Finanzen

Schufa-Selbstauskunft: So funktioniert’s

Kennen Sie Ihren persönlichen Schufa-Score oder wissen, welche Ihrer Daten die Auskunftei gespeichert hat? Wenn nicht, empfiehlt sich das Einholen einer kostenlosen Schufa-Selbstauskunft. Wir erklären, warum eine regelmäßige Kontrolle wichtig ist und wie man unkompliziert an seine Daten kommt.

Wird einem ein Kredit oder ein Handyvertrag verweigert, liegt das mit hoher Wahrscheinlichkeit an einem Schlechten Schufa-Score. Nicht immer aber entsprechen die Schufa-Einträge dem aktuellsten Stand der Dinge. Wer seine Daten also im Auge behält, kann seine Kreditchancen unter Umständen verbessern. Besonders vor größeren Kreditanfragen lohnt es sich, seine Daten zu prüfen. Sind nämlich beispielsweise bereits ausgelaufene Zahlungspflichten noch verzeichnet, sollte man diese unbedingt löschen lassen um bessere Kreditkonditionen zu erlangen.

Selbstauskunft – einmal pro Jahr kostenfrei

Immerhin einmal im Jahr hat jeder Bürger das Recht, eine kostenlose Schufa-Auskunft anzufordern um die zu ihm gespeicherten Daten auf Richtigkeit zu überprüfen.

Bereits seit 2010 sind Auskunfteien (dazu gehören die Schufa, Bürgel oder Creditreform) gesetzlich dazu verpflichtet den Verbrauchern im Jahresturnus eine kostenlose Auskunft zu den über sie gespeicherten Daten zu geben.

Vorsicht vor Gebühren!

Bei der Beantragung der Auskunft ist allerdings Vorsicht geboten! Nur die „Datenübersicht nach § 34 BDSG“ ist auch tatsächlich kostenlos. Doch auf der Homepage der Schufa gibt es auch noch die „Schufa-Auskunft online“ – hierfür werden 18,50 € fällig – oder die „Schufa-Bonitätsauskunft“, für die Gebühren von 24,95 € anfallen.  Der Unterschied zur kostenlosen Auskunft liegt daran, dass die kostenpflichtigen Angebote eine ständige Kontrolle ermöglichen und nicht nur einmal pro Jahr angefordert werden können. Dieses Angebot steht damit auch Personen zur Verfügung, die keine Vertragspartner der Schufa sind und eine Auskunft wünschen, wie bspw. Vermieter oft eine Schufa-Auskunft von ihren potentiellen Mietern verlangen.

Schritt für Schritt zur Anfrage

Das Formular für die Selbstauskunft steht online auf der Seite der Schufa zur Verfügung. Allerdings kritisieren Verbraucherschützer immer wieder, dass die Website irreführend aufgebaut ist. Tatsächlich ist es sehr viel einfacher an die kostenpflichtigen Angebote zu kommen als an die kostenfreie Selbstauskunft.

Damit Sie dennoch zu ihrem Ziel gelangen, erklären wir hier die einzelnen Schritte zum erforderlichen Formular:

  1. Website aufrufen: www.meineschufa.de
  2. den Reiter „Auskünfte“ anklicken
  3. ganz unten auf der neuen Seite die Option wählen „Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz“. (Vorsicht, auf dieser Seite werden auch die gebührenpflichtige Schufa-Auskunft und die Schufa-Bonitätsauskunft angeboten!)
  4. auf der neuen Seite gibt es nun zwei Angebote: Zunächst wieder die kostenpflichtige „Schufa-Auskunft online“, daneben die kostenfrei „Datenübersicht nach § 34 BDSG“, unter diesem Angebot muss der Button „jetzt bestellen“ gewählt werden
  5. im letzten Schritt zum Formular muss auf einer neuen Seite noch gewählt werden, auf welcher Sprache man das Formular haben möchte

Was steht in der Auskunft?

Die Auskunft beinhaltet einen Überblick darüber, woher die Daten stammen und an wen sie in den letzten 12 Monaten weitergeleitet wurden; sowie den Wahrscheinlichkeitswert, der den anfragenden Unternehmen mitgeteilt wurde.

Damit man auch Auskunft zu seinem aktuellen Score erhält, sollte man beim Ausfüllen des Formulars unbedingt darauf achten, auch das Feld „aktuelle Wahrscheinlichkeitswerte“ anzukreuzen.

Score: zeigt die Ausfallwahrscheinlichkeit an. Je höher die Zahl ist, umso geringer ist die Ausfallwahrscheinlichkeit, d. h. eine hohe Zahl steht für eine hohe Kreditwürdigkeit.

Zusammen mit einer Kopie des Personalausweises muss das ausgefüllte Formular dann per Post an die Schufa gesendet werden. Bereits wenige Tage später wird einem – ebenfalls auf postalischem Wege – die persönliche Auskunft zugestellt. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich Montag bis Freitag von 08 – 18 Uhr bei Fragen zur Bestellung telefonisch an die Schufa zu wenden: 0611/92780.

Falsche Angaben

Wer in der Auskunft falsche Daten entdeckt, sollte diese umgehend aktualisieren lassen. Dafür ist es notwendig sein Anliegen kurz schriftlich darzustellen. Im Idealfall fügt man gleich die Kopie von Dokumenten bei, die den Sachverhalt belegen (Quittungen, Löschungsbescheide, etc.). Einen Musterbrief für einen Widerspruch kann man bei der Verbraucherzentrale Bremen erhalten. Dieses Schreiben muss per Post bei der Schufa eingehen:

SCHUFA Holding AG
PrivatkundenCenter
Postfach 103441
50474 Köln

Im Falle falscher Angaben setzt sich die Schufa umgehen mit ihren Vertragspartnern in Verbindung. Bis der Sachverhalt nicht eindeutig geklärt ist, bleiben die betroffenen Daten gesperrt und sind damit bei neuen Anfragen nicht zu sehen.

Verbrauchern empfiehlt sich außerdem, sich direkt mit der Bank oder dem Unternehmen in Verbindung zu setzen, das für die falschen Daten verantwortlich ist. Diese sind zunächst zum Widerruf verpflichtet und können bei etwaigen Folgeschäden haftbar gemacht werden.

15. September 2017 10:15 Uhr
Max Mustermann

Es ist schwierig herauszufinden, ob man eine kostenpflichtige Schufa-Auskunft eines Drittanbieters widerrufen kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.