Energie

Öl und Gas 2015 weiter günstig

Der Ölpreis befindet sich seit einigen Monaten im freien Fall. Und mit ihm der Gaspreis. Um gut die Hälfte ist der Preis für ein Barrel Rohöl im Weltmarktschnitt seit letztem Sommer gesunken, von rund 120, - US-Dollar auf nur noch 60, - US-Dollar. Und ein Ende ist nicht in Sicht, denn die OPEC hat sich gegen die in so einem Fall üblichen Maßnahmen zur Preisstabilisierung entschieden. Während der Abwärtstrend bereits jetzt für einige Länder zum ernsthaften Problem wird, profitiert Deutschland von den Niedrigpreisen. Doch wie kommt das? Und wie geht es weiter?

Tanken ist derzeit so günstig wie lange nicht. Wird dieser Trend anhalten?

Ob Autofahrer an Tankstellen oder Unternehmen, die ihr Gas und Öl direkt einkaufen, alle reiben sich die Augen über die niedrigen Spritpreise. Nur noch knapp 2,4 Cent kostete die Kilowattstunde aus Erdgas an der Strombörse zuletzt im Dezember 2014. Der Grund dafür ist die Kopplung des Erdgas-Preises an den Ölpreis. Wird das Öl billig, zieht das Gas nach. Schon mehrfach stand dieser Automatismus in der Kritik, vor allem wenn es um Teuerungen ging. Heute spricht darüber kaum jemand, denn alle wollen profitieren. Das gilt zumindest für Wirtschaft und Endkunden in jenen Ländern, die nicht von der Öl- oder Gasförderung abhängig sind. Diese führen derzeit einen Ressourcenkrieg, der sich langfristig auch auf Deutschland negativ auswirken könnte.

 Gründe für den Preisverfall

Doch wie kommt dieses Szenario überhaupt zustande? Grund für den Preisverfall ist in erster Linie das Überangebot an Öl auf dem Weltmarkt. Die USA haben ihre Fördermenge zuletzt stark erhöht und fördern inzwischen ähnlich viel Öl wie Saudi-Arabien. Und auch Kanada hat angekündigt, seine Fördermenge ab 2015 auszuweiten. Außerdem wirft die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) das syrische und irakische Öl seit einigen Monaten zu Schleuderpreisen von zwanzig bis dreißig Dollar pro Barrel auf den Markt; Preise, mit denen niemand mithalten kann. Zu den Hauptabnehmern gehört die Türkei. Sollten im Laufe des Jahres die Handelssanktionen gegenüber Iran gelockert werden, wovon auszugehen ist, wird die Ölmenge weiter vergrößert. Denn Iran kann seit geraumer Zeit nur sehr eingeschränkt Handel treiben, beispielsweise mit China, das die Sanktionen ignoriert. Allerdings gilt die chinesische Zahlungsmoral als schlecht.

Wirtschaftskrieg mit Hilfe von Rohstoffen

Je niedriger der Weltmarktpreis pro Barrel, desto größer werden die Probleme in jenen Förderländern, die maßgeblich vom Handel mit den fossilen Rohstoffen abhängig sind. 60 Dollar galten lange als magische Marke, die nicht unterschritten werden soll. Zur Zeit bewegen wir uns auf die Marke von 50 US-Dollar zu. Experten befürchten, der Preis könnte sogar noch weiter fallen. Normalerweise beschließt die OPEC in solch einer Situation, die Fördermenge zu drosseln, damit sich der Preis wieder stabilisiert. Doch diese Maßnahme wurde zuletzt im Dezember, auch auf Betreiben Saudi-Arabiens hin, vorerst ausgeschlossen. Hintergrund ist ein Machtkampf. Saudi-Arabien will damit dem politischen Konkurrenten in der Region, Iran, Schaden zufügen. Der Plan könnte aufgehen. Die iranische Wirtschaft ist aufgrund der Sanktionen ohnehin am Boden, die Inflation beträgt fast 20 %. Wie der Tagesspiegel meldete, befindet sich das Öl derzeit auf dem niedrigsten Preislevel seit 1981. Auch Russland ist von Öl und Gas abhängig. Im Zusammenspiel mit den Wirtschaftssanktionen im Zuge des Ukraine-Konflikts hat der Rubel zuletzt stark an Wert verloren; 2015 könnte das Land in die Rezession abdriften. Auch Venezuela hat Probleme – dort ist die Rezession bereits in vollem Gange und die Inflation beträgt fast 65 %. Beobachter machen dies aber auch an der fehlerhaften Wirtschaftspolitik des Landes fest und sehen die Ölkrise nur als zusätzlichen Verstärker der Probleme.

Entlastungen für die Endverbraucher?

Reiche und stabil in den Welthandel integrierte Länder wie Saudi-Arabien, die USA oder auch die Niederlande verkraften die Krise hingegen besser und profitieren zweifellos von der Schwächung der Konkurrenten, die sie außerdem als politisches Druckmittel einsetzen können.

Derweil decken sich deutsche Unternehmen mit Öl und Gas ein und freuen sich über die spürbaren Einsparungen. Auch für die privaten Endkunden werden die Preise in nächster Zeit voraussichtlich sinken, allerdings längst nicht so stark. Denn noch immer weigern sich viele Versorger, den Vorteil beim Einkauf weiterzugeben. Allerdings plädieren immer mehr Marktakteure und auch die Politik für ein Umdenken. Nachdem die Energiepreise jahrelang nur einen Aufwärtstrend kannten wird nur die gefordert, die Verbraucher zu entlasten.

25. Mai 2015 13:26 Uhr
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[…] die gefahrenen Kilometer, die zwischen den Standorten liegen, und eine Tankfüllung frei. Ist der Sprit aufgebraucht, muss der Mieter lediglich genug nachtanken, um das Ziel zu […]

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