Risiken bei Sparverträgen
Die meisten Menschen haben Träume, die sich nicht so ohne Weiteres realisieren lassen, weil auf Anhieb die finanziellen Mittel dazu fehlen. Der Bau eines Hauses beispielsweise, oder generell der Erwerb von Wohneigentum. Aber auch Rücklagenbildungen fürs Alter, die Finanzierung des Studiums der Kinder oder größere Konsumanschaffungen. Die Lösung hierfür können Sparverträge sein. Vor allem das Bausparen ist beliebt in Deutschland. Doch was muss man beachten und welche Risiken gibt es?
von Gerrit Wustmann
© thinkstock/duron123

Im Januar 2015 publizierte Finanztest einen von der Stiftung Warentest durchgeführten Test von zwanzig Bausparkassen in Deutschland und die Ergebnisse ließen aufhorchen. Drei Anbieter wurden mit „gut“ bewertet, ganze sieben gar nur mit „ausreichend“ oder „mangelhaft“. Grund seien in erster Linie die schlechte Beratungsleistung, und im Ergebnis Sparverträge, die an den Bedürfnissen der Testkunden vorbeigingen. Ähnliche Ergebnisse hatte ein Test bereits drei Jahre zuvor zutage gefördert.

Bedeutet das nun, dass man vom Bausparen lieber die Finger lässt? So weit wollten die unabhängigen Tester nicht gehen, empfahlen aber, sich gut auf Beratungsgespräche vorzubereiten und mehrere Angebote vor einer Entscheidung einzuholen. Einige Verbraucherzentralen lehnen Bausparverträge hingegen ab, die Stiftung Warentest warnt explizit vor Bausparverträgen mit Kombikrediten und nennt diese eine „Mogelpackung“ zu Ungunsten des Kunden.

Die Inflations- und Gebührenfalle

Im Grunde ist das Bauspar-Prinzip einfach: Man hat eine fixe Summe, die man innerhalb eines bestimmten Zeitraums erreichen will. Zum Ansparen kann man beispielsweise bereits vorhandenes Vermögen mit einem monatlich einzuzahlenden Betrag kombinieren. Dieser soll dann durch Zinsen und unter Umständen über Fördermittel wie Riester ergänzt und durch ein Bankdarlehen vervollständigt werden. Besonders in Niedrigzinszeiten wie heute sind Sparverträge beliebt.

Der Haken ist folgender: Während die auf das Darlehen zu zahlenden Zinsen festgeschrieben sind, sind die Zinsen auf die Einzahlungen variabel. Liegen sie unter der Inflationsrate, verliert man real Geld. Außerdem können Schwankungen in diesem Bereich den anvisierten Zeitplan in eine Schieflage bringen, sodass sich die Wartezeit auf das Darlehen verlängert, was zu Planungsunsicherheit führt. Besonders bei Bauprojekten kann das zu Problemen führen.

Ebenfalls beachten sollte man die Höhe der Abschlussgebühr, die je nach Kasse und Vertrag zwischen einem und bis zu drei Prozent beträgt. Manche Verträge enthalten weitere Gebühren. Auch hierfür ist der Vergleich mehrerer Angebote wichtig.

Banksparpläne können sich lohnen

Banksparpläne kamen bei der Stiftung Warentest zuletzt im Sommer 2014 hingegen deutlich besser weg. Hiermit sei es je nach Vertrag durchaus möglich, gewisse Summen zu generieren. Wie immer kommt es auch hier vor allem auf die Zinssätze an. Liegen sie im üblichen Bereich von knapp einem Prozent oder weniger, lohnt es sich nicht, denn dann bewegt man sich unter der Inflationsrate. Zinsen von bis zu 3,1 % bei vereinzelten Anbietern bringen hingegen ein sichtbares Plus. So eignet sich der Banksparplan als Ansparungsoption für größere Anschaffungen oder als Starthilfe für den Nachwuchs, wenn man Geduld mitbringt, denn eine Laufzeit von zehn Jahren sollte man mindestens einplanen.

Vertragsdetails vergleichen

Zinserträge bis 801, – € jährlich sind steuerfrei, darüber hinaus greift das Finanzamt zu. Noch wichtiger ist laut Stiftung Warentest aber die Ausstiegsoption. Denn wer einen auf einen bestimmten Zeitraum festgelegten Sparvertrag vorzeitig kündigt, verliert unter Umständen eine Menge Geld. Hier kommt es auf die genauen Vertragsbedingungen an, die man im Vorfeld studieren sollte, um keine böse Überraschung zu erleben.

von Gerrit Wustmann
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