Motorradversicherung

Saisonkennzeichen Motorrad

Saisonkennzeichen für Biker gibt es seit 1997, für andere Fahrzeuge wurden sie in Deutschland schon 1995 eingeführt. Für Motorradfahrer sind sie das ideale Mittel, um Steuern und Versicherungskosten im Winterhalbjahr zu senken, wenn das Bike ohnehin nicht genutzt wird.

Voraussetzungen für ein Saisonkennzeichen

Eine wichtige Voraussetzung für das Saisonkennzeichen ist die Zulassung in der gewünschten Saison über mehrere zusammenhängende Monate. In Deutschland müssen es mindestens zwei volle Monate sein, es können bis zu elf Monate werden. Das Saisonkennzeichen trägt die Saison als sichtbaren Aufdruck, außerdem ist sie in der Zulassungsbescheinigung und im Versicherungsnachweis vermerkt. Nur in dieser Saison darf das Motorrad auf der öffentlichen Straße gefahren oder abgestellt werden. Außerhalb der Saison muss es auf einem umfriedeten Privatgelände stehen. Das hat juristische und versicherungstechnische Gründe. Eine Haftpflichtversicherung schützt auch vor Schäden, die durch das reine Abstellen eines Fahrzeugs im öffentlichen Raum entstehen könnten. Dabei kann es sich um auslaufendes Öl oder auch ein stürzendes Krad gehen, beides könnte zu einem Verkehrsunfall oder einem Umweltschaden führen. Idealerweise stellen die Kraftfahrer ihr Motorrad außerhalb der Saison in die Garage. Die Motorradversicherung läuft außerhalb der Saison beitragsfrei weiter, was bedeutet, dass ein eingeschränkter Versicherungsschutz immer noch besteht, wenn etwa das Bike in der Garage durch einen Kurzschluss in Flammen aufgehen würde. Diese Ruheversicherung können Kraftfahrer übrigens auch ohne ein Saisonkennzeichen individuell vereinbaren, wobei in einem Zeitraum zwischen zwei Wochen bis zu einem Jahr eine betragsfreie Haftpflicht und Teilkasko abgeschlossen werden können. Voraussetzung ist immer, dass das Kraftfahrzeug nicht auf einer öffentlichen Straße steht.

Kennzeichenvermerk der Saison

Das Saisonkennzeichen eines Motorrads trägt als Vermerk den Saisonbeginn und das Saisonende mit Ziffern. Die Kennzeichnung 05 – 10 würde beispielsweise die Saison von Mai bis Oktober darstellen. Die Behörden können damit sofort die Zulassung für den entsprechenden Zeitraum identifizieren. Die Ziffern stehen am rechten Kennzeichenrand und sind farblich gelb unterlegt. Es gelten immer volle Monate. Im angegebenen Beispiel wäre das Motorrad ab dem 1. Mai bis zum 31. Oktober versichert.

Antrag auf ein Saisonkennzeichen

Den Antrag stellen die Kraftfahrer auf ihrer örtlichen Zulassungsstelle. Hierbei ist zu beachten, dass aus der eVB (elektronische Versicherungsbestätigung) einer Motorradversicherung manchmal nicht die Saison hervorgeht. Daher sollten Motorradfahrer darauf achten, dass die Zulassungsstelle den Saisonzeitraum korrekt vermerkt hat. Die Zulassungsstelle muss außerdem die Saison für das zugelassene Motorrad für die Einziehung der Steuer an den Zoll weitergeben, der als Kfz-Steuerbehörde fungiert. Der Steuerabzug erfolgt heutzutage automatisch als Lastschrift. Es muss sich dann eine deutliche Steuerreduzierung ergeben.

Vorteile des Saisonkennzeichens für ein Motorrad

Das Saisonkennzeichen reduziert die Kfz-Steuer und die Versicherungsbeiträge. Das sind die beiden eindeutigen Vorteile. Hinzu kommt die unkomplizierte Beantragung, im Nachhinein entsteht keinerlei Aufwand. Daher ist das Saisonkennzeichen immer zu empfehlen, wenn der Fahrer ohnehin nur während der Sommermonate mit seinem Bike unterwegs ist. Die Saison sollte wetterabhängig bedacht werden. Sie lässt sich auch nachträglich anpassen. Beim Versicherungsschutz ist zu beachten, dass manche Versicherungsgesellschaften gerade die Police für ein Motorrad auf ein saisonabhängiges Versicherungsjahr legen: Das Jahr beginnt dann beispielsweise am 1. April und endet am 31. März. Das wäre bei einer Kündigung der Versicherung zu beachten.

Wechselkennzeichen versus Saisonkennzeichen

Seit 2012 können Biker für zwei Motorräder ein Wechselkennzeichen nutzen. Praktisch wäre das, wenn tatsächlich eine Maschine im Sommer und die andere während des Winters gefahren wird. Kostenvorteile ergeben sich daraus aber nicht, auch ist der Fall eher selten. Da beide Motorräder einen eigenen Versicherungsschutz benötigen und voll versteuert werden, setzt sich das Wechselkennzeichen bislang kaum durch.

Autor
Bernd Schröder
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