Finanzen

Sparen und Geldanlage: Werden die Zinsen 2017 steigen?

Die Niedrigzinsen sind für Verbraucher und Sparer zu einem ernstzunehmenden Problem geworden. Im Zusammenspiel mit der Inflation sorgen sie dafür, dass Sparvermögen schrumpfen. Doch wie sieht es 2017 aus? Werden die Zinsen wieder steigen?

Sparen und Geldanlage: Werden die Zinsen 2017 steigen?

©Lucas Weigl / 123rf

Experten gehen eher vom Gegenteil aus. Da die Europäische Zentralbank (EZB) voraussichtlich nicht allzu bald den Leitzins anheben wird, werden die Zinsen auf Sparguthaben weiter niedrig bleiben. Und da zugleich die Inflation leicht ansteigt, verlieren die Sparer im Laufe der Zeit Geld, da die Teuerung die Minizinsen gleich wieder auffrisst. Zugleich wird erwartet, dass die Zinsen auf Kredite und Bausparverträge ebenfalls wieder leicht steigen werden, was den Effekt verstärkt. Bislang waren die günstigen Kredite eine gute Motivation für Investitionen und langfristige Anschaffungen. Aber auch das könnte in naher Zukunft wegfallen. Geldanlage-Produkte werden vor allem für Kleinsparer immer unattraktiver.

Sparer haben kaum Anlage-Möglichkeiten

Und die Situation könnte sich in den nächsten Monaten sogar noch verschärfen. Die Unberechenbarkeit des neuen US-Präsidenten Donald Trump und der von ihm angestrebte Protektionismus in Kombination mit dem Ausstieg aus Freihandelsabkommen dürfte die Finanzmärkte noch kräftig durchschütteln. Ebenso wie er Brexit. Dessen Auswirkungen waren zwar bislang recht überschaubar. Ob das so bleibt hängt aber maßgeblich davon ab, wie der britische EU-Ausstieg genau vollzogen werden wird. Und das weiß bisher niemand so genau. Dass bereits jetzt zahlreiche Unternehmen in Großbritannien Stellen abbauen oder ganze Standorte schließen, lässt in der Hinsicht aber kaum Gutes ahnen.

Viele Banken gehen laut einer FAZ-Umfrage aber trotzdem von einem spürbaren Zinsanstieg im Jahresverlauf aus. Ähnliche Prognosen zum Anfang des Jahres 2016 erwiesen sich allerdings als Irrtum, weshalb man sich darauf nicht allzu sehr verlassen sollte. Sparbücher und Tagesgeldkonten, soviel steht fest, sind derzeit nicht als Geldanlage zu empfehlen, da man unterm Strich ein Minus macht. Wenn auch bislang nur ein kleines.

Gold und Aktien als Alternative?

„Vermögensaufbau zur Altersvorsorge oder wofür auch immer ist in herkömmlicher Weise nicht mehr zu machen. Die Minizinsen oder oft Null-Zinsen haben klassische Produkte, wie Sparbriefe oder Lebensversicherungen vollkommen unattraktiv gemacht. Mit der nun wieder anziehenden Inflation, wird die Situation immer prekärer“, sagt der Börsenexperte Stefan Riße vom Finanzportal OnVista. Er verweist stattdessen auf Gold und Aktien. Zwar ist Gold immer relativ sicher – für Kleinsparer in der Regel aber kaum erschwinglich. Zumal sich viele Altersvorsorge-Produkte, deren Wert sich ebenfalls schmälert, kaum in Goldbarren umwandeln lassen. Und Aktien sind für unerfahrene Anleger ohnehin mit einem zu hohen Risiko behaftet, weshalb die Zurückhaltung der meisten Deutschen in diesem Bereich nicht nur verständlich, sondern auch vernünftig ist.

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