Finanzen

Kann man einen Schufa-Eintrag löschen?

Wer sich in finanzieller Hinsicht einmal verzockt hat und einer offenen, ausreichend gemahnten und unbestrittenen Zahlungsforderung nicht nachkommen konnte, hat unter Umständen kein gutes Standing.

Denn ein negativer Eintrag im Schufa-Datenregister wirkt sich entsprechend ungünstig auf weitere Vertragsabschlüsse oder sonstige Zahlungsverpflichtungen aus. Das macht die Löschung von Schufa-Daten zu einem so brisanten Thema.

Die Schufa bearbeitet Anfragen zur Kreditwürdigkeit im Auftrag von Banken, Handelsunternehmen, Mobilfunkanbietern und sonstigen Dienstleistern. Zu diesem Zweck hat sie von mehr als 60 Millionen Deutschen Daten zu deren Bonität gespeichert, zum Teil mit Einwilligung der Betroffenen, zum Teil aus öffentlichen und anderen Quellen.

Doch wie wird man diese Bürde wieder los?

Sobald man alle Schuld beglichen hat, werden die Daten nach drei Jahren (bzw. nach Ablauf des Kalenderjahres, das drei Jahre nach der Forderung liegt) von der Schufa gelöscht. Schneller geht es für Minderjährige – in ihrem Fall werden die Daten nach der Tilgung unmittelbar gelöscht.

Aufatmen können nach dieser Frist also alle, die ihren Kredit vollständig abbezahlt, titulierte Forderungen oder unkorrekt abgewickelte Vertragsgeschäfte erledigt haben sowie nach der Auflösung eines Giro-, Kreditkarten-, Handels- oder Vesandhandelskontos oder im Fall einer Insolvenz inklusive erteilter Restschuldbefreiung.

Die erste Option lautet also Abwarten, bis der Eintrag nach der regulären Frist von drei Jahren gelöscht wird.

 Verkürzte Speicherung bei einmaligen Zahlungsausfällen

Handelt es sich tatsächlich nur um einen einmaligen Zahlungsengpass, gibt es die Möglichkeit, dass negative Einträge vorzeitig aus dem Schufa-Bestand gelöscht werden. Dieser Prozess unterliegt jedoch bestimmten Bedingungen: Der Betrag darf 2.000, – € nicht überschreiten und muss innerhalb von sechs Wochen beglichen werden. Außerdem darf es sich dabei nicht um einen Vollstreckungsbescheid oder andere titulierte Forderung handeln. Der Gläubiger muss der Schufa nach Zahlungen der Schulden melden, dass die Forderung beglichen wurde.

Falsche Daten im Schufa-Bestand?

Daneben kann man aber auch auf eigene Faust tätig werden. Nach § 34 BDSG kann sich jeder Bürger einmal pro Jahr eine Schufa-Eigenauskunft einholen. Die erforderlichen Formulare gibt es auf der Schufa-Homepage. In der Übersicht sind der eigene Basis-Score-Wert und die branchenspezifischen Score-Werte abzulesen.

Ist in der Datenübersicht eine Unstimmigkeit feststellbar, sollten man seine Daten umgehend bis zur Klärung bei der Schufa sperren lassen. Betroffene müssen einen falschen Eintrag nicht dulden und können mit der Gegenseite – zum Beispiel der Gläubigerbank – die Löschung des Eintrags aushandeln. Diese könnte im Zuge dessen die Anfrage Kreditkonditionen löschen oder korrigieren, so dass die Bonität wieder hergestellt wird.

Zudem kann man die Schufa mit der Bitte kontaktieren, den unrichtigen Eintrag der Bank zu korrigieren.

Die Löschung der Daten erfolgt bei Berechtigung vollautomatisch und ist in der Regel innerhalb weniger Tage im Datenbestand wirksam.

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