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Sozialversicherung für Werkstudenten
Kaum ist der Werkstudentenvertrag unterschrieben, stehst du für deinen neuen Job schon vor der nächsten Herausforderung: Die Frage nach der Sozialversicherung will geklärt werden.
von Pauline Bodinek
© Nadasaki / iStock

Dem Werkstudentenjob haftet ein privilegiertes Image an, denn er gilt als recht lukrativ. Damit deine Abzüge überschaubar bleiben, ist eine Befreiung von der Sozialversicherung durchaus sinnvoll.

Was also hat es mit der Sozialversicherung für Werkstudenten auf sich? Wir erklären dir, was du wissen musst und worauf du achten solltest.

Was versteht man unter dem Privileg für Werkstudenten?

Grundsätzlich ist mit dem Privileg für Werkstudenten der Vorteil gemeint, dass du vergleichsweise geringe Beiträge für die Sozialversicherung zahlst. Du sparst damit eine Menge Geld, denn die Abzüge von deinem Bruttoeinkommen sind bei einem Werkstudenten deutlich niedriger. Somit bleibt dir am Ende ein deutlich höheres Nettogehalt.

Prinzipiell gilt aber auch für dich als Werkstudent eine Versicherungspflicht. Das bedeutet, dass du eine Kranken- und Rentenversicherung haben musst. Wie hoch dein Beitrag dafür ist und unter welchen Umständen du dich sogar beitragsfrei versichern kannst, ist genau geregelt und an bestimmte Bedingungen geknüpft.

Damit du überhaupt in den Genuss dieses Privilegs kommst, müssen weitere Voraussetzungen erfüllt werden. So muss beispielsweise dein Studium im Verhältnis zu deiner bezahlten Tätigkeit zeitlich immer im Vordergrund stehen. Das bedeutet, dass du den großen Teil deiner Zeit für dein Studium aufwenden musst. Darüber hinaus gibt es auch für die zeitlichen Vorgaben genaue Definitionen.

Voraussetzungen des Werkstudentenjobs

Als Werkstudent darf deine Arbeitszeit in der Regel nicht mehr als 20 Stunden pro Woche betragen. Der zügige Fortschritt und der Abschluss deines Studiums stehen immer im Vordergrund. Das ist jedoch nur möglich, wenn du nicht in einer Vollzeittätigkeit stehst, weshalb die maximale Anzahl von 20 Stunden pro Woche definiert wurde.

Wenn du mehr arbeiten möchtest, weil du deine Lebenshaltungskosten decken willst, erlischt dein Werkstudentenstatus und folglich auch die damit verbundenen Vorzüge. Wie jeder Arbeitnehmer bist du dann verpflichtet, Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen.

In der studienfreien Zeit, wie zum Beispiel in den Semesterferien, darfst du insgesamt auch mehr als 20 Stunden pro Woche arbeiten. Auch, wer nur am Abend, in der Nacht oder am Wochenende arbeitet, muss diese Vorgabe nicht einhalten. Das gilt allerdings nur, falls du pro Jahr maximal 26 Wochen über 20 Stunden arbeitest. Ob du mit deiner Arbeitszeit diese Vorgaben erfüllst, entscheidet im Zweifelsfall deine Krankenkasse. Wenn du diesbezüglich unsicher bist, ist die Krankenkasse also dein erster Ansprechpartner.

Beitragssätze zur Rentenversicherung für Werkstudenten

Der Beitragssatz in der Rentenversicherung richtet sich nach der Höhe deines Einkommens. Bei einem Verdienst von bis zu 450 Euro im Monat zahlen Studenten 3,7 Prozent, der Arbeitgeber trägt 15 Prozent. Eine Befreiung ist möglich, muss aber beantragt werden.

Vollständig versicherungsfrei bist du in der Rentenversicherung nur, wenn du nicht mehr als drei Monate tätig bist. Man spricht dann von einem kurzfristigen Job.

Verdienst du zwischen 450 Euro und 850 Euro, zahlst du mindestens vier Prozent deines Einkommens als Beitrag. Dieser Bereich wird als „Gleitzone“ bezeichnet. In der Gleitzone steigt dein Beitrag mit dem Einkommen an. Ab einem Verdienst von 850 Euro beträgt der reguläre Beitragssatz in der Rentenversicherung 18,7 Prozent. Er wird zur Hälfte vom Arbeitgeber und zum anderen Teil vom Arbeitnehmer gezahlt. A ab einem Verdienst von 850 Euro musst du also 9,35 Prozent deines Einkommens abgeben.

Regelung der studentischen Krankenversicherung

Auch in der Krankenversicherung profitieren Werkstudenten von Vorteilen. Du unterliegst zwar der Kranken- und Pflegeversicherungspflicht, musst aber unter bestimmten Umständen keine Beiträge zahlen.

Die günstigste Variante ist die Familienversicherung. Bis zum vollendeten 25. Lebensjahr kannst du dich als Werkstudent in der gesetzlichen Krankenversicherung deiner Eltern versichern lassen.

Sofern du bereits einen Wehr-, Zivil- oder einen Entwicklungsdienst absolviert hast, wird der Zeitraum der Mitversicherung um die Monate verlängert, die du diesen Dienst geleistet hast. Bist du bereits verheiratet und ist dein Partner in der gesetzlichen Krankenversicherung, kannst du dich ebenfalls beitragsfrei über die Familienversicherung mitversichern. Allerdings darf dein Einkommen pro Monat dann eine bestimmte Grenze nicht überschreiten.

Da sich diese Grenze in regelmäßigen Abständen ändert und für einen Minijob wiederum spezifische Auflagen gelten, solltest du genau prüfen, ob du diese Voraussetzungen erfüllst.

Wer mehr verdient, muss als Werkstudent eine studentische Krankenversicherung abschließen. Das gilt auch, wenn du über 25 Jahre alt bist und bisher über deine Eltern versichert warst. In diesem Fall greift die Krankenversicherung der Studenten als Pflichtversicherung für dich. Der Beitrag liegt bei etwa 90 Euro monatlich und sichert dich als Student solide ab. Diese Pflichtversicherung für Studenten kannst du bis zum vollendeten 30. Lebensjahr oder bis zum Ende deines 14. Fachsemesters an der Uni abschließen.

Fazit: Keine generelle Befreiung von der Sozialversicherung für Werkstudenten

Du weißt nun, was es mit dem Privileg eines Werkstudenten auf sich hat. Im Wesentlichen geht es um günstigere Bedingungen in der Renten- und Krankenversicherung. Damit diese Vergünstigungen gelten, sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen.

In der Rentenversicherung hängt dein Einkommen von einer bestimmten Höhe ab. In der Krankenversicherung spielen das Einkommen und dein Alter eine Rolle. Eine grundsätzliche Befreiung von der Versicherungspflicht und von Beitragszahlungen gibt es hingegen nicht. Sobald der Vertrag für deinen Job als Werkstudent unterschrieben ist, solltest du dich also um die Frage nach der Sozialversicherung kümmern und die für dich am besten geeignete Variante wählen.

von Pauline Bodinek
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