rentenbeiträge gezahlt haben. In 40-jähriger Gesamtversicherungszeit sind Arbeitslosigkeit oder Kindererziehungszeiten berücksichtigt. Von 2018 an muss man eine staatlich geförderte Zusatzrentenvorsorge nachweisen können. Riester-Verträge oder Anspruch auf Betriebsrenten werden nicht verrechnet. Am stärksten werden erwerbsgeminderte Personen von der Altersarmut betroffen sein. Jeder Zehnte wird Grundsicherung beziehen.

Die Zurechnungszeit bis zur Rente wird 2029 dem gestiegenen Renteneintrittsalter angepasst. Zugleich wachsen die Kosten in der Rentenversicherung. Zwar darf man zukünftig mehr zur Rente dazu verdienen. Wer weiter arbeitet und die Kombirente beansprucht, ist aber nicht wirklich ein Rentner.

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