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Prognosezeitraum der Berufsunfähigkeitsversicherung
Der Prognosezeitraum der Berufsunfähigkeitsversicherung ist derjenige Zeitraum, für den der Arzt eine voraussichtliche Berufsunfähigkeit attestiert und der Versicherungsnehmer deshalb Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung erhält.
von Susanne Herrenbrück

Wenn ein Prognosezeitraum kürzer ausfällt als im Vertragswerk der Berufsunfähigkeitsversicherung bedingt, zahlt diese keine Leistungen. Zwischen einzelnen Berufsunfähigkeitsversicherungen kann der Unterschied im Prognosezeitraum zwischen 6 Monaten und 3 Jahren liegen. Hierauf sollten Versicherungsnehmer beim Vergleich der Leistungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung unbedingt achten.

Berufsunfähigkeit dauert

Vor der Berufsunfähigkeit liegt in der Regel die dauerhafte Arbeitsunfähigkeit, die ebenfalls belegt sein muss. Da vielfach erst im Nachhinein bestätigt werden kann, dass eine Berufsunfähigkeit eintritt, benötigt der auf Einkünfte angewiesene Versicherungsnehmer ebenso wie die Versicherungsgesellschaft den Prognosezeitraum, der bei gutem Bedingungswerk 6 Monate beträgt.

Wenn die Berufsunfähigkeit von vornherein über den Prognosezeitraum festgestellt wird, was nach Unfällen mit Gliedmaßenverlust regelmäßig der Fall ist, erhält der Versicherungsnehmer sofort Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung. In der Regel genügt der Versicherungsgesellschaft die Einschätzung eines Arztes für den Grad der Berufsunfähigkeit, externe Spezialisten werden selten hinzugezogen.

Ungünstiger Prognosezeitraum

Im Regelfall gilt eine Berufsunfähigkeit stets nach sechsmonatiger Arbeitsunfähigkeit als eingetreten, eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt die Leistungen dann rückwirkend. Der von vornherein verkürzte Prognosezeitraum von 6 Monaten ist zwar günstig, aber keinesfalls die Regel.

Das VVG (Versicherungsvertragsgesetz) geht per se von dem für Versicherungsnehmer ungünstigen Prognosezeitraum von 3 Jahren aus, nach welchem Leistungen für eine Berufsunfähigkeit gewährt werden. Da die Versicherer in ihren Policen eine freie Vertragsgestaltung vornehmen können, bieten viele von ihnen inzwischen den ungünstigen Prognosezeitraum von 3 Jahren nicht mehr an. Einige Berufsunfähigkeitsversicherungen haben diesen längstmöglichen Prognosezeitraum jedoch noch immer als Klausel in den Policen festgesetzt.

von Susanne Herrenbrück

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